Staat will entsprechend dem Bedarf der Wirtschaft Studium stimulieren

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Der Minister für Bildung und Wissenschaft Krassimir Waltschew gab unlängst bekannt, dass sein Ministerium an Novellen zum Gesetz über die Hochschulbildung arbeite, die auch die akademische Selbstverwaltung betreffen werden. Das bisherige Modell sei laut Experten für die 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts geeignet gewesen, doch nunmehr seien „dynamische, verantwortliche und aktive“ Universitäten gefragt. Laut Minister Waltschew würden die akademischen Kreise in Bulgarien in einem „Reservat der Zeitlosigkeit“ leben, was sich ändern müsse.

Minister Krassimir WaltschewEs ist eine Tatsache: In den vergangenen drei Jahren ist die Zahl der immatrikulierten Studenten um 13.000 gesunken. Der Bedarf an Fachleuten kann nicht gedeckt werden und das stellt die Hochschuleinrichtungen in eine prekäre Lage. Am Montag dieser Woche beteiligte sich der Minister für Bildung und Wissenschaft an einem nationalen Forum, das den „Herausforderungen vor den staatlichen Hochschulen in Bulgarien“ gewidmet war. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Gewerkschaft „Hochschulbildung und Wissenschaft“ der Gewerkschaftsvereinigung KNSB, der Wirtschaftsuniversität und der Sofioter Universität „Heiliger Kliment von Ohrid“. Minister Waltschew bestätigte, dass der Bildungshaushalt für kommendes Jahr angehoben wird. Mindestens 200 Millionen Euro sollen zusätzlich in die Grund- und Mittelschulen, Gymnasien sowie Hochschulen und Universitäten einfließen. Ein Großteil der Gelder wird für die Erhöhung der Lehrergehälter verwendet werden. Aber auch außerschulische Beschäftigungen sollen finanziell gefördert werden, wie auch der Zusatzunterricht und die Pausenversorgung der Kinder der unteren Klassenstufen. Die Universitäten werden mit umgerechnet 20 Millionen Euro mehr bedacht werden. Höhere Zuwendungen werde es für die Agrar- und Ingenieurwissenschaften, die Künste und die Medizin geben. Man will ferner bei den jungen Menschen den Wunsch fördern, Mathematik, Physik und Pädagogik zu studieren, da auf dem Arbeitsmarkt ein Bedarf danach vorhanden sei. Es werde sogar darüber nachgedacht, die Studiengebühren für Fachrichtungen zu erlassen, die über einen akuten Mangel an Bewerbern klagen.

Der Akademische Rat unterbreitete den Vorschlag, ein Moratorium über die steigende Zahl der Universitäten im Land zu verhängen. Der Minister für Bildung und Wissenschaft Krassimir Waltschew versprach, dass dieser Vorschlag zusammen mit den Novellen zum Gesetz über die Hochschulbildung ins Parlament eingebracht wird. Minister Waltschew betonte aber auf eine Journalistenfrage hin, dass „beide Systeme – das der staatlichen und der privaten Hochschuleinrichtungen gekoppelt ist. Falls wir eine Zulassungsbeschränkung für die staatlichen Hochschuleinrichtungen einführen, wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Zahl der Studienkandidaten für die privaten Hochschuleinrichtungen steigen. Es stellt sich berechtigt die Frage, ob der Staat in seinem Wunsch, die Aufnahme von Studenten entsprechend der Nachfrage des Arbeitsmarktes zu regulieren, zureichend triftige Gründe hat, die Aufnahme von Studenten an den privaten Hochschuleinrichtungen zu beeinflussen?

Übersetzung und Redaktion: Wladimir Wladimirow

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