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veröffentlicht Dienstag, 17. Januar 2012 16:31
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"Die Nachmittagsstunden des trägen Liebhabers" – dеr zweite Erzählband von Dimiter Ganew 

"Die Nachmittagsstunden des trägen Liebhabers" – unter diesem Titel erschien letzte Woche das zweite Erzählband von Dimiter Ganew. Es enthält 16 Kurzgeschichten, die von der Kunst der Verführung handeln. Die heimische Literaturkritik ist hin und weg von Dimiter Ganew – der gerade mal 19jährige hat sich jedoch sehr früh für das Schreiben entschieden. Er wuchs in einer Mathematiker-Familie auf, hatte aber mit den Zahlen nicht viel am Hut. Und so entschloss er sich bereits mit elf Jahren, zu schreiben.

"Das war eine lustige Geschichte", erinnert sich Dimiter Ganew. "Mit meinem damaligen besten Freund dachten wir uns immer wieder neue Herausforderungen aus, um die Zeit zu vertreiben. Ich wollte Comics-Geschichten schreiben und die passenden Bilder dazu malen. Das fand mein Freund nicht so toll, weil er angeblich die gleiche Idee hätte. Daraufhin kündigte ich an, statt Comics-Geschichten gleich ein Buch schreiben zu wollen. Es begann mit einer Kurzgeschichte, die ich für meinen Alter ganz gut fand. Dieser Meinung waren wohl auch meine Lehrer, weil diese Kurzgeschichte in der Schülerzeitung veröffentlicht und mehrfach ausgezeichnet wurde", erzählt der 19jährige Autor.

Dabei blieb es nicht. Es folgten mehr Erzählungen und noch mehr Preise. Mit 16 hatte Dimiter Ganew etliche Literaturwettbewerbe gewonnen. 2008 gab er auch seinen ersten Erzählband heraus, genannt "Unpersönliche Geschichten".

Darüber spricht der Autor nur ungern, weil er meint, sich seitdem stark verändert zu haben. Er sei heute erwachsener. Seine Leser finden aber, dass die "Unpersönlichen Geschichten" gar nicht so misslungen sind – das Buch ist ausverkauft.

Ob auch die "Nachmittagsstunden des trägen Liebhabers" das gleiche Schicksal haben werden?

"Das Wort `Liebhaber` benutze ich im Sinne von jemandem, der im Leben verliebt ist", erläutert der junge Buchaustor. "Mein Liebhaber liebt das Leben und deshalb ist der Buchtitel doppeldeutig. Das ist so gewollt. Was ich besonders interessant finde, ist der Dialog, weil er ausschließlich authentisch ist. Ich kann mir den genauen Verlauf eines jeden Gesprächs merken und wiedergeben. Man sagt mir, das sei für einen Schriftsteller besonders wertvoll. Als Leser mag ich die Ehrlichkeit der Literatur besonders gern", sagt Dimiter Ganew.

Dimiter Ganew hat eines der Eliteschulen in Sofia absolviert – das deutschsprachige Gymnasium "Konstantin Galabow". Momentan studiert er in Wien Englische und amerikanische Literatur, und "Theater, Kino und Medien". Nebenbei jobbt er als Journalist für die dreisprachige Online-Ausgabe "public-republic.com". Er hat schon immer gern geschrieben und dabei will er auch bleiben.

"Es hat mich selbst überrascht, aber momentan schreibe ich Gedichte", sagt der junge Autor. "Das kam plötzlich, obwohl ich schon immer sehr gern Poesie gelesen habe. Ich habe mir fest vorgenommen, nur dann zu schreiben, wenn ich das innere Bedürfnis danach verspüre, denn nur dann werden die Geschichten wirklich gut", sagte abschließend der 19jährige Buchautor Dimiter Ganew.

Uebersetzung: Vessela Vladkova

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