Jugend- und Kinder-Chorfest in Schumen

Die Aufführung der Kantate „Ein blauer Himmel voller Träume“

Unlängst fand in der ostbulgarischen Stadt Schumen die neueste Ausgabe des „Jugend- und Kinder-Chorfestivals“ auf den Namen von Dobri Wojnikow statt. Gastgeber war auch diesmal der Chor „Frohes Lied“, dessen Gründerin und langjährige Leiterin Prof. Weneta Witschewa dieses Internationale Forum ins Leben gerufen hat. Heute wird der Chor von Denitza Usunowa dirigiert. Das Festival selbst wurde vor 45 Jahren als „Nationales Schüler-Chorfest“ ins Leben gerufen. Seit Jahren ist es jedoch international und diesmal beteiligten sich Chöre auch aus Rumänien, Ungarn und der Ukraine. Unter den Sondergästen befand sich Jean -Pierre van Avermaet aus Belgien, der Generalsekretär der Europäischen Chor-Union ist.

Das Highlight des Festivals in Schumen war zweifelsohne die Welturaufführung der Kantate „Ein blauer Himmel voller Träume“, die  Ambrož Čopi speziell für den Chor „Frohes Lied“ geschrieben hat. Das ist übrigens nicht das erste Werk, das der slowenische Komponist und Dirigent für den bulgarischen Chor geschaffen hat. Zwischen ihm und den jungen bulgarischen Sängerinnen und Sängern besteht bereits eine vierjährige Musikfreundschaft. Seinen Worten nach, sei jeder seiner Besuche in Bulgarien eine eingebungsvolle Reise.

Ich war sehr glücklich, nach dem vorjährigen Festival „Schwarzmeerklänge in Baltschik, erneut Denitza und den Chor „Frohes Lied“ zu treffen“, erzählt Ambrož Čopi. „Damals vereinbarten wir, unsere Zusammenarbeit fortzusetzen und gemeinsam ein Chorwerk für Frauenstimmen und Symphonieorchester auf die Beine zu stellen. Ich wollte unbedingt, dass es auf Bulgarisch ist. Die Dichterin Maria Kostadinowa sandte uns daraufhin eines ihrer Werke ein – ich hatte sie gebeten, inhaltlich die Kinder, das Meer, den Himmel und die Liebe mit einzuflechten. Und so ist die Kantate der Schönheit auf der Welt gewidmet. Sie erzählt, wie schön es ist, die Welt durch die Kinderaugen zu betrachten. Die Erwachsenen können in der Musik auch ihre Gefühle und unsere unschätzbare Freundschaft wiederentdecken. Diese Arbeit war für mich eine Herausforderung. Ich freu mich sehr, dass Denitza, ihr Chor und die Organisatoren des Festivals in Schumen für die nötige Atmosphäre gesorgt und für das Gelingen der Uraufführung meiner Kantate beigetragen haben. Das Werk erklang auf dem Abschlusskonzert, gespielt von der Philharmonie der Stadt Schumen. Die Sängerinnen kamen aus verschiedenen bulgarischen Chören.“


Mit den verschiedenen Veranstaltungen des Jugend- und Kinder-Chorfestivals haben wir unser Ziel erreicht, nämlich möglichst viele Kinder, denen der Gesang am Herzen liegt, an einem Ort zusammenzuführen“, sagt ihrerseits Denitza Usunowa. „Es kamen wirklich viele Kinder – über 250. Zusammen haben wir neu Lieder gesungen und damit etwas Schönes erlebt. Es erreichen uns weiterhin Dankschreiben seitens unserer Gäste und des Publikums. Alle sind von der Kantate „Ein blauer Himmel voller Träume“ stark beeindruckt. Das Werk ist übrigens dem 45. Jahrestag der Gründung unseres Chorfestes in Schumen gewidmet. Das Konzert war wirklich großartig. An ihm beteiligte sich als Sondergast der Chor „Aurina“ aus der ungarischen Stadt Kecskemét. Seine Teilnahme wurde von der ungarischen Botschaft und dem ungarischen Kulturinstitut in Sofia, wie auch von der Heimatstadt der Chormitglieder unterstützt, die übrigens die Geburtstadt des bedeutenden ungarischen Komponisten Zoltán Kodály ist. Der Dirigent des Chores László Durányik  erhielt von uns eine Auszeichnung als Chorleiter. Als Begleitveranstaltung des Festivals fand ein Musikertreffen statt, das von Prof. Theodora Pawlowitsch geleitet wurde. Diskutiert wurde über die Interpretation von Chorwerken und die Übersetzung der Gesangstexte in verschiedene Sprachen. In diesem Jahr vermerken wir den 85. Geburtstag der Chorgründerin Weneta Witschewa. Aus diesem Anlass haben wir an die Teilnehmer ein Buch über das Leben und Werk dieser Dirigentin verteilt. Nennenswert ist ferner das Treffen mit dem Komponisten Ljubomir Denew und der Dichterin Maria Donewa, die einen Liederzyklus für unseren Chor geschaffen haben. Ihn stellten wir bereits zu Beginn unseres Festivals vor.“

Übersetzung: Wladimir Wladimirow

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