Der Tag des Heiligen Kreuzes

Die orthodoxen Christen begehen am 14. September den Tag der Kreuzerhöhung. In der Orthodoxie heißt das Fest „Allgemeine Erhöhung des Allerheiligsten und lebensspendenden Kreuzes“. Es ist einer der größten christlichen Feiertage und erinnert an die Auffindung des Kreuzes Christi durch die Mutter des römischen Imperators Konstantin – Helena, was im Jahre 326 geschehen sein soll. Sie schickte einen Teil der Kreuzreliquie ihrem Sohn, während das Kreuz selbst in der von Konstantin gestifteten und in Bau befindlichen Grabeskirche aufbewahrt wurde. Neun Jahre später, am 13. September 335, wurde diese Kirche geweiht und das Kreuz allen Anwesenden zur Verehrung gezeigt.

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In Bulgarien wird der Tag der Erhöhung des heiligen Kreuzes, der im Volksmund Kreuztag genannt wird, mit dem sogenannten „Kreuzwald“ in Verbindung gebracht. Diese heilige Ortschaft befindet sich in den Mittleren Rhodopen, etwa 6 Kilometer vom Dorf Borowo entfernt, in der Nähe zum „Krastow Wrach“ (zu Deutsch: Kreuzgipfel), der eine Höhe von 1.413 Meter über dem Meeresspiegel aufweist. Dort wurde 1956 auf den Ruinen einer alten Kapelle das Kloster „Heilige Dreifaltigkeit“ erbaut, wohin jedes Jahr Tausende Gläubige aus dem In- und Ausland pilgern. Снимка

Sie schließen sich in der Nacht zum 14. September dem gemeinsamen Gebet in der Hoffnung auf göttlichen Segen und Genesung an. Es herrscht der Glaube vor, dass an dem Ort, wo das Gebirge ein Kreuz bildet, ein Teil des Heiligen Kreuzes aufbewahrt wird, den Helena ihrem Sohn Konstantin geschickt hat. Ob durch die Kraft des Glaubens oder die tatsächliche Existenz dieser heiligen Reliquie ist diese Gegend für ihre heilenden Kräfte bekannt, die Menschen mit schweren und unheilbaren Krankheiten geholfen haben soll.

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Fest von Silistra

Der 14. September ist auch der Tag der Donaustadt Silistra. Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wählte die Stadtverwaltung den Kreuztag zum Tag der Stadt Silistra. Die Feierlichkeiten in diesem Zusammenhang dauern bis zum 1. Oktober. An diesem Datum wurde vor 70 Jahren der südliche Teil der Dobrudscha erneut an Bulgarien zurückgegeben. Das reiche Programm umfasst Kultur- und Sportveranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen, ein Bierfest und ein Wettschwimmen über die Donau. Hervorzuheben sind das Festival für alte Stadtlieder „Donauerinnerungen“, die Ausstellung „Skulptur und Malerei“ des berühmten Bildhauers Prof. Tschapkanow-Tschapa und Bedig Bedrosjan, die Konzerte des Städtischen Blasorchesters und das Kinderfest „Ich liebe meine Heimatstadt Silistra“.

Prof. Georgi Tschapkanow-Tschapa (in der Mitte), Ehrenbürger von Silistra, ist zur Montage der bildhauerischen Komposition von Bedig Bedrosjan gekommen. Das Werk wurde eigens für den Festtag der Stadt angefertigt.

Anlässlich der Feierlichkeiten ist auch die Ausstellung des Geschichtsmuseums aus Popowo „Die größten Militärmanöver bei Popowo von 1937“ zu sehen, die die von Zar Boris dem III. organisierten Militärübungen präsentiert. Diese Manöver stehen im direkten Zusammenhang mit der Befreiung der Dobrudscha.

Kreuztag und Weinlese

Im bulgarischen Volksglauben gilt der Kreuztag als der Tag, an dem sich die Sonne zum Winter wendet. Der Tag „kreuzigt“ sich mit der Nacht und es tritt die Herbst-Tag-und-Nachgleiche ein. Die Zeit für die Aussaat ist gekommen, die Schäfer verlassen die Hütten in den oberen Gebirgslagen und treiben die Schafe zurück in die Dörfer.

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Die Bauern ernten das Obst und Gemüse und wecken es für den Winter ein. Das Heu wird in die Scheunen gebracht. Am Kreuztag selbst wird keine Arbeit verrichtet. Wer allerdings Weinberge besitzt, sollte mit der Weinlese anfangen. Daher gilt der Tag in vielen Regionen des Landes auch als Weinlesetag. Die Frauen bringen die ersten abgeernteten Weintrauben in die Kirche um sie weihen zu lassen und sie danach an Nachbarn, Freunde und Verwandte mit dem Wunsch nach Gesundheit und Fruchtbarkeit zu verteilen. Die alte Tradition besagt auch, dass nach der Weinernte die jungen Mädels die Weintrauben mit den Füßen stampfen sollten, damit der Wein süffiger wird.

Das Kreuzbrot

Die älteste Frau im Haus bereitet das rituelle Rundbrot, auch Kreuzbrot, genannt, zu. Das Mehl wird im Trog drei Mal gesiebt. Hinzu kommen eine Prise Salz, etwas Zucker, Essig, Natron und lauwarmes Wasser, so dass ein Teig entsteht, der dann zu einem runden Brot geformt, mit einem Kreuz versehen und gebacken wird.

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Für das festliche Mittagessen werden verschiedene fleischlose Speisen mit Hülsenfrüchten und Teigtaschen mit einer Füllung aus Kohl zubereitet. Es wird Kürbis gebacken und zusammen mit Weintrauben und Weizen aus der neuen Ernte auf die Festtafel gestellt. Die Speisen sollten allerdings keine rote Farbe haben.

Nach dem Gottesdienst stellt der Pope das Kirchenkreuz auf einem neu gewebten Tuch auf die Festtafel, segnet das Mahl und das Haus, die Saat und die Felder. Als Dank wird der Pope mit frischem Obst, Gemüse und Weizen beschenkt.

Namenstag haben an diesem großen christlichen Feiertag Krastina, Krastan, Kantscho, Stawri, Kana, Krastena, Krastil, Krastila und Krastilena.

Zusammengestellt: Darina Grigorowa

Übersetzung: Georgetta Janewa

Fotos: BGNES, BTA und Archiv


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