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veröffentlicht Donnerstag, 26. Januar 2012 16:47
Radio Bulgarien Gesellschaft Geschichte

Ada-Tepe und die Geheimnisse des antiken Bergbaus 

Die Ada-Tepe-Anhöhe in den Östlichen Rodoppen
Die Thraker, die vor Jahrtausenden in unserem Land lebten, waren außer allem anderen auch gute Bergleute und Metallurgen. Die Ada-Tepe-Anhöhe in den Östlichen Rodoppen in der Nähe der heutigen Stadt Krumowgrad ist einer der Orte mit Spuren dieser Tätigkeit. Es ist die älteste bisher bekannte Goldgrube in Europa. Die Wissenschaftler bestimmen ihr Alter mit dem zweiten Jahrtausend v.u.Z. – die Zeit von Mykene und Troja. In diesem Gebiet gibt es bis heute Goldvorkommen. Die bulgarischen Archäologen beschäftigen sich mit den Geheimnissen des antiken Bergbaus auf Ada-Tepe seit dem Jahr 2005. Das Nationale Archäologische Institut der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften mit angeschlossenem Museum arbeitet seit 2010 an der Rettung der alten Grube. Ihre archäologischen Rettungsarbeiten werden von der Firma Balkan Mineral and Mining mit 1,25 Millionen Euro bis 2014 finanziert. Diese Firma erhielt eine Konzession zur Ausbeutung eines Goldvorkommens bei Krumowgrad.



Wegen des außergewöhnlichen Wertes dieses Objektes nicht nur für unsere, sondern auch für die europäische Wissenschaft, beteiligen sich an seiner Erforschung neben den bulgarischen auch deutsche Archäologen. Hinzugezogen wurden auch zwei Dutzend ausländische Fachleute aus verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen sowie fünf ausländische Labore und Hochschulen. Bisher wurden die Überreste von Arbeitsflächen, Wohnungen und einer steinernen Mauer gefunden, die in der späten Bronzezeit die höchsten Teile der Bergspitze umfasste. Verschiedene Steinwerkzeuge zur Verarbeitung des Erzes und antike Tongefäße gehören auch zu den Funden der Wissenschaftler. Rund 5 Tonen Keramik, die allein im vergangenen Jahr gefunden wurde, muss noch wissenschaftlich ausgewertet werden.



Laut dem Leiter der Studien Dr. Christo Popow ist das antike Bergwerk ein außergewöhnliches archäologisches Objekt. "Wir können es uns als eine alte Fabrik vorstellen, in der das wertvolle Metall gewonnen wurde und aus dem die reichen Ressourcen für die berühmten Goldschätze der thrakischen Könige stammen, die wir aus den Museen kennen", erklärt er in einem Interview für Radio Bulgarien. Das Projekt sei nützlich für die hiesige Archäologie, denn sie entwickelt sich dadurch innovativ.



"Zum ersten Mal wird ein altes Bergwerk in Bulgarien geophysikalisch erforscht", sagt Dr. Christo Popow. "Zum ersten Mal wird ein archäologisches Objekt bei uns von der Luft aus mit einem Laser mit großer Trennschärfe gescannt. Es entstehen digitale topologische Modelle mit einer viel größeren Genauigkeit als die normalen topologischen Karten. Diese Technologie erlaubt uns nicht nur unsere Funde auf einer guten topologischen Grundlage zu positionieren, sondern auch archäologische Strukturen in schwer zugänglichen Gegenden zu entdecken. Zum ersten Mal wenden wir große Folgen von Kohlenstoff-14-Tests zu Zeitbestimmung für die Bronze- und Eisenzeit in Bulgarien an. Das ist vom wissenschaftlichen Standpunkt aus sehr wichtig, weil es uns die Möglichkeit gibt, mit absoluter Sicherheit die Zeit dessen zu bestimmen, was auf Ada-Tepe geschehen ist."

Zum ersten Mal wird bei uns auch ein archäologisches Experiment zur Rekonstruktion des antiken Goldgewinnen veranstaltet.
"Unser Ziel war es mit Kopien von alten Stein- und Holzwerkzeugen und mit Methoden aus der Antike zu versuchen, Gold aus den Quarzadern von Ada-Tepe zu gewinnen", berichtet weiter Dr. Christo Popow. "Das Experiment verlief in zwei Etappen. Ende September konnten wir mit Hilfe von Holzwerkzeugen Felsenmasse gewinnen und eine der reichen Erzadern, von der wir wussten, freizulegen. Dann haben wir die Quarzader mit Feuer heiß gemacht. Das ist eine Standardmethode aus der Vergangenheit, durch die das Quarz leichter zu bearbeiten ist. Fast 24 Stunden haben wir den Felsen erhitzt und konnten rund 350 Kilogramm reichen an Gold Erz gewinnen. Dann wurde es von den Fachleuten sortiert und wie feines Mehl gemahlen und ausgewaschen. Wir konnten rund 30 Gramm Gold gewinnen. Dieses Experiment war sehr nützlich für uns, weil wir anschauliche Antworten für einige der Fragen bekommen haben, die uns bewegten – wie sich die damalige Gesellschaft entwickelte und zu den Technologien zur Goldgewinnung, die sie beherrschten."



Es ist vorgesehen ein modernes Museum unter offenem Himmel aufzubauen, das dem antiken Bergbau und Metallurgie gewidmet ist. Die Besucher und vor allem die Kinder werden bei verschiedenen Rollenspielen diesen Teil unserer Geschichte kennen lernen. Sie werden für kurze Zeit selbst zu Archäologen und Bergleuten und versuchen selbst Schätze zu finden und Gold zu gewinnen. Vom 25. Januar bis zum 11. März wird man im Nationalen Archäologischen Institut der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften mit angeschlossenem Museum die Photoausstellung "Archäologien und Unternehmen in Partnerschaft" besuchen können, die die Ergebnisse der Erforschung des antiken Goldbergwerkes darstellen.

Übersetzung: Vladimir Daskalov

Bilder: bereitgestellt vom Projekteam

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