Nina Nikolina singt alte Lieder neu

Nina Nikolina hat in gleich vier Stilrichtungen Erfolge алс Sängerin verbucht – Folklore, Ethnomusik, Pop und Latino. Sie hat die Nationale Kunstschule „Panajot Pipkow“ in Plewen in der Fachrichtung Folkloregesang und Kontrabass absolviert und lernte später sie an der Akademie für Musik-, Tanz- und bildende Kunst in Plowdiw, wie man einen Volkschor und ein Orchester dirigiert. Dort hat sie auch Musikpädagogik studiert. Nina Nikolina hat mittlerweile zehn Alben herausgebracht. Sie hat die bulgarische Kultur und Volksmusik auf zahlreichen internationalen Folklorefestivals präsentiert und eine Reihe Aufnahmen mit emblematischen Künstlern und „singenden Schauspielern“ gemacht.

Ihr Debüt als Schauspielerin war im  Film „König der Belgier“  (King of the Belgians) – einer Koproduktion  von Belgien, den Niederlanden und Bulgarien. Darin schlüpft Nina Nikolina in die rolle der bulgarischen Volksliedsängerin Anna, die das Herz des belgischen Königs erobert. Nachdem der Film internationale Anerkennung erlangt hat, spielte Nina Nikolina 2018 auf Einladung der Regisseure auch in seiner Fortsetzung „Der barfüßige Kaiser“ (The Barefoot Emperor), zusammen mit Geraldine Chaplin.

Am 8. Februar stellt Nina Nikolina auf der Bühne des „Sofia Life Club“ ihr neues Konzertprogramm vor. Zusammen mit Kalin Weljow (Schlagzeug), Martin Taschew (Trompete und Vokal), Jassen Weltschew (Tasteninstrumente) und Tanja Parwanowa (Vokal) wird sie mit bulgarischen Volksliedern in der Ethno- Jazz-Version aufwarten. „Jeder Musiker bringt etwas aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt in die Darbietung ein. Jeder von ihnen ist mit einer unterschiedlichen Folklore in Berührung gekommen, die ihn beeindruckt hat. Es werden auch Instrumente aus Brasilien und Kuba zum Einsatz kommen. Und Martin wird mit seiner Stimme Improvisationen in die Darbietung einflechten, die aus Marokko und Afrika stammen“, sagt Nina Nikolina und weiter:

 


Ich habe lange von diesem neuen Projekt geträumt, es aber immer wieder verschoben, weil andere Sachen zu Ende gebracht werden mussten. Das Repertoire besteht aus alten Liedern, die neu gesungen werden. Es handelt sich dabei um beliebte Volkslieder, die nicht nur ich, sondern auch andere Interpreten in Jazz- oder Ethno-Arrangements bereits gesungen haben. So ist dieser Mix entstanden. Neben bekannten Liedern werden aber auch solche erklingen, die ich nie gesungen habe und nach denen ich im Laufe langer Jahre gesucht habe. Während des Konzerts werde ich auch Legenden erzählen, die mit diesen Liedern verbunden sind. Wir tragen aber auch humoristische Lieder aus der Schopen-Region vor, die einer Übersetzung bedürfen, weil nicht jeder diesen Dialekt versteht. Es zeichnet sich ein schönes und buntes Programm ab“, verspricht Nina Nikolina.

Sie sagt, dass sie mit der bulgarischen Folklore aufgewachsen ist:

Meine Mutter ist der Musiker in unserem Haus. Sie ist Dirigentin eines Volkschors. Von klein auf höre ich Volkslieder und bin von Volkstrachten umgeben. Und ich habe sie immer sehr gemocht. Meine Mutter hat mir einen guten Musikgeschmack anerzogen. Volkslieder sollte man professionell angehen. Sie hat mir diese Ästhetik beigebracht. Folklore kann auch anders und sehr distinguiert klingen. So kann sie auch die Herzen der jungen Leute erreichen. Dieses Projekt wird sie bestimmt ansprechen, weil es ihnen nah ist“, sagt Nina Nikolina.

Was die Musikkultur der heutigen Jugendlichen angeht, meint sie:

Die Musikkultur der neuen Generation hängt mit der Zeit zusammen, in der wir leben. Es gibt überall Informationen, jeder kann das hören, was ihn interessiert. Meiner Ansicht nach ist die Erziehung in der Familie sehr wichtig. Falls die Eltern ihren Kindern beibringen, ins Kino, ins Theater und zu Konzerten zu gehen und ihnen ans Herz legen, still zu sein und zuzuhören, dann werden die Kids mit der Zeit begreifen, dass Kunst Nahrung für die Seele ist“, sagt Nina Nikolina.

Sie hofft, dass die neuen Versionen der alten Volkslieder es bis in einige europäische Städte und vielleicht auch nach Übersee schaffen. Ihrer Auffassung nach könnten sie nicht nur für die Bulgaren im Ausland, sondern auch für deren Freunde dort interessant sein.

Übersetzung: Rossiza Radulowa

Fotos: Privatarchiv

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