Die Erinnerung an Khan Kubrat und das Alte Großbulgarische Reich vereint alle Bulgaren auf der Welt

Fast 1.370 Jahre sind seit dem Tod von Khan Kubrat vergangen, dem Begründer des bulgarischen Staates. Im 7. Jahrhundert schloss er alle Protobulgaren zum „Großbulgarischen Reich“ zusammen. Es erstreckte sich über die Steppen nördlich des Asowschen und Schwarzen Meeres. Byzantinische Geschichtsschreiber bezeichnen den Staat als Altes Großbulgarisches Reich. Unter den seinerzeit zahlreichen Steppenreichen in dieser Region hat der bulgarische Staat als einziger all die Jahrhunderte überdauert. Und das ist dem starken und charismatischen Khan Kubrat zu verdanken, der großes Ansehen unter den protobulgarischen Stämmen genoss. Er war der erste bulgarische Herrscher mit staatsmännischem Denken, sind die Historiker überzeugt.

Auch heute weckt der Gedanke an Khan Kubrat patriotische Gefühle in den Herzen aller Bulgaren weltweit auf. Vor 105 wurde unweit des ukrainischen Dorfes Mala Pereschtschepyna das Grab des Herrschers entdeckt. 1912 fanden dort zwei Kinder in der Nähe der Dünen am Fluss einen wertvollen Schatz. Allein die goldenen Grabbeigaben wogen 20 kg und die silbernen – 50 kg. Ein Teil der Funde wurde im regionalen Museum in Poltawa ausgestellt. Vermutlich wurde bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf Anweisung von Stalin ein Teil der Gegenstände umgeschmolzen, die restlichen wurden in die Eremitage in Sankt Petersburg gebracht, wo sie bis auf den heutigen Tag aufbewahrt werden. Sie belegen unmissverständlich, dass es sich bei diesem Grab um die letzte Ruhestätte des Gründers des Alten Großbulgarischen Reiches Khan Kubrat handelt.

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In der Eremitage sind das Zepter und das Schwert des Herrschers ausgestellt sowie andere Gegenstände, die seine Macht symbolisieren.

СнимкаHeutzutage leben in der Ukraine Tausende Bulgaren, die ihre eigenen Vertreter in der örtlichen Verwaltung und im ukrainischen Parlament haben. Der Abgeordnete Nikolaj Gaber startete die Initiative, das Grab von Khan Kubrat auszuweisen und zu popularisieren. Zuerst wurde am heiligen Ort eine Gedenktafel angebracht und 2012 fand dort das erste gesamtbulgarische Volksfest statt, zu dem sich über 3.500 Bulgaren als aller Welt einfanden. Im Hebst dieses Jahres soll es nun seine zweite Ausgabe erleben. Eines der Ziele, das die in Bulgarien und der Ukraine gegründeten Initiativkomitees verfolgen, ist, eine Gedenkstätte zu Ehren von Khan Kubrat und dessen Erben zu schaffen.

Ich bezeichne diesen Ort in der Ukraine als „das bulgarische Jerusalem“, weil er für die gesamte bulgarische Nation von Bedeutung ist. Hoffentlich kann eines Tages jeder Bulgare dieses Memorial besuchen, um sich den Ursprung des bulgarischen Staates und seine eigenen Wurzeln vor Augen zu führen“, meint Krassimir Bogdanow, Abgeordneter in der bulgarischen Volksversammlung und Vorsitzender des Organisationskomitees des Gesamtbulgarischen Volksfestes 2017. Er freut sich, dass viele bulgarische Abgeordnete das Vorhaben unterstützen und eigene Mittel für die Gedenkstätte gestiftet haben.

Das Initiativkomitee der Bulgaren hat die volle Unterstützung der Behörden in der Ukraine und speziell im Raum Poltawa“, sagt seinerseits Ing. Deljan Damjanowski, Exekutivdirektor der Nationalen Vereinigung der Gemeinderäte in Bulgarien. „Wir haben echten Stolz empfunden, als wir gesehen haben, dass im Bürgermeisteramt von Mala Pereschtschepyna neben der ukrainischen auch die bulgarische Fahne steht. An vielen Orten dort kann man die bulgarische Flagge sehen und man fühlt sich wie in Bulgarien. Es gibt keinerlei Hindernisse von Seiten der ukrainischen Behörden, weder was das Volksfest, noch was die Errichtung der Gedenkstätte zu Ehren von Khan Kubrat und des Alten Großbulgarischen Reiches betrifft.“

Es wurde nachgewiesen, dass sich die Grabstätte von Khan Kubrat an dieser Stelle befindet. Viele Bulgaren werden noch von diesem Ort erfahren und ihn besuchen“, meint der Bulgare Rumen Spassow. Er lebt seit 20 Jahren in der Ukraine und ist Präsident des Internationalen Wohltätigkeitsfonds „Khan Kubrat“. „Nicht von den Beamten sondern von uns Bürgern hängt es ab, unser Verhalten gegenüber diesem bulgarischen Heiligtum zu ändern. 2012 fand dort das erste gesamtbulgarische Volksfest statt. Fünf Jahre später musste erneut jemand die Frage nach einem neuen Volksfest und einem Denkmal aufwerfen. Diesmal habe ich dafür gesorgt, dass sich die Bulgaren zusammentun. Es ist so gekommen, dass ich für längere Zeit wieder nach Bulgarien zurückgekehrt bin und so habe ich damit begonnen, mit den Leuten zu reden. Diese Initiative hat uns schnell konsolidiert und mittlerweile sind wir über 30 Personen, die sich für diese Sache einsetzen und große Bürgerorganisationen vertreten“, sagt Rumen Spassow.

Übersetzung: Rossiza Radulowa

Fotos: Archiv

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