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veröffentlicht Donnerstag, 7. Juni 2012 15:51
Radio Bulgarien Kultur

9. internationales Festival der orthodoxen Musik in Pomorie 

© Foto: Archiv

In der bulgarischen Schwarzmeerstadt Pomorie findet vom 7. bis zum 11. Juni das jährliche Internationale Festival der orthodoxen Musik "Hl. Gottesmutter" statt. Seit seiner Gründung 2004 kommen zu diesem Ereignis verschiedene Interpreten, zahlreiche Gruppen, Ikonenmaler und Vortragende aus der orthodoxen Welt. Für dieses Forum sind kulturelle Vielfalt und hohe künstlerische Qualität typisch. Deswegen wächst auch der Strom der Teilnehmer und ihre Zahl überschritt in den letzten zwei Jahren ein Tausend. Das Festival entstand dank des Komponisten Georgi Popow, der die Stadt Pomorie als Zentrum für orthodoxe Interpreten aus der ganzen Welt vorschlug. Vater Iwan Stojkow von der Kirche in Pomorie und die Dirigentin des Chores der Stadt Jordanka Tudscharowa unterstützen diese Initiative mit Freude.

"Unsere Idee war ein internationales Forum zu schaffen, bei dem Musiker von allen Enden der Welt ihre Kunst präsentieren können", berichtet die Direktorin des Festivals Eliza Christowa. "Die Bedingung ist, dass sie sich auf orthodoxe Kirchenmusik beschränken. Einzigartig bei diesem Festival ist, dass hier alle Stile der orthodoxen Musik zusammenkommen. Bei dieser Musik gibt es zwei Haupttraditionen: einstimmige Musik, die von der byzantinischen geistigen Kultur abstammt und die vielstimmige orthodoxe Musik, die vor allem von der russischen orthodoxen Kirche vertreten wird. Bei uns wird in der Alexander-Newski-Kathedrale in Sofia seit ihrer Erbauung traditionell russische orthodoxe Musik dargeboten. Interessant ist, dass in Bulgarien, das auf einem Kreuzweg liegt, beide Traditionen akzeptiert werden. Bei uns besteht seit unserer Wiedergeburtszeit und bis heute Interesse für den vielstimmigen Gesang und die Gottesdienste kombinieren gegenwärtig bei uns beide Traditionen. Das wiederum führt zum Reichtum und der Entwicklung unserer orthodoxen Kultur. Gerade das Miteinander dieser zwei unterschiedlichen Traditionen bewegte uns, verschiedene Kategorien beim Festival einzuführen: Kirchechöre für vielstimmige Musik, für einstimmigen östlichen Kirchengesang und für weltliche Chöre, die nur Kirchenmusik darbieten. Ab dem zweiten Jahr bauen die Veranstalter - die Gemeinde Pomorie, der Metropolit von Sliwen und die Jugendvereinigung "Bulgarien", während des Festivals offene Bühnen in der Stadt auf. Jede Gruppe kann auf diesen Bühnen frei auch weltliche Programme und regionale originelle Werke darbieten. Alles das belebt die Stadt zusätzlich und macht sie zu einem Magneten für Musikfreunde."

Das Festival zieht Interpreten und Freunde der orthodoxen Musik aus allen Teilen der Welt an. Dieses Jahr kommen neben den Vertretern von Weißrussland, Russland, Griechenland, Mazedonien, Polen, Serbien, Rumänien und der Ukraine auch Chöre aus Holland und Deutschland. Unser Land ist durch den akademischen Chor "Gaudemus" aus der südbulgarischen Stadt Plowdiw, dem Chor der Diözese von Wraza, dem Chor bei der Kirche "Heilige Dreifaltigkeit" und dem Blindenchor "Petko Stajnow" vertreten. Es gibt traditionell viele Klangkörper aus Russland mit gut gewählter Musik. In diesem Jahr gibt es auch zwei Chöre aus Griechenland, die vielstimmige und einstimmige byzantinische Musik darbieten. Das wird nach den Worten von Eliza Christowa wirklich ein interessanter Akzent sein, weil die Gruppen aus Griechenland bisher nur traditionelle byzantinische Musik vorgetragen haben.

"Die orthodoxe Musik ist ein großer Reichtum, der leider von den Menschen zu wenig gekannt wird. Unser Ziel ist es deswegen, diese Musik und Kultur zu popularisieren. In der Kirchenmusik gibt es den Morgen- und Abendgottesdienst und die heilige Liturgie, oder die Taufe und die Trauung. Daneben gibt es in der orthodoxen Musik die sog. geistigen Lieder. Sie haben einen freieren nichtkanonisierten Text zum Verhältnis von Mensch und Gott. Dabei werden auch Musikinstrumente eingesetzt. Das ist eine Musik, die nicht für die Kirche bestimmt ist, sondern eher die Gefühle des Menschen zum Ausdruck bringt. Wir haben in diesem Jahr Gruppen aus nichtorthodoxen Ländern - Deutschland und Holland, aber sie haben bulgarische Dirigentinnen. Wir haben eine Auswahlkommission, die sich die Chöre anhört, bevor sie zum Festival kommen. Sie wurde von ihrer Präzision bei der Interpretation der orthodoxen Musik stark beeindruckt. Zum Festivalprogramm gehört Musik von bulgarischen, russischen und ukrainischen Komponisten."

Das Interesse für die orthodoxe Kultur nimmt in Westeuropa zu. So, wie unsere Interpreten religiöse Musik von Bach und Händel darbieten, so spielen in den letzten Jahren immer mehr Musiker in der katholischen und protestantischen Welt orthodoxe Musik.

Übersetzung: Vladimir Daskalov

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