Volkstanzchoreografin Irinka Gotschewa aus Chicago ist Bulgarin des Jahres 2018

Foto: BGNES

Das zehnte Jahr in Folge vergab die Staatliche Agentur für die Auslandsbulgaren den Preis „Bulgarin des Jahres“. Für die Auszeichnung auf den Namen der orthodoxen Neo-Märtyrerin Zlata vom Meglen, die als Schutzheilige der Bulgaren im Ausland verehrt wird, wurden 5 Bulgarinnen für ihren Beitrag zum Erhalt und zur Verbreitung der bulgarischen Sprache, Kultur und Traditionen nominiert: die Gründerin der bulgarisch-kolumbianischen Organisation „Alianza“ Doris Hernandez-Dukowa aus Bogota, die künstlerische Leiterin des Tanzensembles „Horo“ an der bulgarischen Schule „John Atanasoff“ in Chicago Irinka Gotschewa, die Opernsängerin und Mitglied des Klubs der bulgarischen Frauen und Familien in Hamburg Ljudmila Georgiewa, die Leiterin der bulgarischen Schule in Budapest Swetla Kjosewa und die Oberstudiendirektorin des Bolgrader Gymnasiums „Georgi S. Rakowski“ in der Ukraine Sneschana Skoritsch. Und der diesjährige Preis „Bulgarin des Jahres“ ging an Irinka Gotschewa.

Der bulgarische Generalkonsul in Chicago, Iwan Antschew, bezeichnet Irinka Gotschewa als eine der führenden Persönlichkeiten der bulgarischen Gemeinschaft in Chicago und im Mittleren Westen der USA. Und in der Tat ist sie eine Frau mit außergewöhnlicher Ausstrahlung. Wenn sie einen Dudelsack oder eine Hirtenflöte hört, schlägt ihr Herz höher und nichts mehr kann sie aufhalten – sie springt auf und beginnt zu tanzen. Das ist ihr Leben – eine ständige Bewegung. Schon mehr als 15 Jahre lang leitet Irinka Gotschewa eines der größten bulgarischen Tanzensembles in Nordamerika, das Tanzensemble „Horo“ an der bulgarischen Schule „John Atanasoff“ in Chicago. Ihr zu verdanken sind die professionellen choreografischen Kompositionen, mit denen sich die Tänzer des Ensembles an allen wichtigen Veranstaltungen, die von der bulgarischen Gemeinschaft in Chicago und der Region organisiert werden, sowie an vielen internationalen Festivals in den USA und Kanada beteiligen. Seit kurzem übt sie ihre pädagogischen Fähigkeiten als Choreografin auch in Florida aus, wo sie Folklore an der bulgarischen Schule in Sarasota unterrichtet.

Die Volkslieder, Tänze und Bräuche sind unsere Identität, jene sichtbaren oder unsichtbaren Fäden der bulgarischen DNA, die uns über alle Meere und Kontinenten verbinden und die auf eine besondere Weise mit unserem Glauben verwandt sind“, sagte Bulgariens Vizepräsidentin Ilijana Jotowa in ihrem Grußwort an die Preisträgerin, die die Auszeichnung mit riesiger Aufregung entgegennahm.

Diese Auszeichnung ist für mich eine hohe Ehre, die ich nicht als persönlicher Erfolg annehme, sondern mit allen um mich herum teilen will – mit meiner Familie und der gesamten bulgarischen Gemeinschaft in Chicago. Dieser Preis ist Anerkennung und gleichzeitig Ansporn für mich, mit der gleichen Begeisterung und Verantwortung weiterhin die Menschen zu vermehren, die die bulgarische Folklore, Tänze und Bräuche mögen, und die bulgarische Tradition zu bewahren“, sagte Irinka Gotschewa bei der Preisverleihung in Sofia.

Das von ihr gegründete Tanzensemble „Horo“ besteht seit nunmehr 16 Jahren. Den Anfang setzt sie zusammen mit ihrem Ehemann Todor Gotschew und nur noch fünf Enthusiasten und jetzt zählt die ständige Gruppe rund 70 Tänzer im Alter von 5 bis 55 Jahre.

Der bulgarische Reigen ist für mich wie Opiat. Dieser Tanz ist das, was uns in der Vergangenheit festgehalten hat. Und heutzutage brauchen wir alle in diesem Ensemble – Alt und Jung – zusammen zu sein und uns an den Händen zu halten, um nicht zu vergessen, woher wir kommen und wo unsere Wurzeln liegen. Der bulgarische Tanz und die bulgarische Musik geben mich und uns allen die nötige Kraft, als Auswanderer weiterleben zu können. Denn das Leben im Ausland ist nicht einfach. Und mit diesem Ensemble haben wir dort ein kleines Bulgarien geschaffen und das ist wunderbar“, sagte „Bulgarin des Jahres 2018“ Irinka Gotschewa abschließend.

Übersetzung und Redaktion: Mihail Dimitrov

mehr aus dieser Rubrik…

„Lactobacillus bulgaricus“ herrscht in den Rhodopen

In der Welt gibt es die verschiedensten Produkte, die auf der Milchsäuregärung basieren, doch die ältesten Traditionen gibt es in Bulgarien. Nicht zufällig heißt das Bakterium, das zur Joghurt-Herstellung verwendet wird, Lactobacillus bulgaricus...

veröffentlicht am 21.09.19 um 13:35

„Dorf zu verleihen“ verjüngt Dolni Wadin

Seit bereits vier Jahren leihen die Bewohner des Dorfes Dolni Wadin ihren Ort für einige geteilte Worte, Erlebnisse und ein Hauch Leben aus. Versunken in ihrer Einsamkeit und schwermütigen Tagen, warten sie mit Ungeduld auf die Stunden, in denen..

veröffentlicht am 20.09.19 um 11:26

Innovative Lehrer wollen mit viel Liebe die „Zukunft Bulgariens“ formieren

Zu Beginn des neuen Schuljahres sind die Reformen in der bulgarischen Bildung und die administrativen Neuheiten in den bulgarischen Schulen in aller Munde. Parallel zum elektronischen Tagebuch und das interaktive Klassenzimmer, über die einige..

veröffentlicht am 18.09.19 um 16:26