Das Festival „Die Kunst ist…“ vereint weltbekannte Künstler im Bestreben, Kindern und Erwachsenen mit Problemen in Montana zu helfen

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Foto: Privatarchiv

Probleme wie Menschenhandel, die Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen, Gewalt unter Kindern und Heranwachsenden stehen oft im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Diese Themen sind nahezu täglich in den Medien präsent und werfen Fragen auf, die dringend Antworten benötigen. Besonders die Gewalt unter Kindern nimmt besorgniserregende Ausmaße an und regt an, über die Ursachen nachzudenken. Ist es der Wunsch der Kinder Anerkennung bei Freunden und Mitschülern zu ernten, oder wollen sie sich vielmehr durch die Aggression von ihrem Umfeld schützen? Die Diskussion über diese Fragen ist wichtig, doch oft bleiben die Erwachsenen nur unter sich und fragen nicht nach der Meinung der Kinder. Erste Anzeichen, dass sich etwas in dieser Richtung verändert, gibt es dennoch. Die erste Schwalbe ist die Stadt Montana im Nordwesten des Landes, die Heimatstadt von Nelian Nikolowa, die ein Festival ins Leben gerufen hat, das bekannte Rock-, Pop- und Jazzmusiker aus dem In- und Ausland einlädt. Nach den Konzerten besuchen die Musiker die Tagesstätte für Kinder und Erwachsene mit Behinderungen in Montana und sorgen für unvergessliche Stunden, erfüllt mit Musik und Geschichten, die sie gern erzählen.

Durch Kunst sollen Barrieren abgebaut werden, ist das ehrgeizige Ziel von NelianNikolowa. Warum hat sie eigentlich das von ihr ins Leben gerufene Festival „Die Kunst ist…“ getauft?

СнимкаDie Dinge, die ich tue, sollen originell sein, aber auch einen Zweck erfüllen“, betont die junge Sängerin Nelian. Eigentlich fiel mir die Suche nach dem Namen schwer. Ich habe mich eines Tages hingesetzt und wollte darüber nachdenken, nahm ein Blatt Papier und einen Stift zur Hand und schrieb: „Die Kunst ist…“ und begann zu überlegen was Kunst eigentlich bedeutet. Ich hatte gehofft, dass das Wort, das mir einfällt, auch der Name des Festivals sein wird. Schließlich kam ich aber auf den Gedanken, dass es gar nicht nötig ist, dass ich eine Antwort auf die Frage gebe, was Kunst ist. Meine Idee ist schließlich, die Menschen zum Nachdenken zu animieren. Jeder soll für sich entscheiden, was für ihn Kunst bedeutet.

Nelian wird niemals die erste Ausgabe des Festivals 2011 vergessen, auch nicht die Menschen, die ihr geholfen haben, ihren irrsinnigen, aber aufrichtigen Wunsch zu erfüllen und ihren Mitbürgern in Montana zu vermitteln, dass es auch in einer so von der Welt vergessenen Kleinstadt wie Montana es Hoffnung auf Entwicklung und ein gutes Leben gibt.

Das Spektakel wurde „Eine Nacht im Cabaret“ genannt. Aufgetreten sind damals Orlin Pawlow, Dessi Dobrewa, Opernsänger von der Musikhochschule, eine Rockgruppe und ein Symphonieorchester. Diese Show wäre ohne die Unterstützung des Gitarristen der Gruppe BTR Slawtscho Nikolow und seiner Frau gar nicht möglich gewesen, die dem damals  20jährigen Mädchen geholfen haben, seine Idee zu entwickeln und vor der Stadtgemeinde zu vertreten. Das geschah zwei Jahre nach ihrer ersten Begegnung bei einem Wettbewerb in Montana, auf dem Nelian den Preis der Gruppe BTR gewann.

Nachdem Stars wie Joe Lynn Turner von Deep Purple und der Sänger von Axel Rudi Pell, Johnny Gioeli, in Montana aufgetreten sind, gastiert am 7. September Ronnie Romero von Rainbow in der Stadt, übrigens sein einziges Konzert nicht nur in Bulgarien sondern in diesem Teil Europas. Die Emotion und die gute Stimmung sind garantiert. Das Konzert dient dem guten Zweck, Kinder und Erwachsenen mit Problemen zu unterstützen. Der Eintritt ist frei.

Übersetzung: Georgetta Janewa

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