Ram Nath Kovind: Bulgarien und Indien waren schon immer ein Mittelpunkt von Traditionen und VeränderungenДжаз

Foto: BTA

Der indische Präsident Ram Nath Kovind und seine Gattin Savita weilten auf Einladung des bulgarischen Präsidenten Rumen Radew zu einem zweitägigen offiziellen Besuch in Bulgarien. Nach einer 15jährigen Pause was das die erste Visite eines indischen Staatsoberhaupts in unserem Land.

Während ihrer Begegnung am 5. September stellten beide Staatspräsidenten fest, dass die Beziehungen zwischen Bulgarien und Indien auf echte Freundschaft fußen, die eine gute Grundlage für den Aufbau einer modernen Partnerschaft darstelle, die von demokratischen Werten und Engagements gegenüber dem globalen Frieden und der Sicherheit getragen ist. Unterzeichnet wurden eine Reihe von Dokumenten, darunter ein Programm für Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologien für den Zeitraum 2018 – 2021, drei Memoranden für die Bereiche Tourismus, Bildung und Atomenergetik.

Am gleichen Tag hielt Ram Nath Kovind in der Sofioter Universität Kliment Ochridski eine Vorlesung zum Thema „Die Bildung als Instrument für Veränderung und allgemeine Prosperität“. In Indien wird am 5. September der Tag des Lehrers zu Ehren von Doktor Sarvepalli Radharkrishnan begangen, ein namhafter Wissenschaftler und Staatsmann, der 1954 in der Eigenschaft des Vizepräsidenten Bulgarien besucht hat und die Grundlagen für die Beziehungen zwischen Bulgarien und Indien geschaffen hat.

Ich widme meine heutige Ansprache diesem großen Lehrer, dieser Inkarnation der Beziehungen zwischen Bulgarien und Indien“, erklärte der indische Präsident und erinnerte daran, dass die Bildung und das Lernen die tragenden Elemente der nutzbringenden Beziehungen zwischen zwei Völkern sind, Beziehungen, die zweifellos zwischen Bulgarien und Indien existieren. „Historisch betrachtet waren Bulgarien und Indien schon immer ein Mittelpunkt der Traditionen, aber auch der Veränderungen. Unsere Gesellschaften haben ein festes Fundament und eine lange Geschichte. Wir sind auch Inseln der Stabilität in unseren Regionen – auf dem Balkan und im Indischen Ozean. Unseren Völkern, unseren jungen Menschen und den hier anwesenden Studenten kommt die Aufgabe zu, unsere Partnerschaft weiter auszubauen. Unsere Zivilisationen sind alt, die Nationen aber jung. Wir kennen unseren Preis und begreifen unsere Werte. Ein solcher Prozess keimt am erfolgreichsten in den Universitäten auf“, betonte Ram Nath Kovind.

Während der Visite des indischen Präsidenten fand auch ein bulgarisch-indisches Wirtschaftsforum statt, an dem sich 67 Vertreter der indischen Geschäftswelt und 270 bulgarischer Unternehmen beteiligten. Erörtert wurden die Möglichkeiten für bilaterale Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen wie Tourismus, Immobilien, Infrastruktur, Pharmazeutik, Rüstungsindustrie und andere. 

Foto. Albena Besowska

Am 6. September, dem Tag der Vereinigung Bulgariens, haben beide Staatsoberhäupter das Denkmal von Mahatma Ghandi unmittelbar neben der zentralen Allee im Südpark in Sofia eingeweiht. Bulgariens Präsident Rumen Radew begrüßte die Anwesenden zum Nationalfeiertag und unterstrich, dass die Ideen und das Werk von Mahatma Ghandi gut bekannt sind, weil sie universelle Werte enthalten. „Sie halten uns an, besser zu sein, in die Zukunft zu blicken und nach dem Guten für die Welt zu suchen. Die Botschaft für Frieden, gewaltfreies Miteinander und Liebe zwischen den Menschen, seinen Appell, das wir die Veränderung sein sollen, dass das Mitgefühl der beste Weg ist, Konflikte zu lösen macht Ghandi zu einem der größten Denker und Humanisten der Welt“, unterstrich Radew und brachte seine Freude zum Ausdruck, dass an dem bulgarischen Nationalfeiertag Mahatma Ghandi geehrt wird.

Der indische Präsident Ram Nath Kovind vermerkte in seiner Ansprache, dass die Einweihung des Denkmals von Mahatma Ghandi in einem sehr passenden Moment stattfindet, denn am 2. Oktober beginnen die Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag „dieses großen Denkers, der auch „der Vater der Nation“, „Apostel und Verfechter des Friedens und der friedlichen Beilegung von Konflikten in der Welt“ genannt wird, ein Mann, der das politisch Undenkbare in das politisch Unumgängliche verwandelt hat."

Übersetzung: Georgetta Janewa

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