Freitag, 24. Mai 2013 

Skip Navigation LinksRadio Bulgarien

Search in site

Навигация

veröffentlicht Freitag, 6. Juli 2012 14:01
Radio Bulgarien Gesellschaft Themen aus dem Alltag

Ersparnisse der Privathaushalte erreichen Rekordwert 

Die Privathaushalte in Bulgarien sind auf dem besten Weg, einen neuen Rekord aufzustellen – so groß, wie derzeit, waren die Ersparnisse der Bulgaren schon lange nicht mehr. Ihre Gesamtsumme erreichte 17 Milliarden Euro – für Bulgarien eine unvorstellbar hohe Summe. Hinzu kommen rund 4 Milliarden Euro, die man nicht auf der Bank, sondern in bar zu Hause verstaut hat.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres erreichten die Ersparnisse der Privathaushalte 23 Milliarden Euro, zeigt eine Analyse von Industry Watch. Zu dieser Summe gehören sowohl die Bankanlagen, als auch das Bargeld, dass viele, vor allem ältere Menschen bei sich zu Hause halten. Das Geld auf der Bank macht jedoch zwei Drittel aus, und genau diese Anlagen sind deutlich gestiegen. Als Grund werden die günstigen Zinsen der Banken angegeben. Die Zinseinnahmen der privaten Haushalte im vergangenen Jahr beliefen sich auf über 600 Mio. Euro. Und noch eine Zahl – die Ersparnisse der Bulgaren entsprechen 40% des Bruttoinlandsprodukts.
Und obwohl die Ersparnisse der Bulgaren im letzten Jahr deutlich gestiegen sind, bleiben sie ärmer, als der durchschnittliche Europäer – der Durchschnittsbulgare kommt auf gerade mal ein Neuntel des durchschnittlichen Wohlstands in der EU.

Das Sparverhalten der Bulgaren ist für viele Wirtschaftsanalysten krisenbedingt und ist auf die Mentalität der Menschen hierzulande zurückzuführen – in Krisenzeiten legt man lieber Geld auf die hohe Kante, denn es kann ja immer noch schlimmer werden. Größere Anschaffungen, wie Auto, Möbel oder Renovierungsarbeiten werden für bessere Zeiten verschoben. Aber auch die günstigen Zinsen der Banken locken an und so steigen die Festgeldanlagen. Hinzu kommt, dass sich in den letzten 2-3 Jahren immer weniger Bankkunden für einen Kredit entscheiden. Diejenigen, die bis vor 2-3 Jahren ihre Ersparnisse in Immobilien investiert haben, verkaufen nun die Wohnungen und entscheiden sich lieber für ein Festgeldkonto bei der Bank. Zu diesem Schluss kommen die Analysten von Industry Watch wegen der deutlichen gestiegenen Zahl der Bankanlagen von hohen Summen über 50.000 Euro.

Die Tendenz der steigenden Ersparnisse wird bleiben, behauptet Industry Watch. Obwohl die Zinsen leicht fallen, bleiben sie in Bulgarien im Vergleich zu den anderen EU-Ländern hoch und das zieht Kunden an. Steigende Ersparnisse bedeuten aber auch, dass die Menschen schlechte Zeiten erwarten, und dass der Verbrauch unverändert niedrig bleibt. Das kurbelt die Wirtschaft wohl nicht an.

Übersetzung und Redaktion: Vessela Vladkova

Fotocollage: BNR

Empfehlen

Schließen

 

recipient1@mail.com;recipient2@mail.com

 

sender@mail.com

Mehr von der Kategorie Themen aus dem Alltag

Alles von der Kategorie Themen aus dem Alltag