Frohes Neujahr! ...wünschen wir mit Musik

Um das neue Jahr nicht von vornherein mit einem Irrtum zu beginnen, wollen wir einige gute Aufnahmen vorstellen, die von Interpreten verschiedener Musikergenerationen stammen. Leider leben die meisten von ihnen seit längerer Zeit jenseits der bulgarischen Grenzen, haben aber nie die Verbindung zu ihrer Heimat verloren und popularisieren eifrig die bulgarische Musikkultur im Ausland.

СнимкаZu diesen Musikern gehören ohne Zweifel der Geiger Vesko Eschkenazy – Konzertmeister des Königlichen Concertgebouw-Orchesters in Amsterdam und der Pianist Lyudmil Angelov – Gründer und künstlerischer Direktor des Internationalen Musikfestivals im spanischen Toledo, wie auch des Internationalen Musikfestivals "Piano Extravaganza" in Sofia.

"Por una cabeza" von Carlos Gardel ist eines der Stücke, die in ihrem gemeinsamen Album enthalten sind. Die CD heißt "Tango" und kam 2016 heraus.




СнимкаVor wenigen Tagen präsentierte sich die bulgarische Opernprima Alexandrina Pendatchanska (auch als Alex Penda bekannt) in der Partie der Tosca in der gleichnamigen Oper von Puccini. Das ist die jüngste Rolle der weltbekannten Sopranistin und Mezzosopranistin von insgesamt rund 70 Rollen ihres Repertoires. Ihr Debüt machte sie mit 17 Jahren.

Zum ersten Mal präsentierte sie sich damals dem breiten Publikum in einem Konzert, auf dem sie die Arie der Violetta aus dem 1. Akt der Oper "La Traviata" von Verdi sang.




Снимка 2017 eroberte sich die Pianistin Plamena Mangowa neue Weltbühnen, versäumte es jedoch nicht, auch im hauptstädtischen Bulgaria-Saal aufzutreten. Sie wurde von der Sofioter Philharmonie unter der Stabführung von Gilbert Varga aus Großbritannien begleitet. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass Plamena Mangowa vor genau 10 Jahren den 2. Platz des angesehenen Königin-Elisabeth-Klavierwettbewerbs in Belgien gewann. Seitdem hat sie eine ganze Reihe anderer hoher Auszeichnungen erhalten und eine Vielzahl erfolgreicher Projekte realisiert.

Unter ihren Aufnahmen fiel uns das Klavierkonzert Nr. 9 von Wolfgang Amadeus Mozart auf, mit dem sich die bulgarische Pianistin in Begleitung der Plowdiwer Philharmonie unter der Leitung von Georgi Dimitrow präsentierte.




Снимка„Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist“, hatte einmal der französische Literaturklassiker Victor Hugo gesagt. Als hochrangiger Denker hatte Hugo jene „kosmischen“ Geistesregungen zu erfassen versucht, die bei der Interpretation von Musik entstehen – die Freiheit, als erster mittels der Musik etwas „mitzuteilen“, unabhängig von der Tatsache, dass vor einem schon Dutzende andere das Gleiche versucht haben. Diesen Vorzug genießen die Begabtesten, unabhängig davon, wann sie zum ersten Mal die Bühne betreten haben. Petar Deltschew ist dem breiten Publikum weitestgehend unbekannt. Er ist aber der einzige bulgarische Geiger, der zwei Mal unter den Prämierten des Internationalen Paganini-Wettbewerbs in Genua war – im Alter von 17 bzw. 18 Jahren. Die Musikkritik bezeichnete ihn als „neuen Paganini“ und „jungen Heifetz“, der „von Gott geküsst“ worden sei... Doch das Schicksal wollte es und bereitete ihm meist unangenehme Überraschungen. Aus gesundheitlichen Gründen tritt Petar Deltschew seit Jahren nicht mehr auf und lebt seit einiger Zeit in Italien. Seine Aufnahmen legen von seiner unwahrscheinlichen Begabung Zeugnis ab.

Jugend, Ästhetik und Professionalismus strahlt die Interpretation von "Introduction et Rondo capriccioso", Op. 28 von Camille Saint-Saëns aus. Die Aufnahme entstand am 26. Dezember 1969 im heute nicht mehr existierenden Kammersaal "Slawejkow" in Sofia. Am Klavier wird Petar Deltschew von Slatka Arnaudowa begleitet.





Die traditionellen Konzerte des Symphonieorchesters des Bulgarischen Nationalen Rundfunks zum Jahreswechsel stellen stets ein buntes Mosaik mit Weltklassikern dar, die mit Emotion und Professionalismus interpretiert werden. Die Aufnahmen, die wir ausgesucht haben, stammen vom 1. Januar 2013, als das Orchester noch von Emil Tabakow dirigiert wurde. Dieses Konzert fand im Großen Saal des Nationalen Kulturpalasts in Sofia statt und das Programm umfasste über 20 bekannte Werke verschiedener Epochen.

Daraus haben wir folgende Werke ausgesucht: den "Cancan" aus der Oper "Orpheus in der Unterwelt" von Jacques Offenbach, den "Bulgarischen Tanz" von Emil Tabakow und den "Feuertänzerreigen" aus dem Ballettdrama "Die Feuertänzerin" von Marin Goleminow.

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СнимкаIn Bulgarien kann man sich ein größeres Fest ohne die Kirchenhymne "Na mnogaja leta" (Deutsch: "Auf viele Jahre") von Dmitri Bortnjanski in der Darbietung des unvergessenen Boris Christow kaum vorstellen. Boris Christow – ein Titan der Gesangskunst, wird von den Musikkritikern als der bedeutendste Basssänger der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Der größte Teil seiner Karriere verlief in Italien und dennoch war seine Liebe zu seiner Heimat schier grenzenlos, obwohl er in seiner Heimat nie in einer Operninszenierung mitwirkte und sein Verhältnis zum damaligen kommunistischen Regime in Bulgarien angespannt war. Der legendäre Basssänger, der mit Franca de Rensis, Tochter seines Mentors, dem Musikkritiker und Autor Raffaelo de Rensis, verheiratet war, starb am 28. Juni 1993 im Alter von 74 Jahren in Rom. Seine sterbliche Hülle wurde nach Sofia überführt, wo dem legendären Sänger in der „Alexander-Newski-Kathedrale“ ein Staatsbegräbnis zuteil wurde.

Im Grunde genommen ist "Na mnogaja leta" ein Gebet um „Wohlergehen des gottesfürchtigen orthodoxen bulgarischen Volkes“, das Gott „auf viele Jahre“ bewahren solle.




Übersetzung und Redaktion: Wladimir Wladimirow

Fotos: Archiv

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