Bulgarien beteiligt sich an das Kunstfestival Artmandu in Nepal

Die Installation, die der bulgarische Künstler Slaw Nedew in Nepal vorstellen wird, soll eine Kleinstadt aus Abfallcontainer darstellen.
Foto: Privatarchiv
Vom 25. November bis 21. Dezember findet in Katmandu das größte Kunstfestival in Nepal statt. Ziel der Veranstaltung ist, Künstler aus aller Welt an einem Ort zu vereinen, um ihre Weltansichten auszutauschen und ihre Einstellung über den Klimawandel künstlerisch zum Ausdruck zu bringen. Das Thema dieses Jahr lautet "Erde, Körper, Bewusstsein". Unser Land wird von dem Künstler Slaw Nedew vertreten.

© Foto: slavnedev.weebly.com

"Ich habe im Internet eine Information über das Festival gelesen", erzählt er. "Das Umweltthema beschäftigt mich auch, deswegen habe ich mich beworben und wurde dann zur Teilnahme eingeladen. Etwa 70 Künstler aus aller Welt sind dieses Jahr vertreten. Die Installation, die ich zeigen werde, hat mit den Abfällen zu tun und passt zum Thema des Festivals. "Biotop" ist noch im Projektstadium, ich will eine Kleinstadt aus Abfallcontainer auf dem Platz vor der Nationalgalerie in Sofia bauen, die etwa zwei Wochen dort bleibt. Sie wird auch eigene Straßen haben, auf denen die Menschen laufen werden können. Es ist kein leichtes Vorhaben und es erfordert viel arbeit. Ich denke, dass die Botschaften eines Künstlers sehr klar sein müssen, damit sie auch verstanden werden. Ich habe das Zentrum der Stadt für das Projekt gewählt, damit möglichst viele Bürger die Installation auch erleben können. Das ist meiner Meinung nach ein Thema, das in allen Ländern aktuell ist. In Katmandu werde ich dann nur eine 3D-Visualisierung der Installation zeigen. Sie hat eine sehr surrealistische Wirkung. Ich will dadurch die Welt auf dieses sehr wichtiges Problem aufmerksam machen."


© Foto: Privatarchiv

Die Vorstellung der Installation von Slaw Nedew in Nepal wird von einer kurzen Filmvorführung über das Projekt "Biotop" begleitet. In seinem künstlerischen Schaffen durchlief Slaw Nedew verschiedene Etappen. Zunächst studierte er die Kunst des Ikonenmalens. Während dessen interessiert er sich für Philosophie, Psychologie und Geschichte. Die Musik, die Literatur und die Natur geben ihm weitere Idee für seine künstlerische Entwicklung. In seinem früheren Schaffen malt er vor allem Bilder und Zeichnungen. Später werden seine Werke abstrakt und expressiv und bedienen sich verschiedenen Stilmitteln.

"Ich arbeite zur Zeit an einer Reihe von drei Ölbildern, die den Titel "Posturbane Visionen" tragen", erzählt Slaw Nedew weiter. "Es ist ein langer Prozess, aber ich hoffe eines Tages eine ganze Ausstellung zu diesem Thema machen zu können. Die meisten Bilder stellen Architekturperspektiven in einer urbanen Umgebung dar. In dieser Vision von mir werden die Menschen nur als Silhouetten dargestellt. Ich stelle mir die Zukunft der Städte nur als Architektur vor, die Menschen haben sie bereits verlassen und nur die Schatten ihrer ehemaliger Bewohner irren herum."

Übersetzung: Milkana Dehler