Die bulgarischen Lehrer im Ausland – moderne Förderer und Aufklärer

Foto: @bsrodnarech

Die bulgarischen Sonntagsschulen im Ausland sind im bulgarischen Bildungssystem ein echtes Phänomen. Sie erinnern am meisten an jene Bulgaren aus der Bulgarischen Wiedergeburtszeit 18./19. Jh., die sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln  für die Erhaltung der bulgarischen Sprache, Folklore und Kultur eingesetzt haben, um sie an die nächsten Generationen weiterzugeben. Auf die gleiche Weise versuchen heute Hunderte bulgarische Familien im Ausland, das kulturelle Erbe Bulgariens und insbesondere die Sprache an ihre Kinder weiterzugeben, die in einem fremden Umfeld groß werden. Die lebendige Verbindung mit der Heimat sind die Sonntagsschulen, die von Organisationen der Auslandsbulgaren, Botschaften, Konsulaten oder orthodoxen Gemeinschaften in der ganzen Welt gegründet wurden.

Die ersten bulgarischen Schulen außerhalb der Landesgrenzen entstanden 1945 in Prag, Bratislava und Budapest und wurden von bulgarischen Gärtnern ins Leben gerufen. In den letzten Jahren gibt es einen regelrechten Boom von Schulen, Lehrgängen für bulgarische Sprache, Musik und Gesang sowie Tanzkursen, auf denen bulgarische Volkstänze gelehrt werden. Inzwischen gibt es 335 solcher Schulen in 50 Staaten, die durch spezielle Programme des bulgarischen Bildungsministeriums gefördert werden.

Diese Schulen sind nicht nur Orte für die Pflege der bulgarischen Sprache und Kultur unter den jungen Bulgaren. Sie tragen auch zur Popularisierung der bulgarischen Sprache im Ausland bei“, unterstreicht Natalia Michalewska, Direktorin der Direktion „Bildung der Bulgaren im Ausland“ beim Bildungsministerium. 

„In den bulgarischen Sonntagsschulen arbeiten nicht einfach Lehrer. Es sind Bulgaren, die stark mit ihrer Heimat verbunden sind und ihre Heimatliebe und alles Bulgarische an die bulgarischen Kinder im Ausland weitergeben möchten. Sie üben in der Regel andere Berufe aus und unterrichten in ihrer Freizeit. Mit ihrem Charisma haben sie es geschafft, nicht nur die Eltern zu überzeugen, ihre Kinder zur Sonntagsschule zu bringen, die oft weit entfernt ist, sondern auch die Kinder selbst für den Unterricht zu begeistern, denn die Schule ist keine Pflicht, die Ausbildung ist fakultativ. Diese Lehrer verstehen es, Kinder und Eltern zu motivieren, sie sind sehr kreativ und wenden innovative Methoden an, die dem örtlichen Bildungssystem entlehnt sind und vereinen sie mit den bulgarischen Traditionen in der Bildung.“

Durch die Änderung seiner Regeln möchte das Bulgarische Bildungsministerium junge Bulgaren, die im Ausland leben, dazu bewegen, sich künftig für eine Ausbildung in Bulgarien zu entscheiden. Ein Schritt in dieser Richtung ist die Möglichkeit, dass jeder, der das Zertifikat für die gute Beherrschung der bulgarischen Sprache (B2) erlangt hat,  berechtigt ist, ohne die Reifeprüfung in Bulgarisch abzulegen sich an bulgarischen Hochschulen und Universitäten zu bewerben.

Das bulgarische Bildungsministerium bemüht sich nicht nur um die Finanzierung der Unterrichtsstunden in Bulgarisch, Geschichte und Geografie Bulgariens, sondern auch der außerschulischen Arbeit, die mit der bulgarischen Folklore und Kultur zusammenhängt, erläutert Natalia Michalewska und fügt hinzu, dass spezielle Lehrprogramme ausgearbeitet wurden, so dass die Kenntnisse in Bulgarisch zertifiziert werden können.

Wir setzen uns dafür ein, dass die über 40 000 jungen Bulgaren von der 1.-12. Klasse im Ausland nicht nur vor Ort eine bulgarische Sonntagsschule besuchen können, sondern in den Fällen, in denen das nicht möglich ist, auch eine Ausbildung aus der Distanz per Internet erhalten können.

Übersetzung: Georgetta Janewa

Fotos: @bsrodnarech

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