Bulgarien ehrt am 11. Mai die heiligen Brüder Kyrill und Method

Initiative „Die Rosen Bulgariens” vereint die bulgarischen Sonntagsschulen auf der Welt

Foto: Archiv

Die bulgarischen Sonntagsschulen, die von den Auslandsbulgaren fern der Heimat aufgebaut wurden, atmen in gewisser Weise den Geist der bulgarischen Wiedergeburt. Sie stellen selbständige Gemeinschaften dar, die vom bulgarischen Mutterland unterstützt werden. Mit großem Enthusiasmus, Zeitaufwand und Fleiß versuchen sie den bulgarischen Geist zu bewahren und die Verbindung zur Heimat nicht abreißen zu lassen. Um ihre Tätigkeit zu popularisieren, haben die bulgarischen Sonntagsschulen eine gemeinsame Initiative in Angriff genommen, die sie „Die Rosen Bulgariens” genannt haben. Das bulgarische Ministerium für Bildung und Wissenschaft schlug gemeinsame Feierlichkeiten anlässlich des Tages der heiligen Brüder Kyrill und Method am 11. Mai vor. Das vereinigende Element des Programms ist der traditionelle bulgarische Reigen. Ein solcher Reigen soll auf dem Hauptplatz einer jeden großen Stadt in Europa und der Welt getanzt werden, in der sich eine bulgarische Sonntagsschule befindet. Laut Angaben des Ministeriums werden sich der Initiative nahezu 35.000 Bulgaren aus 43 Staaten auf 5 Kontinenten beteiligen.

Wir haben bereits über 200 Videos erhalten, die zeigen, wie sich die Auslandsbulgaren auf das Fest vorbereiten“, erzählt Denitza Satschewa, stellvertretende Ministerin für Bildung und Wissenschaft. „Wir wollen die Sonntagsschulen unserer Landsleute auf aller Welt der Öffentlichkeit in Bulgarien vorstellen. Es ist den wenigsten Menschen bekannt, dass rund um die Uhr auf 5 Kontinenten in 43 Ländern in 273 Orten fast 30.000 Kinder auf Bulgarisch lesen und schreiben lernen.


Probe in der Schule „Alphabet“ in Dublin


Auf der Welt gibt es insgesamt 328 bulgarische Sonntagsschulen, setzt Denitza Satschewa fort. Am 11. Mai werden unsere Landsleute – Kinder, Eltern, Lehrer und alle, denen die bulgarische Kultur am Herzen liegt, ein und denselben Reigen tanzen, nämlich die „Festsuite“, gespielt vom Volksmusikorchester des Bulgarischen Nationalen Rundfunks. Das wird auf der ganzen Welt geschehen. Am Ende dieser Initiative werden wir alle Videoaufnahmen sammeln und daraus einen Film machen, der die Feststimmung der Bulgaren auf der Welt wiedergeben soll. Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass diesen Schulen eine große Bedeutung zukommt, nicht nur wegen des Erhalts der bulgarischen Identität, sondern auch wegen der Möglichkeit die die Kinder erhalten, nämlich die wichtigsten Fächer auf Bulgarisch zu erlernen und schließlich ein Abschlusszeugnis zu erhalten, so dass sie jederzeit ihre Ausbildung in der Heimat fortsetzen können. In diesen Sonntagsschulen werden die Schüler auch auf die Aufnahmeprüfungen vorbereitet, die sie zu einem Studium an einer bulgarischen Universität berechtigen. Mittels den Sonntagsschulen halten wir die Verbindung zu unseren Landsleuten im Ausland aufrecht und räumen ihnen die Möglichkeit ein, wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Seit dem Schuljahr 2009/10 wurden insgesamt rund 26 Millionen Euro zur Unterstützung für diese Schulen gewährt. Es wird alles unternommen, um die Tätigkeit dieser Sonntagsschulen aufrecht zu erhalten, die maßgeblich zur Bewahrung des bulgarischen Nationalbewusstseins und der bulgarischen Kultur beitragen.


Probe in der Schule „Dr. Petar Beron“ in Prag


Die Vorbereitungen auf den 11. Mai laufen bereits ein halbes Jahr. Den größten Enthusiasmus haben die bulgarischen Schüler in der Ukraine gezeigt. Dort gibt es 64 bulgarische Grundschulen. Die Bulgaren in der Ukraine haben sogar ein eigenes Musiktheater geschaffen. In Wien wiederum wird es neben dem traditionellen Reigen und dem Vortrag von Gedichten auch eine Auszeichnungszeremonie geben. Einen Preis sollen die Sieger des Wettbewerbs „Ich kann auf Bulgarisch lesen und schreiben“ erhalten. In Johannesburg in Südafrika wird ein großes Volksfest stattfinden, auf dem auch Kunsthandwerker und Hobbyköche ihre Erzeugnisse vorstellen werden, an deren Herstellung sich die Kinder der bulgarischen Grundschule „Slantscho“ beteiligt haben. In Montreal in Kanada werden die Zuschauer in den Genuss einer Modenschau mit bulgarischen Volkstrachten kommen. Selbst in Ländern, in denen es keine bulgarischen Sonntagsschulen gibt, wie beispielsweise in Kasachstan und Japan, sollen ebenfalls bulgarische Reigen von Bulgaren getanzt werden, die gern eine solche Sonntagsschule eröffnen würden.


Probe in der Schule „Iwan Stantschow“ in London


Die Idee besteht darin, die Bulgaren und ihre Sprache zu popularisieren und sie nicht hinter den Mauern einer Schule versteckt zu halten, wie es bisher der Fall gewesen ist“, sagt Natalia Michalewska, Leiterin der Abteilung „Bildung für Auslandsbulgaren und Schulnetz“ am Ministerium für Bildung und Wissenschaft.

Die Initiative „Die Rosen Bulgariens” stellt eine Fortsetzung unserer langjährigen Arbeit mit den Bulgaren auf der Welt, ihren Organisationen und Vereinigungen bulgarischer Schulen im Ausland dar. Als wir das Programm „Muttersprache und Heimatkultur im Ausland“ ins Leben riefen, regelten wir im Grunde genommen die Gründung von nahezu 340 Schulen bulgarischer Gemeinschaften in der ganzen Welt. Wir wollen sie popularisieren und den Auslandbulgaren das Gefühl geben, dass sie von den bulgarischen Institutionen unterstützt werden. Unser Ministerium kümmert sich nicht nur um die Finanzierung dieser Einrichtungen – wir helfen auch methodologisch und organisatorisch. Wir wollen, dass mehr über die Bulgaren gesprochen wird. Auch versuchen wir Ausländer für unsere Sache zu gewinnen. Das ist unser ganz konkreter Beitrag für das Europäische Jahr des Kulturerbes.“

Übersetzung und Redaktion: Wladimir Wladimirow

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