Eine Unterbringung, ein gutes Wort und etwas zum Essen – das ist alles, was die Obdachlosen brauchen. In den wärmeren Monaten ist ihr Leben etwas leichter. Man sieht sie oft in den Parks, in der Nähe der Supermärkte, an den Bahnhöfen. Einige von ihnen schaffen es einen Job und eine Wohnung zu finden, was ihnen auch Hoffnung macht. Im Winter aber und besonders an solchen extrem kalten Tagen sind die Unterbringung und das Essen lebensrettend für sie.
Unterstützung für die Obdachlosen leisten sowohl die Gemeinden, als auch die Kirche, das Bulgarische Rote Kreuz, verschiedene Nichtregierungsorganisationen. Die Menschen, die eine Unterbringung und warmes Essen brauchen werden in der Regel zunächst in Krisenzentren aufgenommen. Das größte Zentrum dieser Art befindet sich in Sofia.
"Am häufigsten nehmen wir alte Menschen auf, die Opfer eines Wohnungsbetrugs geworden sind, sowie Menschen, die von ihren Verwandten verlassen wurden oder welche, die noch nie eine Wohnung hatten. Es gibt auch einige, die einfach ihr Leben nicht richtig geplant haben, andere haben kein Geld, um ihre Nebenkosten zu tragen", erzählt Minka Wladimirowa aus der Sozialdirektion der Sofioter Gemeinde. "
Das Zentrum für die Krisenunterbringung von Obdachlosen wurde erst Ende 2011 eröffnet und es wird ausschließlich von der Gemeinde finanziert ", sagt sie. "
Ziel ist, der Zugang zu einer Unterbringung, Kleidung und Essen für die Menschen von der Straße zu erleichtern. Wir haben mit einer Kapazität von 30 Plätzen begonnen und dann die Aufnahmemöglichkeiten erweitert, um den Menschen bei diesen schweren Winterbedingungen helfen zu können. Nach 24 Stunden im Krisenzentrum gibt es für die Obdachlosen verschiedene Möglichkeiten. Einige können eventuell bei Verwandten unterkommen, andere gehen zu anderen Zentren in der Stadt, wo sie bis zu drei Monaten bleiben können. Einige müssen zunächst in einem Krankenhaus behandelt werden, weil sie erfroren sind oder andere Beschwerden haben".
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Trotz der Kälte nehmen sowohl das Krisenzentrum, als auch die Zentren für vorläufige Unterbringung weiterhin Menschen auf. Die Zahl der Obdachlosen in der Hauptstadt ist höher als in anderen Städten. Unter den Obdachlosen hier sind Saisonarbeiter, die vorher in der Baubranche tätig waren und nun ohne Arbeit und Unterkunft geblieben sind. Sie wissen oft nicht von der Existenz dieser Zentren, in denen sie außer eine Bleibe und Essen auch Beratung von Sozialarbeitern bekommen können. Oft übernachten sie an Bahnhöfen und in den U-Bahnstationen. Sie werden von Mitarbeitern der Sozialabteilung der Gemeinde meistens gefunden und betreut. Somit können sie auch Auskunft über die vorläufigen Unterkünften bekommen. Wegen der Kälte werden die Sozialarbeiterteams auch am Wochenende und in der Nacht arbeiten.
"Diese Arbeitsweise haben wir schon im letzten Jahr eingeführt", erzählt Minka Wladimirowa. "
Dank der Bemühungen der Sozialarbeiter konnten viele Menschen gefunden und in einer Einrichtung untergebracht werden. Wir bieten auch kostenloses Mittagessen für die Obdachlosen. Mit Hilfe der Stiftung "Mission ohne Grenzen" haben wir weitere Armenküchen eingerichtet. An einigen Stellen in der Stadt bieten auch Freiwillige den Obdachlosen warme Getränke an. Wir nutzen alle Ressourcen, um den Notleidenden Hilfe zu leisten. Ich weiß, dass die Sozialämter in anderen Städten alles Mögliche unternehmen, um dort zu helfen, wo es nötig ist".
Übersetzung: Milkana Dehler