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veröffentlicht Mittwoch, 30. Mai 2012 16:15
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Erste Tagung des Konsultativrates für Bildung und Wissenschaft beim Präsidenten 

© Foto: BTA

Staatspräsident Rossen Plewneliew hat den ersten Konsultativrat für Bildung und Wissenschaft einberufen. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die "Vision Bulgarien 2020 - nationale Prioritäten in Bildung und Wissenschaft".

"Wenn sich Bulgarien weiterentwickeln will, muss das Land den Weg der Innovationen einschlagen. Im 21. Jahrhundert ist Wissen das stärkste Produktionsinstrument", erklärte Präsident Plewneliew und fügt hinzu, die Vision Bulgarien 2020 ziele darauf ab, die Wirtschaft auf eine Industrie mit hohem Mehrwert auszurichten sowie das Land im Hochtechnologiebereich zu positionieren.

"Unser Ziel ist eine wettbewerbsfähige und dynamische Wirtschaft. Die Innovationen zählen zu den Schlüsselelementen einer mehrwertorientierten Wirtschaft", betonte Staatspräsident Plewneliew. "Im 21. Jahrhundert ist es möglich, dass junge Menschen mit einer guten Idee ein paar Jahre arbeiten und ein Produkt schaffen, das so viel wie ein ganzer Staat erwirtschaftet. Wie etwa Skype, wo ein Dutzend Leute in einigen Jahren mehr erwirtschaftet hat als das Bruttoinlandsprodukt ihrer Heimat Estland, oder Facebook und viele andere. Dem menschlichen Wissen sind keine Grenzen gesetzt. Der höchste Mehrwert wird namentlich dann erwirtschaftet, wenn aus Wissen und Ideen neue Produkte entstehen. Das von 7,4 Millionen Bürgern erwirtschaftete Bruttoinlandsprodukt Bulgariens beläuft sich auf 40 Milliarden Euro. Das vor acht Jahren von zehn jungen Leuten gegründete soziale Netzwerk Facebook hat dagegen 100 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Ich persönlich beneide keinen dieser Staaten, wünsche mir jedoch sehr, dass Wissen und Innovationen auch in Bulgarien solche Ergebnisse hervorbringen."

Einer der Schwerpunkte des Konsultativrates beim Präsidenten ist die Debatte über das Innovationsumfeld in Bulgarien, über den Finanzierungsansatz als auch darüber, wie im Rahmen der Hochschulbildung wissenschaftlicher Nachwuchs ausgebildet werden kann, der sich sowohl im öffentlichen- als auch im Privatsektor verwirklicht. Der Staat muss den erforderlichen Gesetzrahmen und finanzielle Unterstützung gewährleisten. "Im Bildungssystem des 21. Jahrhunderts ist Wissen eine Grundvoraussetzung für die Aneignung von Fähigkeiten und Kompetenzen. Wir müssen Raum für eine neue anpassungsfähige Mittelklasse schaffen und ihr die Voraussetzungen bieten, ihr Potential auszuschöpfen. Andererseits ist die Bildung der Prozess, der jene Arbeitskräfte hervorbringt, die kurz- und langfristig den Bedürfnissen der nationalen Wirtschaft entsprechen. Aus diesem Grund ist Human Capital ein so wichtiges Thema", präzisierte Staatspräsident Rossen Plewneliew.

"Die Verwirklichung des Einzelnen muss zu einem nationalen Anliegen werden - betonte Präsident Plewneliew. - Die Bulgaren investieren seither in die Bildung ihres Nachwuchses. Die von uns angestrebte neue, anpassungsfähige, technologische Mittelschicht steht mit Sicherheit nicht nur in Bulgarien auf der Tagesordnung. Auf dem NATO-Gipfel in Chicago sprach jeder zweite Präsident dieses Thema an - die neue, anpassungsfähige Mittelschicht. Die Technologien entwickeln sich rasend schnell. Heute ist es nicht mehr denkbar, 30 Jahre lang an der gleichen Maschine zu arbeiten. Jedes Jahrzehnt bringt einschneidende Veränderungen hervor. Folglich wird die Mittelklasse der künftige Schöpfer und Manager der Wirtschaft sein. Gefordert sind Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und technologisches Wissen als auch die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen. Selbstverständlich ist das Bildungssystem der Mechanismus, über welchen wir diese Fähigkeiten vermitteln werden."

Im europäischen Vergleich treten die jungen Bulgaren am spätesten in den Arbeitsmarkt ein. In Bulgarien liegt das durchschnittliche Arbeitsmarkteintrittsalter bei 22 Jahren - in Europa bei 20 Jahren. "Der Grund für diese Tatsache liegt in der mangelnden Praxiserfahrung. Häufig müssen wir feststellen, dass selbst 25-jährige Studenten ohne jegliche Praktika in der Realwirtschaft ihr Studium abschließen", präzisiert Präsident Plewneliew. Eine weitere ungünstige Tatsache sei, dass Jungunternehmer gerade einmal 3,4 Prozent der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahren ausmachen, was deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegt.

Besondere Bedeutung, betonte Präsident Plewneliew, komme zudem dem Dreieck des Wissens aus Wissenschaft, Business und Staat zu. Als weitere Schlüsselelemente nannte er das Forschungspotential, die aktive Interaktion und Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft, den Forschungszentren, den Universitäten und dem Staat. "Die bulgarischen Wissenschaftler sind international preisgekrönt. Die Frage ist, wie wir die Namen, die uns heute mit Stolz erfüllen, in der Zukunft verdoppeln und verdreifachen können", betonte Präsident Plewneliew.

"Mit Bulgarien 2020 suchen wir nach neuen strategischen Lösungen“, sagte Präsident Plewneliew zusammenfassend. "Die ersten Schritte sind getan, die Richtung ist definiert. Bulgarien verfügt über einen Qualifikationsrahmen und eine nationale Forschungsstrategie. Das ist eine solide Grundlage, auf der alle Beteiligten im Interesse eines gemeinsamen Ziels - der Prosperität Bulgariens - aufbauen können."

Übersetzung: Christine Christov

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