Bis zum 3. Juni findet im Kulturpalast in Sofia die traditionelle Frühlingsausgabe der Buchmesse statt, an der sich über 80 Aussteller beteiligen. Unter den ausländischen Gästen der Veranstaltung ist auch der in Argentinien geborene Autor und Psychotherapeut Jorge Bucay, dessen Bücher wahre Bestseller sind. Bucay weilt zum dritten Jahr in Folge in Bulgarien, um seinen bulgarischen Fans das Buch „El camino de las lagrimas“ – zu Deutsch „Der Weg der Tränen“ vorzustellen. Am 30. Mai trifft er sich mit Bücherfreunden aus der bulgarischen Schwarzmeerstadt Warna, am 31. Mai können ihn die Bücherratten in Sofia live erleben.
Geladen ist auch die serbische Schriftstellerin, Dramaturgin und Regisseurin Vida Ognjenović, die zu den namhaftesten Dissidenten aus Slobodan Miloševićs Zeiten gehört. Sie ist Botschafter der Republik Serbien in Dänemark und Vizevorsitzende der Demokratischen Partei, die sie seinerzeit gegründet hat. In Sofia hat sie bereits ihren Roman „Ehebrecher“ präsentiert. Auch die russische Journalistin Natalia Geworkjan hat sich mit ihren bulgarischen Fans getroffen. Sie lebt und arbeitet seit Jahren in Paris, da sie in ihrer Heimat Probleme mit den Behörden hat. In Bulgarien stellte sie ihr Buch „Hodorkowski. Eine Autobiographie“ vor, an dem der russische Oligarch als Mitautor mitgewirkt hat.
© Foto: BGNES
Ein weiterer Teilnehmer an der Buchmesse in Sofia ist Fergal Tobin, der Präsident des Europäischen Verleger-Verbandes FEP. Letztes Jahr hat er die Besorgnis der FEP darüber geäußert, dass die Zahl der Analphabeten in unserem Land steigt und darauf bestanden, dringende Maßnahmen zu ergreifen, um die Krise im Verlagswesen in Bulgarien zu überwinden. Vielleicht steht auch deshalb in diesem Jahr auf seinem Programm ein Treffen mit der stellvertretenden Bildungsministerin Bulgariens Milena Damjanowa. Im Mittelpunkt ihrer Unterredung soll unter anderem die Bekämpfung des Analphabetentums und die Teilnahme am internationalen Seminar Arrow Plus stehen. Zudem will Fergal Tobin in der Journalistenfakultät in Sofia eine Vorlesung halten.
Am 30. Mai ist die Premiere der ersten bulgarischen Ausgabe des weltbekannten Literaturjournals Granta, welches 1989 von Studenten an der University Of Cambrigde ins Leben gerufen wurde. Chefredakteur der bulgarischen Zeitschrift ist Swetlosar Schelew vom Verlag „Siela“ und zum Redaktionsteam gehören namhafte Autoren wie Ilija Trojanow, Georgi Gospodinow, Ani Ilkow, Alek Popow und Angel Igow. Sie haben sich vorgenommen, in der bulgarischen Ausgabe der Granta 60 Prozent des Inhalts vom Originaljournal zu übernehmen, die restlichen 40 Prozent sollen der bulgarischen Literatur der Gegenwart gewidmet sein.
Übersetzung: Rossiza Radulowa