Studie untersucht Radikalisierung an bulgarischen Schulen

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Kurz vor Ostern hat die Lehrergewerkschaft beim Dachverband der unabhängigen Gewerkschaften in Bulgarien (KNSB) eine Konferenz organisiert, die der Sicherheit an den bulgarischen Schulen gewidmet war. Das Problem hat viele Facetten und sollte eingehend analysiert werden. Die Sorge um das Leben, die Gesundheit und Sicherheit der Schüler ist Teil des Kampfes gegen diverse Interessen aus dem Ausland, betonte der KNSB-Vizevorsitzende Tschawdar Christow.

Europa sieht sich vor eine neue Herausforderung gestellt: die Radikalisierung von Jugendlichen unterschiedlicher Gruppen und Nationalitäten. In diesem Kontext wurde in Bulgarien eine Langzeitstudie durchgeführt, deren Ergebnisse während der Konferenz in Sofia bekannt gegeben wurden. Im Rahmen dieser Studie wurden Dutzende Schuldirektoren und führende Pädagogen aus Regionen mit gemischter Bevölkerung befragt, ob an ihren Schulen ein Prozess der Radikalisierung zu beobachten ist. Die Leiterin der Langzeituntersuchung Prof. Tatjana Dronsina hat im Laufe von vier Jahren an einer ähnlichen Studie in Zentralasien gearbeitet. Dort hat sie sich auch mit Menschen aus den Reihen der Terrororganisation Islamischer Staat getroffen. Prof. Dronsina unterstreicht, dass die Radikalisierung nicht unbedingt in Terror ausarten muss. Oft wird eine Radikalisierung nur in Worten ausgelebt und kann auch als eine Art Meinungsfreiheit gesehen werden, meinen Analysten. Bedenklich ist aber, dass sich das Bild der Radikalisierung bei unterschiedlichen Gruppen in Bulgarien in rasantem Tempo ändert. Davon zeugen auch die Ergebnisse einer Studie, die 2016 das Verhalten von Schülern in 26 Bezirken Bulgariens unter die Lupe genommen hat.

СнимкаEs besteht nicht der geringste Zweifel, dass Kinder aus traditionellen muslimischen Gemeinschaften in Bulgarien den Radikalismus ablehnen. Sie wissen, was friedliches Miteinanderleben bedeutet und wie gefährlich es wäre, es in Gefahr zu bringen. Die Bedrohung geht momentan von Roma-Gruppen aus, die erst vor kurzem zum Islam konvertiert sind und keinen Selbsterhaltungstrieb haben. Das ist ein Phänomen, über das man sich einfach ausschweigt. Es liegen deutliche Zeichen einer Radikalisierung unter Kindern und Jugendlichen aus diesen Gemeinschaften vor. Während des Unterrichts tönen aus ihren Handys religiöse Botschaften von Apps, die sie weder löschen noch ausschalten können. Ich betonte nicht von ungefähr, dass ich im Laufe von vier Jahren in Zentralasien gelebt habe, wo die Bevölkerung zu 90 Prozent aus Muslimen besteht. Nie habe ich dort etwas Ähnliches erlebt, was gegen die Schuldisziplin verstößt und Schüler und Lehrer gleichermaßen stört. Und noch etwas: Die Väter dieser Schüler lehnen es strikt ab, sich mit dem Schuldirektor zu treffen und zu unterhalten, falls es sich dabei um eine Frau handelt. So etwas ist mir in Zentralasien nie begegnet“, betont Prof. Dronsina.

Das Problem der Radikalisierung unter einzelnen Gemeinschaften in Bulgarien sollte Gegenstand tiefgründiger, komplizierter und ununterbrochener Studien sein und endlich offen und ehrlich angesprochen werden, rät Prof. Dronsina. Die Regierung sollte sich Gedanken machen, was man unternehmen kann, bevor es zu spät geworden ist.

Zum ersten Mal haben letztes Jahr bei einem Weihnachtsfest die Kinder aus Familien, die den Islam angenommen haben, die Weihnachtsbäume demoliert, mit dem Argument, dieses Fest habe nichts mit dem Islam zu tun und müsse deshalb boykottiert werden. In den Weihnachtsferien haben die Schüler ein Lager in der Türkei besucht, um dort den Islam zu studieren. Es hat sich herausgestellt, dass niemand zu sagen weiß, wo sich diese Lager genau befinden und womit sich die Kinder dort befassen. Die Lehrer aus den erfassten Regionen machen sich Sorgen, weil nicht nur sie selbst schlecht behandelt, sondern auch die bulgarischen Institutionen, die Gesetze und die Rechte der anderen von diesen Gemeinschaften missachtet werden. Die Schüler weigern sich, Bulgarisch zu lernen und zu sprechen und die Sprachbarriere behindert zusätzlich die Arbeit der Lehrer“, sagte abschließend Prof. Tatjana Dronsina.

Übersetzung: Rossiza Radulowa

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