Kandidaten aller Wirtschaftszweige kämpften um den Preis „Investor des Jahres 2018“

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Insgesamt 16 Unternehmen schafften es in diesem Jahr, in das Finale des Wettbewerbs „Investor des Jahres“ zu kommen. Es hatten sich über 90 Firmen aus allen Wirtschaftszweigen beworben, darunter auch aus den Informationstechnologien, der Gesundheitsfürsorge und der Wissenschaft. Nach welchen Kriterien wurde ausgesiebt? Womit können Investitionen gewonnen werden? Mit diesen Fragen wandten wir uns an Stamen Janew, Geschäftsführer der Bulgarischen Investitionsagentur, die den Ausscheid veranstaltet.

Die Kriterien, nach denen unter den Kandidaten für den Preis „Investor des Jahres“ ausgewählt wurde, sind: Umfang der Investition, Eröffnung neuer Arbeitsplätze, Öffentlichkeitsbeitrag, Standort, Investitionsbedeutung sowie soziale Auswirkungen. Das Geschäftsklima in Bulgarien ist sehr positiv. Immer mehr heimische Unternehmen expandieren, während das Interesse der ausländischen Investoren stetig steigt. Alle Bedingungen, die der bulgarische Staat bietet, wie politische und Wirtschaftsstabilität, geostrategische Präsenz, begabte Nachwuchskräfte und gleichzeitig ein gutes Steuersystem sowie eine Reihe von Fördermaßnahmen, zeitigen Ergebnisse, die in einer Verdopplung der Zahl der Investitionsprojekte im Vergleich zu 2017 ihren Ausdruck finden.“

Dieses Wachstum sei laut Janew besonders in den Bereichen des Automobilbaus, der Logistik, des Transportwesens und der IT-Technologien signifikant. Einer der wichtigen Preise ist der in der Kategorie „Investitionen in die Humanressourcen“. Ausgezeichnet wurde das Unternehmen „Visteon Electronics“, das Fahrzeugelektronik der Spitzenklasse herstellt. Kunden sind führende Automobilbauer in den USA, Deutschland, Japan und Korea. Der Direktor des Unternehmens, Iwan Michajlow, meinte, dass den Investitionen in die Menschen eine Schlüsselbedeutung zukomme, da sie die „Botschafter des Unternehmens vor dessen Kunden“ seien.

Ein großes Interesse weckte ferner der Preis in der Kategorie „Start Up“, der einem Unternehmen zuerkannt wurde, das neue Wirkstoffe zur Behandlung von Krebs-, neurologischen, Herz-Kreislauf- und seltenen Erkrankungen entwickelt.

Das Unternehmen „MiCar Innovations“ investiert seit drei Jahren in die Entwicklung neuer Medikamentenmoleküle“, informierte Dimitar Dimitrow, Hauptgeschäftsführer der Firma. „Unsere Ausrichtung ist klar – Endverbraucher sind die großen Arzneimittelhersteller. Für uns ist wichtig, den Nutzen dieser Wirkstoffe vor einem der großen Medikamentenkonzerne zu beweisen und sie zu lizenzieren, damit diese dann erworben und die Forschungen an den Medikamenten fortgesetzt werden.

Momentan bietet das Unternehmen zehn neue Wirkstoffe an, deren Effektivität derzeit noch erforscht wird. Am Aussichtsreichsten erscheinen die Wirkstoffe gegen chronische Schmerzen, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Melasma, die klinische Tests durchlaufen müssen. 

Die Firma, die den Preis als Start-Up-Unternehmen des Jahres erhielt, hatte am Tag der Preisverleihung eine Präsentation ihrer Tätigkeit innerhalb einer Diskussion zum künstlichen Intellekt und seine Anwendung bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe in der Pharmazie auf einem Biotechnologie-Forum in Basel in der Schweiz. Daran nahmen alle bedeutenden Arzneimittelhersteller teil, was neue Kontakte und eine künftige Zusammenarbeit begünstigt.

Während der Zeremonie wurden ferner die Preise in den Kategorien „Investition auf der grünen Wiese“ und „Investitionen für Expansion“, wie auch an die erfolgreichste Gemeinde verliehen. Als solche wurde die Stadt Wraza in Nordwestbulgarien ausgewählt. Die dortige Gemeindeverwaltung bemüht sich redlich, die Stadt in eine attraktive Destination für Investitionen zu verwandeln. Drei große Investoren haben Wraza als Standort für ihre Produktion gewählt; mit zwei weiteren laufen noch Gespräche.

Als „Investor Nr. 1“ für 2018 wurde die internationale Einzelhandelskette für Haushaltsgegenstände und Einrichtungen JUSK prämiert. Die Unternehmensgeschichte beginnt 1979 mit der Eröffnung eines Fachgeschäfts für Schlafzimmereinrichtungen im dänischen Aarhus. Heute verfügt die Firma über mehr als 2.700 Geschäften in 51 Ländern der Welt, darunter auch Bulgarien. Mit Gesamtinvestitionen in Höhe von 200 Millionen Lewa (ca. 102,3 Mill. Euro) und 300 eröffneten Arbeitsplätzen untermauerte JUSK das Ansehen Bulgariens als guter Investitionsstandort in Europa.

Übersetzung und Redaktion: Wladimir Wladimirow

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