Wenn es eine Kultur gibt, der der kalte und regnerische Frühling gut bekommen hat, dann ist das die ölspendende Rose. Die Wetterbedingungen für die diesjährige Rosenernte sind ausgezeichnet. Die Anpflanzungen in verschiedenen Teilen des Rosentals haben nicht alle zur selben Zeit geblüht. Der sonst übliche Stress während der Rosenernte, die innerhalb von nur wenigen Tagen überall gleichzeitig beendet sein muss, ist diesmal ausgefallen.
Die niedrigen Temperaturen haben die Feuchtigkeit in den Blüten konserviert. Dadurch konnten alle Aromen erhalten bleiben, die sonst durch die Sonne verloren gegangen wären. Daher ist die Ernte nicht nur quantitativ hoch, sondern auch qualitativ sehr gut, ist Dimitar Stefanow, einer der größeren Gartenbesitzer im Tal der Rosen, überzeugt. Aus den o.g. Gründen wird die Rosenernte dieses Jahr Rekordwerte erreichen, die seit Jahren nicht zu sehen waren. Das bedeutet wiederum großes Glück für die Parfümerieindustrie weltweit. Denn ohne das Rosenöl könnte sie nicht existieren. Bulgarien ist nach der Türkei der zweitgrößte Exporteur von diesem kostbaren Produkt auf dem internationalen Markt. In manchen Jahren hat unsere Ausfuhr die des südlichen Nachbars sogar überholt. Ein weiterer Vorteil des bulgarischen Rosentals ist die Tatsache, dass hier ätherische Öle mit den reichsten Aromamerkmalen hergestellt werden. Jährlich produzieren wir 1,5 bis 2 Tonnen des wertvollen Stoffs.
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Die Studien haben ergeben, dass das unser Öl über 265 Aromakomponenten hat, was es zum reichhaltigsten Produkt dieser Art weltweit macht", erzählt
Dimitar Stefanow. "
Jeder dieser Bestandteile hat seine eigene Duftnote. Man muss dabei sagen, dass ohne Rosen- und Jasminöl kein gutes Parfüm hergestellt werden kann. Daher kann man sich vorstellen, welche Bedeutung das Rosenöl für die Parfümerieindustrie weltweit hat."
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Neben dem bulgarischen Joghurt ist das Rosenöl seit Jahrhunderten eines der Symbole unseres Landes. Daher haben auch die Hersteller dieses Traditionsprodukts aus Bulgarien bei den zuständigen EU-Behörden den Antrag auf die Schutzmarke "bulgarisches Rosenöl" gestellt. Bulgarien ist der einzige Hersteller dieses Produkts innerhalb der Union und darüber hinaus der Beste weltweit. Somit haben wir das Recht auf die Auszeichnung des Produkts als eines mit geographischen Herkunftsnachweis. Wenn wir diese Tatsache global betrachten, kann das bulgarische Rosenöl zum Elitesymbol der Union werden. Denn dieses Produkt ist nicht nur für Bulgarien und für Europa, sondern weltweit einzigartig, betont der Rosenexperte Dimitar Stefanow weiter.
Man kann die Länder, die Rosenöl produzieren, an den Fingern einer Hand aufzählen. Nach Bulgarien und der Türkei kommen Marokko, Iran und Indien. Dank unserem Land wird nun die ölspendende Rose auch in Afghanistan als eine Alternative zum Mohn gezüchtet, der dort zur Herstellung von Opium traditionell angebaut wird. Die Produktion von Rosenöl ist eine Investition, die schnell Gewinn abwirft – 1 Kilogramm des kostbaren Stoffs kostet zwischen 4.000 und 6.000 Euro auf dem Markt. Man versucht deswegen die geographischen Anbaugebiete der ölspendenden Rose zu erweitern, insbesondere in den hohen Ebenen in Afrika.
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Die Qualität dieser Produktion ist aber weit von der des bulgarischen Rosenöls entfernt", erklärt Dimitar Stefanow. "
Es gibt immer mehr Versuche, die Anwendung des Rosenöls in der Parfümindustrie zu diversifizieren", sagt er. "Besonders in Deutschland und in den USA finden die Rosenölprodukte immer weitre Bereiche der Anwendung. In Japan werden Rosenblüten in letzter Zeit auch in der Gastronomie zunehmend verwendet. Von der arabischen Welt ganz abgesehen, wo die Rose schon immer eine besondere Stellung hatte."
Übersetzung: Milkana Dehler