Präsident Radew: Computertechnologien sind eine enorme Verantwortung

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Foto: president.bg

Junge bulgarische Wissenschaftler und Forscher werden seit vielen Jahren vom Staatspräsidenten mit dem „John-Atanasoff-Preis“ geehrt. Diese Tatsache zeigt, dass die bulgarischen Präsidenten ungeachtet ihrer politischen Zugehörigkeit die Meinung teilen, dass Wissenschaft, gesellschaftlich relevante Erfolge und Initiativen Unterstützung und Anerkennung verdienen.

Die Auszeichnung wurde nicht zufällig nach dem namhaften Ingenieur bulgarischer Abstammung John Atanasoff benannt. Er ist der Erfinder des ersten automatischen elektronischen digitalen Computers. Genau wie die Nachwuchswissenschaftler von heute war er einst ein Pionier, der eine völlig neue Welt erschlossen hat. John Atanasoff hat die Welt verändert. Und während früher viel Zeit dafür notwendig war, kann der Durchbruch in der technologischen Welt von heute innerhalb weniger Sekunden erfolgen.

Laut dem Reglement wird der „John-Atanasoff-Preis“ einem einzigen Wissenschaftler zuerkannt. Die restlichen Kandidaten werden für ihre Erfolge auf internationalen Informatikolympiaden, in den Bereichen Computertechnologien und gesellschaftlich relevante Erfindungen etc. mit Urkunden ausgezeichnet. Präsident Rumen Radew betonte während seiner Rede, dass die Auswahl der Laureaten in diesem Jahr besonders schwer war, weil sehr viele Kandidaten für den Preis nominiert waren.

Das stimmt uns stolz und zuversichtlich zugleich. Viele von Euch arbeiten und studieren im Ausland, in unterschiedlichen Instituten, Forschungszentren und –abteilungen. Egal wo Ihr aber auch seid, tut ihr das mit dem Gedanken an Bulgarien und kommt mit den Früchten eurer Arbeit wieder hierher zurück. Ich bin auch von der gesellschaftlichen Relevanz Eurer Studien beeindruckt, weil Computertechnologien und Computerwissenschaften nicht allein ein Fortschrittsmotor sind. Das, was Ihr macht, modelliert zunehmend unsere gesellschaftlichen Beziehungen und das ist eine enorme Verantwortung. Eure Erfindungen tragen nicht nur zur Sicherheit und schnellen Datenverarbeitung bei, ohne die der Staat inzwischen unmöglich funktionieren könnte, sondern bringen auch Bildung, Gesundheitswesen, Umweltschutz, E-Government voran“, unterstrich Präsident Rumen Radew.

Den diesjährigen „John-Atanasoff-Preis“ hat der 34-jährige Dr. Petar Zankow erhalten. Er ist Doktorand in Computerwissenschaften an der „Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich“. Dr. Petar Zankow arbeitet an neuen Methoden zur automatisierten Sicherung innovativer Softwaresysteme, inklusive Smart Contracts, Programme zur Verarbeitung personenbezogener Daten, Computernetzwerke etc. Derart werden innovative Systeme entwickelt, die sowohl in akademischen  Kreisen als auch in der Industrie massenhaft Anwendung finden.

In der Kategorie „Projekte von großer gesellschaftlicher Relevanz“ wurden drei Initiativen ausgezeichnet, darunter „Universität mit offenem Code“, womit die akademische und Karriereentwicklung der Studenten gefördert wird, ohne ihnen nationale und institutionelle Rahmen zu setzen. Eine Urkunde hat auch die Plattform CIVI erhalten, die den bulgarischen Bürgern die Möglichkeit gibt, bei Problemen mit dem Straßenbelag oder dem städtischen Umfeld schnell und unkompliziert signalisieren können. Bislang haben sich über 850.000 User aus ganz Bulgarien eingetragen und es wurden mehr als 80.000 Beschwerden eingereicht. Das dritte Zertifikat in dieser Kategorie ging an das Projekt JAMBA in Unterstützung einer Stiftung, die gleichen Zugang zu Informationen, Bildung und Karriere für Menschen mit Behinderungen sichert. Wie sind seine Autorinnen Joana Kolewa und Iwa Zolowa auf diese Idee gekommen und wie vielen Menschen konnten sie helfen?

Die Idee für diese Plattform wurde vor zwei Jahren geboren. Es ist schwer zu sagen, wie viele Annoncen wir derzeit haben, weil sie ständig erneuert und durch andere ersetzt werden. Bis der Matching-Algorithmus fertig ist, können uns die Kandidaten und Arbeitgeber per E-Mail kontaktieren, damit wir die Informationen im Voraus verarbeiten können. Das wird künftig genau dieser Algorithmus übernehmen. Wir bieten neben Karriereentwicklung auch Aus- und Weiterbildung der Kandidaten in diversen Sphären an, darunter auch in der IT-Branche. Bislang haben wir über 100 Personen ausgebildet, von denen 70 bereits arbeiten“, erklärt Joana Kolewa.

Übersetzung: Rossiza Radulowa

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