Minko Lambov über das Shaka Zulu Orchestra und eine „klassische“ Premiere

Foto: Privatarchiv

Am 14. Februar werden die Besucher der hauptstädtischen Bulgaria-Saals das Konzert für Violine und Orchester des Gegenwartskomponisten Minko Lambov in der Interpretation des Geigers Svetlin Roussev hören. Begleitet wird der bulgarische Virtuose, der Konzertmeister des „Orchestre de la Suisse Romande“ und des „Orchestre Philharmonique de Radio-France“ ist, von der Sofioter Philharmonie unter der Leitung des finnischen Dirigenten Sasha Mäkilä. Es wird die bulgarische Premiere dieses Werkes sein, das seine Uraufführung in Russland erlebt hat.

Minko Lambov komponiert Werke in den verschiedensten Genres und ist international als Leiter des „Shaka Zulu Orchestra“ bekannt. Vor einigen Monaten erhielt das Debütalbum der Gruppe „Ethnopuzzlology“ einen Preis der internationalen Wertung für neue Musik – „Akademia Music Awards“ in Los Angeles. Den Liebhabern der Ethno-Jazz-Experimente ist Minko Lambov auch von anderen Formationen her bekannt. Vor einigen Jahren erntete seine Pop-Oper „Der Fischer und seine Seele“ viel Beifall.

Ich entstamme einer Musikerfamilie – mein Vater ist Komponist, Dirigent und Pianist und meine Mutter – Klavierlehrerin; meine Schwester ist ihrerseits ebenfalls Pianistin; ferner war auch mein Großvater Musiker“, erzählte uns Minko Lambov. „Nach einer Ausbildung an der Nationalen Musikschule in Sofia in den Fächern Oboe und Klavier, habe ich an der hauptstädtischen Musikakademie Klavier und Komposition studiert. Momentan mache ich meinen Magister in Orchesterleitung bei Georgi Dimitrow an der Neuen bulgarischen Universität. Es gibt zwei Dinge, die mir im Leben am wichtigsten sind – das sind die Musik und meine Familie. Meine erste ernstzunehmende Jazz-Gruppe hieß „Brainstorm“ mit Dimitar Liolev (Saxophon), Jordan Jonchev – Gamzata (Trompete) u.a. Nennen will ich auch ein interessantes Ethno-Jazz-Projekt, das sich „Ikadem“ nannte, jedoch nicht lange existierte. Meine größte Liebe gilt dem „Shaka Zulu Orchestra“, das bislang auch mein erfolgreichstes Projekt ist. Im vergangenen Jahr gaben wir unser Debütalbum heraus, obwohl die Gruppe bereits seit 10 Jahren besteht. Dieses Album wurde hoch bewertet und erhielt den „Akademia Music Awards“ für das beste Funk-Fusion-Album des Jahres 2018. Der Gruppe gehören 13 Musiker an. Alle haben den gleichen Musikgeschmack. Mit einigen der Musiker arbeite ich schon seit der Schulzeit zusammen. Das Projekt ist wirklich einzigartig und stellt die bulgarische Volksmusik auf sehr verschiedene Weise vor. Man lädt uns aber selten zu Festivals in Bulgarien ein, was vielleicht daran liegt, dass unser Orchester recht groß ist. Ich denke aber, dass sich nach unserem Preis der angesehenen amerikanischen Rangliste die Dinge ändern und wir auch zuhause Anerkennung finden. In der Musik von „Shaka Zulu“ klingt die Folklore Bulgariens und der Türkei an und wir haben sogar ein Stück nach einem koptischen Lied – ein Stück das 30 Jahre nach der Geburt Christi komponiert wurde. Mit eingeflochten werden afro-kubanische Motive, indische Musik, europäische Klassik und Jazz. Die andere Richtung, in der ich arbeite, bilden die klassische Musik und der Jazz. Ich bemühe mich, die klassische Form beizubehalten und die Stücke weiterzuentwickeln, indem ich verschiedene Rhythmen, Betonungen u.a. verwende.


Eines der jüngsten Werke von Minko Lambov im Bereich der „ernsten Musik“ ist das Konzert für Violine und Orchester, dessen Uraufführung Ende 2017 in der russischen Stadt Kostroma stattfand.

Die Einladung seitens Russlands erhielt ich dank der Kontakte meines Vaters, der Gastdirigent des Symphonieorchesters des Verwaltungsbezirk Kostroma ist“, sagte uns darüber Minko Lambov. „In eines der Konzertprogramme hatte er eine Suite aus meinem Ballett „Sturm“ nach Alexander Ostrowski aufgenommen. Dem Publikum, wie auch der Orchesterleitung gefiel das Stück und so begann unsere Zusammenarbeit. Das Violinkonzert habe ich speziell für den anerkannten bulgarischen Geiger Svetlin Roussev komponiert und ist ihm auch gewidmet.  Anfang 2018 haben wir es mit dem Symphonieorchester des Bulgarischen Nationalen Rundfunks aufgenommen.


Mit „Shaka Zulu“  wurden wir zum Internationalen Festival für symphonische Musik in Kostroma eingeladen. Dort werden wir Titel aus dem prämierten Album, jedoch mit einem Symphonieorchester vorstellen, wie wir das bereits in Sofia gemacht haben. Unter meinen neuen Werken ist das Kindermusical „Die wilden Schwäne“. Es ist fertig; momentan suchen wir nach Mitteln, um es inszenieren und die jüngsten Zuschauer und Zuhörer erfreuen zu können.“

Übersetzung und Redaktion: Wladimir Wladimirow

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