Bulgarisches Start Up am Finale des globalen Wettbewerbs Chivas Venture 2018 in Amsterdam

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Foto: capital.bg

Das bulgarische Start Up NASEKOMO, das eine Technologie für die Umwandlung organischer Abfälle in Protein entwickelt hat, wird Bulgarien am Finale des globalen Wettbewerbs Chivas Venture 2018 in Amsterdam vertreten. NASEKOMO ist der bulgarische Sieger, der um einen Teil der Fördergelder von einer Million US-Dollar für soziale Unternehmen kämpfen wird.

Die Unternehmer Olga und Xavier Marcenak haben seit Jahren an der Entwicklung der Autsorcing- Industrie in Bulgarien gearbeitet bis sie im Mai vergangenen Jahres beschlossen haben, sich mit einem sozialen Projekt zu engagieren. Bei der Erforschung der bestehenden Möglichkeiten kamen sie auf die Idee, mit Insekten zu arbeiten. Wie sich erwiesen hat, sind die Larven der schwarzen Fliege sehr reich an Protein und nach einer Bearbeitung können sie als Futter für die Tierzucht verwendet werden und auf diese Weise die immer knapper werdenden Ressourcen in der Landwirtschaft kompensieren.

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NASEKOMO ist das erste Unternehmen in Osteuropa, das sich der Lösung von zwei Problemen angenommen hat. Wie Olga Marcenac behauptet, wird die steigende Menge organischer Abfälle zu einem Problem, denn beim natürlichen Zerfall bildet sich schädliches Kohlendioxid. Das andere Problem ist die Suche nach neuen Nahrungsquellen für die steigende Weltbevölkerung.

Unsere Grundidee ist, die Larven der schwarzen Fliege, die sich mit organischen Abfällen ernähren und sehr schnell entwickeln, zu nutzen“, erläutert Olga Marcenac. „Als Nahrung für die Larven können zum Beispiel verdorbenes Ost und Gemüse oder die Rückstände aus der Bierindustrie genutzt werden. In ca.3 Wochen erhöhen die Larven ihr Gewicht um das Siebentausendfache und enthalten sehr viel Protein. Das Eiweiß kann dann verarbeitet werden und in der Tierzucht und insbesondere in der Fischindustrie genutzt werden.“

Die schwarzen Fliegen sollen in so genannten Farmen mit etwas höherer Temperatur und Feuchtigkeit als die in unseren Breitengraden üblichen gehalten werden. In einem Betrieb soll die Vermehrung stattfinden. Anschließend sollen die Eier an die Farmen geliefert werden, wo sich die Larven entwickeln können. Das Unternehmen hofft, wenn es einen Teil der Fördergelder in Amsterdam gewinnen sollte, bis Mitte nächsten Jahres die erste funktionierende Fabrik zu eröffnen. „Sollten wir die Finanzierung gewinnen, wird uns das helfen, zur nächsten Etappe – der Automatisierung und Robotisierung des Produktionsprozesses überzugehen“, hofft Olga Marcenac.

Doch auch wenn NASEKOMO nicht dieses Glück hat, wird es nicht aufgeben und nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten suchen, bestätigt die Unternehmerin.

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Die Nutzung von alternativen Proteinen von Insekten ist bislang innerhalb der EU nur für die Fischindustrie erlaubt. Doch das soll sich bald ändern. Es wird erwartet, dass es auch für die Geflügelzucht erlaubt wird. Bis dahin will sich das Start Up auf die Fischindustrie konzentrieren. Konkrete Fischzuchtbetriebe zeigen bereits Interesse und so will NASEKOMO mit Pilotprojekten starten, damit sie die Produkte ausprobieren können.

NASEKOMO will sich als ein Unternehmen mit sozialem Anliegen entwickeln was die Umwelt anbelangt“, bestätigt Olga Marcenac. „Wir werden zur Minderung des organischen Abfalls und somit auch der toxischen Abgase wie Kohlendioxid und Methan beitragen. Andererseits bieten wir eine Alternative zum jetzigen Protein, das in der jetzigen Fischzucht die wilden Fische sind. Auf diese Weise werden wir ihre Nutzung mindern und zur Stabilisierung der Fischökosysteme beitragen.“

Übersetzung: Georgetta Janewa

Fotos: Privatarchiv

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