Wettbewerbsfähige Gehälter und Entwicklungspotential in den Unternehmen motivieren Bulgaren zur Rückkehr in die Heimat

Der Trend geht dahin, dass sich Zahl der diplomierten Bulgaren, die im Ausland arbeiten und jener, die sich nach einem Job in Bulgarien umschauen, die Waage hält. Das ist das Fazit der Organisatoren des Forums „Career Hive” („Karriere-Bienenstock“), die sich zum Ziel gesetzt haben, zurückkehrenden Bulgaren bei der Jobsuche behilflich zu sein. Inoffiziellen Informationen zufolge leben derzeit ca. 2 Millionen Bulgaren im Ausland. Viele würden gern zurückkehren, sind sich aber nicht sicher, dass sie hier eine erfolgreiche Karriere haben können. Aus diesem Grund versucht die Organisation „Tuk-Tam“ („Hier-Dort“), die dieses Karriereforum ins Leben gerufen hat, unsere Landsleute aus aller Welt zu konsolidieren und jenen, die sich in der Heimat niederlassen wollen, zu helfen. Die Plattform „Career Hive” ist eine natürliche Fortsetzung des Forums „Karriere in Bulgarien. Warum nicht?“, das im Laufe von zwölf Jahren zwischen jungen Bulgaren mit Auslandserfahrungen und Arbeitgebern in Bulgarien vermittelt hat.   
Gülsever Sali ist erst kürzlich nach einem erfolgreich abgeschlossenen einjährigen EU-Recht-Praktikum in den Niederlanden nach Bulgarien zurückgekehrt. Ihr fällt auf, dass der Lebensstandard ihrer Kollegen, die in Westeuropa arbeiten und die gleiche Fachbildung haben, im Vergleich zu Bulgarien spürbar höher ist. Dessen ungeachtet hat sie sich zur Rückkehr nach Bulgarien entschlossen, weil sie daran glaubt, dass unser Land jungen und gebildeten Landsleuten gute Perspektiven bieten kann.
„Als ich aus den Niederlanden nach Sofia gekommen bin habe ich sofort den besseren Empfang seitens der Firmen hier bemerkt. Eine Ausbildung im Ausland bietet neue und bessere Möglichkeiten bei der Jobsuche“, ist Gülsever Sali überzeugt. „Ein ausländischer Studienabschluss und Auslandserfarhungen bringen viele Vorteile mit sich, egal in welchem Fachgebiet. Ich denke, dass ich das arbeiten kann, was ich mir wünsche und kann meinerseits mit meinen Erfahrungen und Kenntnisse von Nutzen sein. Eines der größten Probleme für die jungen Leute in Bulgarien ist es, eine Arbeit zu finden, die ihrer Bildung entspricht. Die modernen Technologien entwickeln sich sehr schnell, doch hierzulande ist es schwierig eine Universität zu finden, die ein Studium in vielversprechenden Fächern offeriert, die in Zukunft sehr gefragt sein werden. Das ist der Grund, warum die Jugendlichen sich für ein Studium in anderen europäischen Ländern oder in den USA entscheiden. Das wichtigste nach ihrem Abschluss dort ist es aber, dass sie die Heimat lieben und den Wunsch haben zurückzukehren. Gebildete und motivierte junge Leute werden mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen den bulgarischen Arbeitsmarkt bereichern. Wir sollten daran glauben, dass alles von uns selbst abhängt, anstatt zu hoffen, dass sich jemand anders um unsere Zukunft kümmern wird.“
Gut gebildete, motivierte und aktive Menschen können inzwischen damit rechnen, dass sie in Bulgarien genauso gut bezahlt werden wie ihre Kollegen in entwickelten europäischen Ländern. „Große multinationale Unternehmen richten hier ihre Vertretungen ein. Sie kommen nicht etwa wegen den billigen Arbeitskräften her, sondern weil sie ihre Tätigkeit ausbauen und das Potential haben, perspektivreiche und gutbezahlte Stellen anzubieten“, sagt Miroslaw Milkow, Teamleiter in einem der größten Technologieunternehmen, die junge Leute in Bulgarien anheuern.
„Wir selbst haben großes Interesse an Bulgaren, die aus dem Ausland zurückkehren. Wenn sie sich bei uns bewerben, sehen wir ihr großes Potential und ihren Sachverstand. Die größten Chancen, schnell einen Job zu finden, haben jene Kandidaten, die genau wissen, was sie suchen und die bereit sind, sich weiter zu bilden und zu entwickeln, die Teamgeist und den Wunsch mitbringen, in einem multinationalen Unternehmen aufzusteigen. Immer öfter begegnen wir hier solchen hoch motivierten und gut gebildeten jungen Leuten. Man kann gleich sehen, dass sie bereits vor Beginn ihres Studiums, egal ob in Bulgarien oder im Ausland, das Fach, das sie interessiert und in dem sie sich entwickeln wollen, ganz bewusst und präzise gewählt haben“, so Miroslaw Milkow.
 
Übersetzung: Rossiza Radulowa

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