Junge Baumeister hauchen alten Häusern neues Leben ein

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Das Dorf Dolen

Junge Architekten und Ingenieure, von ihrer Liebe zu der urtümlichen Schönheit der bulgarischen Häuser aus der Wiedergeburtszeit 18./19. Jh. vereint, suchen nach Jahrhunderte altem Wissen, das von Generation zu Generation von den alten Baumeistern weitergegeben wurde. Sie wollen nicht nur das alte Bauhandwerk wiederbeleben, sondern auch die von der Zeit angeschlagenen Fassaden der alten Häuser wieder zu ihrer ursprünglichen, strahlenden Schönheit verhelfen.

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Spezialisten aus dem Baugewerbe taten sich vor einigen Jahren mit der Idee zusammen, alternative Formen der Bildung zu entwickeln und gründeten den Verein „Mestra“. Traditionelles Wissen und Können sollte an die jüngere Generation übermittelt, das kulturelle Erbe erhalten und popularisiert werden, schrieben sich die Gründungsmitglieder auf ihre Fahnen. Nicht zufällig wählten sie „Meister“ als Namen des Vereins, jedoch nicht allgemeinverständlich, sondern in der Geheimsprache der alten Baumeister, wenn sie von ihren Arbeitgebern nicht verstanden werden wollten.

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Ihre erste Aufgabe führte sie nach Dolen – ein Architekturreservat im Rhodopengebirge. Dort lernten sie die Einheimischen, ihre Lebensweise, Traditionen und die örtlichen Maurermeister kennen, die Naturstein auf Dächern verlegen.

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Alte Handwerksmethoden und Techniken sind durchaus berechtigt und haben ihren Platz in der modernen Welt, sind sich die Vereinsmitglieder sicher, weil sie durch die Jahrhunderte erprobt sind. Außerdem sind die Eigenschaften der Naturmaterialien zu wenig bekannt und deswegen unterschätzt.

Petja Gruewa und Irina Argirowa

Als Architekten und Ingenieure haben wir uns überzeugen können, wie wichtig die Praxis bei der Ausbildung ist, damit man das Material berühren kann“, sagt Architekt Irina Argirowa. „Die Häuser aus der bulgarischen Wiedergeburtszeit sind für das kulturelle Erbe von großer Bedeutung und deshalb ist es wichtig zu wissen, wie sie gebaut wurden. Dieses Handwerk sollte weitergegeben werden. Nur mit diesem Wissen können die alten Häuser richtig restauriert werden. Das wird ihren Inhabern bewusst machen, welchen Reichtum sie besitzen. Und noch etwas. Warum sollten natürliche Materialien nicht beim Bau moderner Häuser zur Anwendung kommen?“, fragt Argirowa.

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In Bulgarien gibt es 15 Architekturreservate. Einzelne, ausgesprochen wertvolle Wiedergeburtshäuser stehen in verschiedenen Dörfern des Landes. Sie verfallen zusehends, sei es, weil niemand mehr darin wohnt oder nicht weiß, wie sie restauriert werden sollen. Doch wer sollte sich um dieses Erbe kümmern – die Besitzer dieser Häuser, die Gemeinden oder der Staat?

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СнимкаDie Sorge um die Restaurierung alter Häuser tragen alle Seiten“, behauptet Ingenieur Petja Gruewa. „Doch wenn die Eigentümer ihre Häuser nicht schätzen, kann nicht vom Staat erwartet werden, dass er hilft. Sie müssen die Hilfe anfordern. Das bedeutet, dass alle Seiten am Prozess der Restaurierung beteiligt sein müssen.“

Die nächste Station der Reise der Vereinsmitglieder von „Mestra“ Ende Juli ist das Dorf Lozen im östlichen Teil des Rhodopengebirges. Das Interesse dort gilt dem Trockenbau in Steinmauern, den Häusern aus Lehm und den Schieferdächern. Das Ziel ist, die für diese Region typische Architektur und die traditionellen Bautechniken zu erkunden und vorzustellen und den Außenputz eines alten authentischen Lehmhauses wiederherzustellen.

Für den August ist das dritte Mal in Folge ein gemeinsames Bildungsprogramm mit dem Freilichtmuseum „Etara“ zum Thema „Typische Architektur im Balkangebirge“ geplant – mit Vorlesungen und einem praktischen Teil. Zum praktischen Teil sind Baumeister eingeladen, die zeigen sollen, wie trocken gemauert, ein Baugerüst aus Holz gebaut oder wie eine Ausfachung angefertigt wird. Zuvor wollen die Vereinsmitglieder jedoch vor Ort im Stara-Planina-Gebirge die alten Bauhandwerke studieren, um das materielle und nichtmaterielle Kulturerbe in neun Dörfern zu dokumentieren. Die erreichten Ergebnisse sollen später in einer Ausstellung zur Schau gestellt werden.

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Übersetzung: Georgetta Janewa

Fotos: meshtrango.com

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