Wo Traditionen und Innovationen einhergehen

Wenn es um erfolgreiche Bildungsprogramme geht, sind Kontroversen zwischen Anhängern von Altem und Neuem vorprogrammiert. Immerhin gibt es auch Einrichtungen, an denen über hundert Jahre alte Traditionen mit modernsten Bildungsprogrammen einhergehen. Ein solches Beispiel ist das Berufsgymnasium für Forstwirtschaft und Holzverarbeitung Sawa Mladenow in der Balkanstadt Tetewen. Die Einrichtung wurde 1909 mit zwölf Schülern als Schreinerschule eröffnet. Die Ausbildung dauerte sechs Monate. Die Schüler konnten zwischen dem Tischler- und dem Drechslerhandwerk entscheiden. Drei Jahre später dauerte die Ausbildung bereits drei Jahre. Ständig kommen neue Bereiche hinzu - wie etwa das Böttcher-, Tapezierer- und Schmiedehandwerk.

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"Bei uns am Berufsgymnasium lernen über 300 Schüler in den Fachrichtungen Forst- und Jagdwirtschaft mit erweitertem Englischunterricht, Forstwirtschaft und Holzgewinnung, Mechanisierung der Forstwirtschaft, Möbelherstellung und Holzschnitzerei. Ab nächstem Schuljahr kommen Gartenbau und Begrünung hinzu", erzählt die Schuldirektorin Soja Petrowa.

Die Schule verfügt über eine reichhaltige materiell-technische Basis. Im Hauptgebäude ist zudem das Internat untergebracht. In der Ausbildung gehen Traditionspraktiken und moderne Technologien einher. Natürlich kommt auch der naturnahe Unterricht nicht zu kurz. Ferner präsentieren die Schüler auf Konferenzen ihre elektronischen Erfindungen.

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"Wir haben an der 6. Jugendkonferenz teilgenommen, die von der Hochschule für Forstwirtschaft in Sofia organisiert wurde", erzählt der Zwölftklässler Jordan Hristow. "Dort haben wir unsere Idee von einem elektronischen Hilfsmittel vorgestellt, das den Schülern die Bestimmung von Baum- und Straucharten erleichtert. Es umfasst alle Familien und Gattungen von Hölzern. Ihre Visualisierung vereinfacht auch das Einprägen dieser Arten. Die Universität will das Projekt nun mit uns gemeinsam ausbauen."

Adrian Schischmanow unterrichtet am Gymnasium Geografie und Geschichte. Für ihn ist die Arbeit mit Jugendlichen, die sich für Natur, Handwerk und Kunst interessieren, sehr inspirativ.

"Die Arbeit ist sehr interessant, da die Schüler vielfältige Interessen haben", erzählt Adrian Schischmanow. "Das ist auch für uns Lehrer eine Herausforderung. Ich beispielsweise versuche meine Fächer mit den Spezialfächern der Schüler zu verbinden. Für mich hat das Gymnasium auch einen sentimentalen Wert. Ich habe selbst hier gelernt, auch mein Vater hat hier über 40 Jahre lang unterrichtet. Mein ganzes Leben ist mit diesem Gymnasium verbunden."

Das Tetewener Gymnasium kombiniert bulgarische und internationale Programme. Seit 2007 nimmt es am Leonardo da Vinci Programm teil, jetzt auch an Erasmus+.  Über diese Programme absolvieren alljährlich fünfzehn Schüler Praktika im Ausland. Bisher waren sie in Polen, Tschechien und Frankreich.

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"Im Februar 2016 war ich bei der Handwerksgenossenschaft in Mousson", erzählt die Schülerin Alexandra Hristowa. "Zuvor haben wir uns speziell auf diesen Auslandsaufenthalt vorbereitet. Als wir dann zurück waren, erhielten wir von Zentrum für Entwicklung und menschliche Ressourcen ein europäisches Zertifikat mit ausgezeichneter Bewertung. In Frankreich haben wir mit modernen Maschinen und Techniken gearbeitet, was für uns sehr nützlich war."

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Einige Schülerinitiativen stehen ganz im Geiste der Traditionen wie etwa die Woche des Waldes, in der das Flussbett des Wit gesäubert und in verschiedenen Gebieten aufgeforstet wird. Seit fünf Jahren organisiert das Gymnasium zudem einen internationalen Wettbewerb für junge Holzfäller mit Alterskameraden aus Serbien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Tschechien, Spanien etc. Bisher konnte sich jedoch stets der Nachwuchs vom Berufsgymnasium Tetewen durchsetzen.

Übersetzung: Christine Christov

Fotos: Privatarchiv

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