Ehewoche in Bulgarien – noch ein Grund, um die Beziehungen in der Familie in den Fokus zu rücken

Die Woche der Ehe wird in Bulgarien das achte Jahr in Folge begangen. Sie feiert den beständigen Bund zwischen Mann und Frau, schreiben die Organisatoren der Initiative, die im Rahmen der Internationalen Ehewoche vom 7. bis zum 14. Februar in mindestens 26 Ländern der Welt veranstaltet wird.

Der Großteil der Bulgaren misst der Ehe weiterhin einen großen Wert bei. Das geht aus einer kürzlich vorgenommenen Meinungsumfrage hervor. 53 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Leute in Bulgarien heiraten sollten, während 37 Prozent der gegenteiligen Meinung sind. Wenn man sich eine langfristige Beziehung wünscht, dann ist die Ehe die beste Wahl dafür, belegen Studien. Angaben von Eurostat zufolge bildete Bulgarien 2013 das Schlusslicht in Europa in puncto Heiratszahlen. 2017 ist unser Land aber um mehrere Plätze nach vorn gerückt, da in den letzten sechs Jahren die Eheschließungen um 35 Prozent zugelegt haben. Und das sorgt für frischen Wind in den Segeln der Organisatoren der Nationalen Ehewoche. Die Statistik zeigt, dass unverheiratete Paare weniger zusammenbleiben als verheiratete. Lebenspartnerschaften dauern im Durchschnitt 2 bis 3 Jahre, während Ehepartner durchschnittlich 16 Jahre zusammen verbringen. Das liegt sicherlich auch daran, dass man mit der Heirat eine gezielte Entscheidung trifft.

Wenn zwei Menschen beschließen, einfach zusammenzuziehen, tun sie das aus unterschiedlichen Gründen und mit der Einstellung, dass das etwas Vorübergehendes ist. Derart können Jahre vergehen. Wenn man eine Entscheidung getroffen und auch verkündet hat, neigt man eher dazu, sich auch daran zu halten. Ausdruck dieser Entscheidung sind die Unterschrift auf dem Standesamt, die Trauzeugen und die Hochzeitfeier, die diesen Entschluss öffentlich untermauern“, sagt Michaela Dschorgowa, Koordinatorin des Teams, das die Initiative in Bulgarien organisiert.

Die Ehewoche soll Menschen aus unterschiedlichen Sphären, darunter Eheberater, Kirchenvertreter, Geschäftsleute und Vertreter von NGOs animieren, auch etwas zur Festigung der Ehe und Familie beizutragen. Ich freue mich, dass viele sich Leute damit engagiert haben. In Sofia wird es viele Events, romantische Abende und Konzerte geben, die die Paare daran erinnern sollen, dass sie in ihre Ehe investieren, etwas Neues lernen, besser miteinander kommunizieren sollten. Unser Anliegen ist es zu zeigen, dass die Ehe und die Gründung einer Familie sich lohnen. Die Zeit, die man seinem Partner und seinen Kindern widmet und die ganzen Mühen sind eine Investition, die sich auszahlt. Oft geben wir uns im Alltag nicht ausreichend Mühe und die negative Folge sind Scheidungen, alleinerziehende Eltern, wirtschaftliche Verschuldung. Das alles passiert, weil das Bedürfnis nach Nähe, Unterstützung, gegenseitigem Vertrauen und Liebe in der Partnerschaft nicht befriedigt wurde. Studien aus aller Welt zeigen, dass Paare, die enge Beziehungen unterhalten und verheiratet sind, länger leben, sich einer guten Gesundheit erfreuen und als Ganzes zufriedener mit ihrem Leben sind. Die Ehe steigert nachweislich die Lebensqualität, das emotionale, körperliche und finanzielle Wohlbefinden. Aus diesem Grund sind die Herausforderungen, vor die wir die Ehepartner in diesem Jahr stellen darauf gerichtet, ihre Liebe und Freundschaft zu vertiefen“, sagt Michaela Dschorgowa.

Die Ehewoche setzt auf Prävention, betont sie. Einerseits soll sie den Ehepartnern in Erinnerung rufen, warum sie sich ineinander verliebt und füreinander entschieden haben. Andererseits soll sie ihr Verständnis dafür schärfen, was sie tun sollten, um ihre Liebe lebendig zu halten.

Jeder kann unseren elektronischen Newsletter erhalten. Außerdem warten wir jeden Morgen vom 7. bis zum 14. Februar mit einer Challange und Anregungen für die Pärchen auf, welche Schritte sie konkret gehen müssen, um mehr Nähe, Vertrauen und Verbundenheit aufzubauen und Konflikten vorzubeugen. Es wird auch praktische Ratschläge von Experten geben, die ebenfalls hilfreich sein können. Die Ehewoche veranlasst Eheleute, aus der täglichen Routine auszubrechen, ihre Ehe in den Fokus zu rücken und sich zu vergegenwärtigen, dass der Mensch an ihrer Seite keine Selbstverständlichkeit ist und Aufmerksamkeit und Verständnis braucht und verdient“, unterstreicht Michaela Dschorgowa.

Richard und Maria Kane

In Unterstützung der Ehewoche in Bulgarien sind die Initiatoren der Kampagne – Familie Richard und Maria Kane aus Großbritannien – zu Gast in unserem Land. Während ihres Treffens mit dem bulgarischen Publikum haben sie ihre persönliche Familienstory erzählt und auch die Gründe beleuchtet, die sie vor 23 Jahren dazu animiert haben, die Woche der Ehe auch außerhalb ihrer Heimat zu popularisieren.

Übersetzung: Rossiza Radulowa

Fotos: Privatarchiv

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