Mahatma Gandhi wird mit „Vaishnav Jan To“ weltweit geehrt

Die Teilnahme der bulgarischen Sängerin Diana Dafowa am internationalen Projekt

Foto: Archiv

Ein guter Mensch ist jener, der den Schmerz der Anderen fühlt, den Armen hilft, der nicht erlaubt, dass sein Stolz sein Bewusstsein erobert…Er wird niemals eine Lüge aussprechen…In seinem Bewußtsein existieren alle Religionen friedlich nebeneinander…So lautet der bulgarische Text der bekannten Hymne „Vaishnav Jan To“, die im 15. Jh. der Poet Narsimha Mehta geschrieben hat.

Ein guter Mensch lautet die freie Übersetzung von Vaishnav – ein Mensch, der Vishnu, dem Höchsten im Hinduismus ergeben ist. Mahatma Gandhi soll dieses Lied besonders geliebt und es am Anfang eines jeden Tages gesungen haben.

2019 feiert Indien den 150. Geburtstag des Vaters der Nation. Die Feierlichkeiten dazu haben schon begonnen. Dazu gehört auch das internationale Projekt „Vaishnav Jan To“, eine Art Fortsetzung der Ideen und des Werks von Mahatma Gandhi, initiiert von der indischen Regierung. Viele bekannte Sänger aus der ganzen Welt wurden eingeladen, sich daran zu beteiligen. Bulgarien wird von Diana Dafowa vertreten. Wie sie selbst erzählt hat, war die größte Herausforderung für sie, das Lied in der Sprache Gujarati zu singen.

Das bulgarische Arrangement sollte sich an das Original halten, aber auch bulgarische Motive enthalten und so haben wir sehr erfolgreich die Hirtenflöte implementiert, die von Nedjalko Nedjalkow gespielt wird“, erzählt die Sängerin und fügt hinzu, dass das Lied von Danail Draganow arrangiert wurde, mit dem sie eine 20jährige Zusammenarbeit verbindet. 


Im Videoclip sind emblematische Plätze Bulgariens zu sehen – die Altstadt von Plowdiw mit ihren typischen Häusern aus der Wiedergeburtszeit und das Antike Theater, das Rila-Kloster, die so genannten Augen Gottes in der Prochodna-Hölle und viele andere. Die visuelle und gesangstechnische Interpretation hält Diana Dafowa für gelungen. Sie ist bereits auf einer Plattform der indischen Regierung, die dem Jahrestag Gandhis gewidmet ist und in verschiedenen  sozialen Netzwerken. 

Vor einigen Tagen habe ich einen rührenden Dankesbrief von der indischen Außenministerin  Sushma Swaraj für meine Teilnahme am Projekt erhalten, das nicht nur die Verbindungen zwischen den Kulturen stärkt, sondern auch das Werk des großen Mahatma Gandhi fortsetzt, insbesondere seine Ideen für Frieden und eine gewaltfreie Welt“, unterstreicht Diana Dafowa und fügt hinzu, dass die Einladung der indischen Regierung an sie, sich dem Projekt anzuschließen, in einem Augenblick kam, in dem sie an ihrem eigenen globalen Projekt „Eine Welt in Harmonie“ gearbeitet hat. Ihr Lied Purification ist ein Teil davon.

Die Botschaften, die ich durch meine Musik und das gleichnamige Spektakel in die Welt schicken möchte, sind Vereinigung, Leben in Harmonie, Toleranz, zwischenmenschliche Liebe. Darin sind indische Motive enthalten, die Texte sind auf Englisch, Hindi, Sanskrit, einzelne Phrasen sind in Pali.“

Diana Dafowa ist Autor und Produzent dieses internationalen Projekts. Die Texte stammen von einem englischen Dichter. Das Anliegen war, die Vielfältigkeit der indischen Kultur mit Elementen der europäischen Tradition zu präsentieren. Das Video zeigt bekannte Tempel und Regionen Indiens. Nachdem Diana Dafowa das Projekt in Sofia vorgestellt hat, wurde sie von der indischen Botschafterin in Sofia, Pudscha Kapur eingeladen, das Lieblingslied von Mahatma Gandhi zu singen.

Der Videoclip hat auch bulgarische Untertitel. Die indische Botschaft plant, anlässlich des 150. Geburtstages von Gandhi in verschiedenen Teilen des Landes Feierlichkeiten zu organisieren und dort das Lied zu spielen.

Am Ende des Videoklips ist ein bekannter Gedanke Mahatma Gandhis zu lesen: „Wenn sich mehrere Menschen lieben, wird die Welt ein viel besserer Ort zum Leben sein“.

Ich glaube, dass wir alle das tief in unserem Herzen wissen, doch diesen Gedanken in der Praxis anzuwenden, fällt uns schwer“, sagt Diana Dafowa und wünscht, dass wir trotz unserer verschiedenen nationalen Identität und Religion uns in dieser Richtung bemühen sollten.

Übersetzung: Georgetta Janewa

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