Samstag, 26. Mai 2012 

Skip Navigation LinksRadio Bulgarien

Search in site

Навигация

veröffentlicht Donnerstag, 15. Juli 2010 15:11
Radio Bulgarien Gesellschaft Themen aus dem Alltag

Wird die grausame Behandlung der Tiere bestraft werden? 

© Foto: Darina Grigorowa

Opfer der Aggression werden am meisten die Straßenhunde und –katzen. Das Gesetz lässt die Täter leider vorerst straffrei.
Der Bulgare hat eine natürliche freundliche Haltung gegenüber den Haustieren. Sehr oft kümmern sich Menschen, die zuhause einen Vierbeiner haben, um Straßentiere und geben ihnen Nahrung und bringen sie zum Veterinär. Wie in jeder Gesellschaft gibt es auch bei uns Menschen, die ihre angesammelte Aggression an schutzlosen Katzen oder Hunden auslassen. In jedem EU-Land steht die Gewalt gegen Tiere unter Strafe. In Deutschland können es bis zu 3 Jahre Gefängnis sein. In den Nachbarländern Kroatien, Griechenland und Rumänien wird die Grausamkeit ebenfalls mit Gefängnis bestraft. In Serbien ist bis zu einem Jahr Gefängnis vorgesehen und ab September wird es eine Tierpolizei geben. Bei uns bleiben leider die Fälle von Grausamkeit gegenüber Tieren sehr oft unbestraft.

Laut Jawor Getschew, der für die österreichische Stiftung „Vier Pfoten“ arbeitet, ist es höchste Zeit auch in Bulgarien die Gesetzgebung zu novellieren.
„Gegenwärtig wird die Gewalt gegen Tiere als ein administratives Vergehen, die das Falschparken behandelt. Aus diesem Grund werden die Fälle der Gewalt gegen Tiere nicht wirklich untersucht und es gibt keine Sanktionen. In den fast zwei Jahren nach der Verabschiedung des Gesetzes zum Schutz der Tiere wurde eine einzige Geldstrafe für besonders grausames Töten verhängt. Es wurden aber über 50 Beschwerden über verschiedene Formen der Gewalt gegen Tiere eingereicht. Es läuft gegenwärtig leider so, dass das Gesetz zum Schutz der Tiere bloß als eine Empfehlung aufgefasst wird. Die Kontrollorgane des Nationalen veterinär-medizinischen Dienstes haben nicht die notwendigen Vollmachten, um ihre Arbeit gut zu verrichten. Deswegen werden wir täglich Zeugen von Gewalt.“

Die möglichen Änderungen des Strafgesetzbuches werden nach den Worten von Jawor Getschew das gesamte System der Untersuchung der Fälle der Gewalt gegen Tiere verändern. Statt des Nationalen veterinär-medizinischen Dienstes würde die Polizei die Gewalttäter wie bei den Menschen suchen. Das sei besonders wichtig, weil dadurch das Gesetz zum Schutz der Tiere effektiv wirksam wird. Nach besonders grausamer Gewaltanwendung gegenüber einem Hund in Drjanowo forderte die Stiftung „Vier Pfoten“ zusammen mit anderen nichtstaatlichen Organisationen die dringende Novellierung der Gesetzgebung, um die Gewalt gegen Tiere zu bestrafen.

„Für uns ist der Zusammenhang zwischen der Gewalt gegen Tiere und der nachfolgenden Gewalt gegen Menschen wichtig. Er ist weltweit bewiesen. Nach einer Studie des Justizministeriums der USA aus dem Jahre 2001 haben 88 Prozent der häuslichen Gewalttäter zuvor Grausamkeiten gegenüber Tieren verübt. Z.B. habe jeder 5. Pädophile zuvor Tiere gequellt. Der bulgarische Minister für Landwirtschaft und Ernährung Miroslaw Najdenow versicherte uns nach dem Fall in Drjanowo, dass das Strafgesetzbuch novelliert wird und bis zu drei Jahren Gefängnis für das Töten von Tieren vorgesehen wird. Der Fall in Drjanowo ist kein Einzelfall. Das muss so schnell, wie möglich unterbunden werden. Ich hoffe natürlich sehr, dass wenn unsere Volksvertreter die Novellen verabschieden müssen, sie sich darüber im klaren sein werden, dass sie auf diese Weise die Gesellschaft vor nachfolgenden Fällen von Gewalt gegen Menschen schützen.“
Der Rechtsausschuss der bulgarischen Volksversammlung hat aber kürzlich die Strafbarmachung der Gewalt gegen Tiere nicht unterstützt. Das Wort wird nun das Plenum der Volksversammlung haben, wenn das Gesetz zur Abstimmung vorgelegt wird.

Übersetzung: Wladimir Daskalov

Empfehlen

Schließen

 

recipient1@mail.com;recipient2@mail.com

 

sender@mail.com

Mehr von der Kategorie Themen aus dem Alltag

Alles von der Kategorie Themen aus dem Alltag