Plowdiw in Erwartung der Krone für die Europäische Kulturhauptstadt


Mit einem grandiosen Spektakel, an dem sich 1500 Artisten beteiligen werden, will Plowdiw am 12. Januar offiziell den Start für sein Programm als Europäische Kulturhauptstadt 2019 geben. In den kommenden Monaten wird die Stadt Gastgeber von mehr als 300 Projekten und 500 Events sein. Partner der antiken bulgarischen Stadt wird das italienische Matera sein, eine ebenso alte Stadt mit einer interessanten Architektur, in der Mel Gibson seinen Film „Die Passion Christi“ gedreht hat.

Die Vorbereitungen auf die Gastgeberschaft von Plowdiw sind weitgehend abgeschlossen. „Es ist uns gelungen, ein perfektes Team zusammenzustellen, das während der Vorbereitung auf die Kandidatur und der Realisierung der Projekte gewachsen ist“, freut sich in einem Interview für den BNR der Bürgermeister der Stadt Iwan Totew und berichtet, dass der Enthusiasmus die Einwohner der Stadt ergriffen hat und es 1000 freiwillige Helfer gebe. Der Bürgermeister bestätigte auch, dass die Bau- und Renovierungsarbeiten an wichtigen Objekten, die mit den Feierlichkeiten zusammenhängen, weitgehend abgeschlossen wurden. Momentan werde an der großen überdimensionalen Bühne gebaut, auf der die Eröffnung stattfinden werde.

Wir haben mehr als 700 Delegationen und Gäste, die ihre Teilnahme an der Eröffnungsveranstaltung bestätigt habe. Es ist ein sehr wichtiges Ereignis für uns“, unterstreicht Iwan Totew, der darauf hinweist, dass die zahlreichen Reportagen, Interviews und Berichte der Stadt Plowdiw zu einer ungeheuren Popularität verholfen haben. „Es ist weit mehr als das, was sich Plowdiw an Werbung hätte leisten können“, gibt der Bürgermeister zu. „Allein im letzten Monat sind bei CNN und anderen Sendern viele Berichte gesendet worden, so dass das Interesse bereits geweckt wurde. Ich hoffe auf einen erfolgreichen Auftakt am 12. Januar.

Nach Ansicht der Europäischen Kommission gibt die Wahl einer Stadt zur Europäischen Kulturhauptstadt ihr die Möglichkeit, sich zu verändern und auf sich Aufmerksamkeit zu machen. Sie hat die Möglichkeit, mehr Touristen anzulocken und ihre weitere Entwicklung durch das Prisma der Kultur zu betrachten. Es werden langanhaltende soziale, kulturelle aber auch wirtschaftliche Effekte erwartet. Das bestätigt auch der Bürgermeister von Plowdiw Iwan Totew.

Praktisch begann alles ab dem Augenblick, in dem Plowdiw zur Europäischen Kulturhauptstadt 2019 erklärt wurde, sich zu verändern. Jedes Jahr verzeichnen wir mehr Übernachtungen als im Jahr davor. Innerhalb von 5 Jahren, von 2011 bis 2016, hat sich die Zahl der Übernachtungen verdoppelt. Die einstigen 240.000 Übernachtungen sind 500.000 geworden, Tendenz steigend“, freut sich Totew.

Laut dem Bürgermeister seien die Stadtbesuche die eine Seite der Medaille, die andere sei das Image. Plowdiw sei noch interessanter für Investoren geworden. Es wurden viele Büroräume und Betriebe gebaut. Die Kultur und das neue Geschäftsklima haben dazu beigetragen, dass die Menschen gern in der Stadt wohnen. Einige Analysten bezeichnen Plowdiw aus ökonomischer Sicht sogar als „den Tiger Bulgariens“.

Auch die Partnerschaft mit der antiken italienischen Stadt Matera hat zahlreiche positive Effekte. „Allein die Tatsache, dass wir Partner einer italienischen Stadt sind, erhöht den Mehrwert unseres Projekts“, erklärt Iwan Totew. Doch kann sich Plowdiw und die Hilfe, die die Stadt für ihr Kulturprogramm erhalten hat, mit dieser der italienischen Stadt messen in Anbetracht der verschiedenen finanziellen Möglichkeiten Bulgariens und Italiens?

Der italienische Staat ist in Punkto Kultur ein Vorbild. Unsere Möglichkeiten sind natürlich bescheidener“, antwortet der Bürgermeister von Plowdiw, räumt aber ein, dass das Budget der Stadt dem Budget anderer europäischer Städte vergleichbarer Größe entspreche. „Natürlich sind wir weit entfernt von den Haushalten, die Städte wie Manchester, Liverpool oder Marseille gehabt haben, als sie Europäische Kulturhauptstädte waren. Doch mit einem Partner wie Matera können wir durchaus sehenswerte Events schaffen. Ich möchte damit sagen, dass die Unterstützung für uns keinesfalls geringer ist als die Unterstützung, die Matera zuteilwird, obwohl Italien, Italien ist“, so der Bürgermeister von Plowdiw Iwan Totew.



Zusammengestellt von: Weneta Pawlowa

Übersetzung: Georgetta Janewa

Fotos: plovdiv2019.eu und BGNES

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