Internationales Chor-Festival „Schwarzmeerklänge“ in Baltschik erlebt sechste Auflage

Zoran Stanisavljevič und sein akademischer Chor
Foto: Rossen Donew

Knapp 500 Teilnehmer und Gäste aus sieben Ländern, darunter 20 Chöre, fanden sich zu dem diesjährigen internationalen Chorfestival „Schwarzmeerklänge“ zusammen. Hinter dieser recht trockenen Statistik stecken viele unvergessliche Erlebnisse und ein reger Austausch zwischen unterschiedlichen Kulturen und Traditionen. Gastgeber des Fests war der bulgarische Chor „Schwarzmeerklänge“ mit seiner Dirigentin Walentina Georgiewa. Sie ist Gründerin und künstlerische Direktorin des Festivals und war auch in der Jury vertreten, genau wie auch die Dirigentin des Chors „Die kosmischen Stimmen“ und Leiterin des Ateliers für Folklorechöre Wanja Monewa und der namhafte slowenische Dirigent und Komponist Ambrož Čopi.




Den großen Preis während des diesjährigen internationalen Festivals „Schwarzmeerklänge“ hat der akademische Chor beim Studentenkulturzentrum in der serbischen Stadt Nis erhalten. Sein Stabführer Zoran Stanisavljevič teilte uns Folgendes mit:

Ich war wirklich sehr aufgeregt und froh, diese Statuette zu erhalten. Das ist mein erster Wettbewerb, weil ich Wettbewerbe einfach nicht mag. Trotzdem freue ich mich, dass wir nicht nur den Großen Preis, sondern auch einige andere Auszeichnungen erhalten haben – als bester gemischter Chor, ich als Dirigent und auch unsere Darbietung wurde vom Verein der bulgarischen Komponisten geehrt. Das Schönste für uns sind aber die unvergesslichen Erinnerungen, mit denen wir nach Hause gehen und die Noten von bulgarischen Liedern, die wir erhalten haben. In Serbien lieben wir es, bulgarische Lieder zu singen, ihr Rhythmus sagt uns zu“, so Zoran Stanisavljevič.

Das Vokalensemble „Eseretz“ nahm den ersten Preis bei den Volksmusikchören
Den ersten Preis in der Kategorie „Gleichstimmige Chöre“ hat der 2013 gegründete bulgarische Frauenchor „Alabrea“ unter der Stabführung von Atanaska Popowa erhalten. 2015 wurde auch der gleichnamige gemischte Chor ins Leben gerufen. Atanaska Popowa wurde als vielversprechende Nachwuchsdirigentin ausgezeichnet.

Ich bin glücklich, dass man uns bemerkt hat. Sowohl der Frauen- als auch der gemischte Chor „Alabrea“ haben ihr Bestes gegeben. Es war ein wunderbarer Moment, in dem wir alle die Musik so wiedergegeben haben, wie wir sie in diesem Moment empfunden haben“, freut sich Atanaska Popowa.

Beide Formationen von Alabrea sowie viele andere Chöre haben sich an den von Ambrož Čopi geleiteten Workshops für gemischte, gleichstimmige und Kinderchöre beteiligt. Während des Abschlusskonzerts erklangen zwei Werke von ihm. „Laudate Dominum“ ist eines davon, das extra für das Festival geschrieben wurde. Vorgetragen wurde es von den Teilnehmern aus Griechenland, der Türkei, Serbien, Norwegen und Bulgarien. „Until We Meet Again“ wiederum wurde von den bulgarischen Frauen- und Kinderchören präsentiert. Dieses Lied ist dem Kinderchor „Bodra smjana“ in Schumen gewidmet, mit dem Ambrož Čopi eine gemeinsame Geschichte verbindet.




Ich bin zum zweiten Mal in Baltschik“, erzählte uns Ambrož Čopi. „Ich liebe dieses Festival, da es sich von anderen unterscheidet – es gibt einen Wettbewerb, aber auch unterschiedliche Ateliers, Workshops, Konzerte unter Freunden. Dabei werden wertvolle Ideen ausgetauscht, man hört neue Musikwerke und erfährt Interessantes über die Arbeit mit Chören. Vor zwei Jahren habe ich in Baltschik die Leiterin des Kinderchors „Bodra smjana“ Deniza Usunowa kennengelernt. Sie hat mich nach Schumen eingeladen, wo ich mein Werk „Missa Brevis“ vorgestellt habe. Es war ein unvergessliches Erlebnis – sowohl die Arbeit mit den Sängern, als auch das Konzert. Diese Messe wird überall in der Welt aufgeführt, ich habe etliche Auszeichnungen dafür erhalten, doch die Arbeit mit Kindern hat mein Leben verändert. Später sind sie nach Slowenien gekommen, wo sie zwei Konzerte gegeben haben. In Erwartung unserer nächsten Begegnung entstand dann auch das Lied „Until We Meet Again“, erklärte Ambrož Čopi.

Übersetzung: Rossiza Radulowa

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