Sonntag, 12. Februar 2012 

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Erfolgreiches Jahr für die Hauptdirektion „Bekämpfung des organisierten Verbrechens“ 

© Foto: BGNES

Die Hauptdirektion „Bekämpfung des organisierten Verbrechens“ nahm an 20 internationalen Operationen zur Bekämpfung des Verbrechens teil
Über 400 organisierte Verbrechergruppen, die auf dem Gebiet Bulgariens, der Europäischen Union und außerhalb ihrer Grenzen aktiv sind, wurden im vergangenen Jahr von der Hauptdirektion „Bekämpfung des organisierten Verbrechens“ beobachtet. Die meisten von ihnen (41 %) sind im Drogengeschäft, gefolgt von solchen, die sich mit Menschenschmuggel, Fälschungen und Geldwäsche beschäftigen. Von ihnen wurde vollständig oder zum Teil die Aktivität von 176 Verbrechergruppen aufgedeckt und dokumentiert. Identifiziert wurden 2000 ihrer Führer und aktiven Mitglieder. Die Hauptdirektion „Bekämpfung des organisierten Verbrechens“ nahm an 20 internationalen Operationen zur Bekämpfung des Verbrechens teil. Das alles geht aus den Angaben der Berichtes über die Arbeit der Institution hervor.

Innenminister Zwetan Zwetanow nannte „gute Arbeit“ die Ergebnisse der letzten signifikanten Operationen „Die Dreisten“ und „Die Krake“. Bei der ersten wurde eine Kidnappergruppe aufgedeckt und bei der zweiten eine einflussreiche Verbrechergruppe entlarvt, die seit über 10 Jahren mit verschiedenen Verbrechen, wie Geldwäsche, Handel mit politischem Einfluss, Prostitution, Mehrwertsteuerbetrug usw. beschäftigt war. Als positiven Schritt bezeichnete der Innenminister die bessere Kooperation der verschiedenen Institutionen. „Nur mit gemeinsamer Arbeit können wir das organisierte Verbrechen bekämpfen, weil es sehr erfahren und gut integriert ist“, sagte er weiter. Zwetan Zwetanow versicherte, dass die Leitung des Innenministeriums den Mitarbeitern weiterhin operative Freiheit garantieren werde.

„Ich würde den Kollegen in der Hauptdirektion „Bekämpfung des organisierten Verbrechens“ nachdrücklich empfehlen, die Arbeit an der Aufdeckung der Wirtschaftsverbrechen zu verstärken“, sagte der Innenminister weiter. „Wegen der Korruption im Staat und dem Missbrauch im Wirtschaftsbereich müssen wir uns noch mehr konzentrieren und viel ernstere Ziele anstreben – sowohl die Hauptdirektion „Bekämpfung des organisierten Verbrechens“, als auch die „Staatliche Behörde für nationale Sicherheit“ und das gesamte Rechtsschutzsystem. Heute haben wir einen Mangel an Finanzen bei den staatlichen Einkünften. Ein großer Teil davon ist aber der unzureichenden Arbeit zur Bekämpfung der Korruption im staatlichen Apparat verschuldet. Der Missbrauch ist mit Mehrwertsteuerbetrug, Manipulationen bei öffentlichen Aufträgen und der Korruption bei der Regierung und den Kommunen verbunden. Die Korruption ist nicht bei den oppositionellen Parteien. Rein politisch betrachtet ist die Korruption immer bei der Regierung eines jeden Staates. Darauf müssen wir uns ausrichten.“

Nach den erfolgreichen Aktionen der Mafiabekämpfer im vergangenen Jahr herrsche gegenwärtig nach den Worten des Chefs der Hauptdirektion „Bekämpfung des organisierten Verbrechens“ Stanimir Florow völliges Chaos auf dem Drogenmarkt in Bulgarien. Unter den Rauschgifthändlern arbeite jeder für sich selbst und in Zukunft könnte es zu Konflikten mit gegenseitigen Eliminierungen kommen. Wegen der geographischen Lage des Landes verläuft über bulgarisches Gebiet die sog. Balkanroute der Droge. Laut Stanimir Florow verläuft die Hauptroute im Norden, wo bei einer Aktion 10 bis 15 Tonnen beschlagnahmt werden. Die Bulgaren werden aber weiterhin für den Transport des Rauschgiftes eingesetzt. Sehr viele Bulgaren, rund 400 wurden festgenommen, die Rauschgift schlucken, um es über die Grenze zu schmuggeln. Niemand könne sich, laut dem Direktor der Nationalen Untersuchungsbehörde Bojko Najdenow vorstellen, dass der Drogenverbrauch aufhören könnte. Aber dennoch sei in den letzten Jahren ein Wandel zu beobachten:

„Zum ersten Mal wurden in Bulgarien Personen festgenommen und verurteilt, die über die zwanzig Jahre der Transformation engsten mit der Verbreitung von Rauschgift verbunden waren“, sagte weiter Bojko Najdenow. „Zum ersten Mal wurde Platz an der Spitze frei. Das ist positiv, weil diejenigen, die gegenwärtig eine Art Monopol einzurichten versuchen und viel Geld aus der Verbreitung von Rauschgift machen wollen, nicht diese Beziehungen im Staat, zu Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichten, Kommunen usw. haben. Alle diese bekannten Gestalten auf den Seiten der Zeitungen mit einem sehr großen Kapital, sind bis zu 90 % festgenommen worden. Es gibt noch ein paar Spieler, die irgendwie noch draußen sind. Die einen sind ins Ausland geflüchtet, wo wir nach ihnen weiter suchen lassen, andere sind festgenommen. Diejenigen, die jetzt versuchen ihren Platz einzunehmen, haben nicht diese Beziehungen zu den Parteien und der Polizei vor Ort. Sie müssen erst noch versuchen sie aufzubauen und der Staat sollte sie daran hindern.“

Übersetzung: Vladimir Daskalov

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