Das kritische und kreative Denken als Barriere vor Cyber-Gefahren

Maria Gabriel und Wim Wenders

Der weltberühmte Filmemacher Wim Wenders weilte als Botschafter der Kampagne #SaferInternet4EU in Sofia. Mit Schülern des Englischgymnasiums „Thomas Jefferson“ diskutierte er über zwei Stunden lang über die Gefahren im Internet und wie sie zu umgehen sind.

Sofia wurde neben Berlin für die Kampagne gewählt, weil es hier sehr viele intelligente und kreative junge Menschen gibt, die der Zukunft Bulgariens und Europas Hoffnung geben“, erklärte die Sofioter Bürgermeisterin Jordanka Fandakowa, die ebenfalls anwesend war.

Wim Wenders, Maria Gabriel und Jordanka Fandakowa

Es sei wichtiger denn je, dass die Bildung die jungen Menschen dabei unterstützt, kritischer zu sein, die falschen von den echten Informationen zu unterscheiden, sich dabei aber auch bewusst zu sein, dass die neuen Technologien Chancen für Kreativität und Entwicklung geben, erklärte die bulgarische EU-Kommissarin für digitale Wirtschaft Maria Gabriel.

Die neuen Technologien geben den jungen Menschen und der Gesellschaft Chancen, doch sie bringen auch viele Gefahren mit sich wie beispielsweise das Cyber-Mobbing“, warnte Maria Gabriel und begründete so die Notwendigkeit von Informationskampagnen. „Ich freue mich, dass wir heute gemeinsam mit Wim Wenders aus Sofia einen Apell richten können, das Internet zu einem Raum zu machen, in dem wir uns mit Hochachtung begegnen. Das kann gelernt und verteidigt werden“, unterstreicht Maria Gabriel und fügt hinzu, dass die jungen Menschen nicht tatenlos zusehen dürfen, wenn sie Zeugen von Mobbing oder anderen Belästigungen und Gefahren werden.

Die Kampagne wird seit ein Jahr geführt und hat 30 Millionen Menschen in Europa erreicht. Daran beteiligen sich 15 000 Schulen aus verschiedenen Staaten.

Vor dem Hintergrund der neuen Technologien bleibt die Menschlichkeit, die beispielsweise in den Filmen vom Wim Wenders gezeigt wird, oft im Hintergrund. Deshalb ist es gut, das europäische Kino zu kennen, weil es Teil unserer Geschichte und Identität ist“, unterstreicht Maria Gabriel.

Wim Wenders selbst behauptet, dass das schönste am Filmemachen die Nutzung einer Universalsprache sei, die für alle Menschen verständlich ist.

In der neuen Ära müssen die jungen Europäer wissen, was sie aus der Vergangenheit mitnehmen und von der Zukunft erwarten können“, sagte der Regisseur und fügte hinzu, dass es höchste Zeit ist den jungen Menschen beizubringen unterscheiden zu können, was in der digitalen Welt Wahrheit und was Fake ist.

Alexandra Skerowa von der 10. Klasse, deren Lieblingsfilm „Der Himmel über Berlin ist“, betonte, dass die Cyber-Sicherheit auch eine Frage der persönlichen Aktivität eines jeden Schülers ist. Er selbst sollte sich für die Risiken im Internet interessieren und für die Möglichkeiten wie man sich davor schützen kann.

Alexandra Skerowa

Viele User geben sich im Netz als das aus, was sie nicht sind und man muss auf der Hut sein. Ich selbst gebe Unbekannten keinen Zugang zu persönlichen Daten“, sagt Alexandra und fügt hinzu, dass an ihrer Schule oft mit Lehrern und Psychologen über das Thema Cyber-Sicherheit gesprochen wird.

Das nächste Treffen des bekannten Regisseurs mit dem bulgarischen Publikum wird am 10. April bei der Vorstellung des Dokumentarfilms über Papst Franziskus sein.

Über die Papst-Visite in Bulgarien sagte Wim Wenders, dass den Bulgaren ein Treffen mit einem bemerkenswerten Menschen bevorsteht, der zu den wichtigsten Persönlichkeiten unserer Zeit gehört. Wenders hat seinem Film nicht zufällig den Titel: "Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes" gegeben. „Der Papst ist ein Mann, der seine Predigten lebt“, unterstreicht der große Filmemacher Wim Wenders.

Übersetzung: Georgetta Janewa

Fotos: BGNES und Gergana Mantschewa

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