Der bulgarische Staatspräsident Rossen Plewneliew hielt auf der UNO-Konferenz für nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro eine Rede, in der er auf die bulgarischen Erfahrungen einging, ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu erzielen. Im Folgenden fassen wir das Wichtigste der Präsidentenrede zusammen.
Staatspräsident Rossen Plewneliew betonte vor den Teilnehmern der UNO-Konferenz in Rio, dass Bulgarien EU-weit das einzige Land sei, dessen Rating während der Krise nach oben korrigiert wurde und belegte es mit Zahlen: Laut Angaben der Europäischen Zentralbank betrage der langfristige Zinssatz in Bulgarien im April und Mai dieses Jahres 5,11 Prozent und sei damit niedriger als in zwölf EU-Ländern, darunter sieben, die der Eurozone angehören. Im März lag die Jahresinflation bei 2,7 Prozent und war ihrerseits auch niedriger, als in der Eurozone, in der sie nicht über 3,1 Prozent steigen darf. Das Haushaltsdefizit wird mit 2,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts angegeben und liegt damit unterhalb der für die Euro-Länder festgesetzten Obergrenze von drei Prozent. Die Außenverschuldung Bulgariens mache lediglich 16,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus und damit reihe sich unser Land in der EU an zweiter Stelle nach Estland ein.
Diese Ergebnisse basieren laut dem bulgarischen Staatspräsidenten auf der Stabilität und Fiskaldisziplin einer Reihe von Regierungen. Mit dieser Aussage ist Plewneliew einer der wenigen bulgarischen Politiker, die die Erfolge vorangegangener Regierungen nicht unter dem Teppich kehren.
Plewneliew unterstrich in seiner Rede ferner, dass das Wirtschaftswachstum Hand in Hand mit dem Naturschutz gehen müsse. Einige Länder würden zwar ein Wachstum aufweisen, jedoch keine Fortschritte im Naturschutz - das Wirtschaftswachstum werde auf Kosten der Umwelt erreicht. „Bulgarien setzt auf Wirtschaftswachstum, das nicht zu Lasten künftiger Generationen geht“, sagte Rossen Plewneliew und betonte, dass die jungen Menschen beim Fassen zukunftswichtiger Beschlüsse herangezogen werden müssen.
Auf dem UNO-Forum für nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro stellte der bulgarische Staatspräsident auch die These auf, dass beim Wirtschaftswachstum unbedingt auch auf dessen Qualität geachtet und nicht vorrangig auf die Quantität gesetzt werden müsse. Es gelte der alte Spruch „Qualität geht vor Quantität“ und so stünden die gebildeteren, produktiveren und konkurrenzfähigeren Nationen besser da.
Plewneliew wiederholte in Rio auch seine häufig zitierte These, dass die gesparte Energie die billigste sei. Der Energieeffektivität komme also eine Schlüsselstellung zu. In diesem Zusammenhang umriss er auch das nationale Programm zur Energieeffektivität.
Am Ende seiner Rede appellierte der bulgarische Staatspräsident Rossen Plewneliew an die Teilnehmer, so schnell wie möglich die Politiken, die Wirtschaftsmodelle, das soziale Verhalten und sogar die Lebensweise zu ändern. Die UNO müsse effektiver ihrer Rolle als Koordinator gerecht werden und die Umsetzung der gefassten Beschlüsse auch kontrollieren.
Übersetzung und Redaktion: Wladimir Wladimirow