Traditionsgemäß wird der 6. August in Bulgarien als Tag des Jägers begangen. Vielerorts im Lande fanden Volksfeste und anderweitige Vergnügungen statt, da die Jagd neben Herausforderung und Leidenschaft zudem einen Anlass für geselliges Zusammensein bietet. Aus gutem Grund wird die kleinste Jagdgesellschaft als "Druschinka", zu Deutsch "Grüppchen", bezeichnet. Die zahlenmäßig stärkste und vermutlich älteste Nichtregierungsorganisation ist jedoch die Jagd- und Fischfang-Gemeinschaft. Am 11. August wird in Bulgarien die Federwildjagd eröffnet, d.h. die Jagd auf Wachteln, Turteltauben, Ringeltauben, Waldschnepfen und Bekassinen. Gleichzeitig fällt damit der Startschuss für die Jagd- und Fischfangsaison 2012-2013. Vom 6. - 11. August wiederum finden in Bulgarien Tage des Wildes und der Jagd statt.

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Mit seiner erhaltenen Natur und reichhaltigen biologischer Vielfalt ist Bulgarien ein Paradies für Jäger. In diesem Zusammenhang soll lediglich erwähnt werden, dass in der Vergangenheit in unserem Land mit 273,6 CIC-Punkten die Weltrekord-Trophäe für Rothirsche gestreckt wurde. Und, dass Bulgarien europaweit zu den wenigen Ländern zählt, in denen dieser anmutige Waldbewohner noch anzutreffen ist. Selbst in den Jahren der globalen Krise verzeichnet der einheimische Jagdtourismus stabile Werte und steigende Einnahmen. 2011 beliefen sich diese auf knapp drei Millionen Euro - 30 Prozent mehr als im Jahr davor. Traditionsgemäß werden in Bulgarien Rekordtrophäen gestreckt, weswegen die einheimischen Wälder und Gebirge zahlreiche ausländische Trophäen-Sammler anziehen. Allein im Vorjahr waren 3.779 ausländische Jäger in Bulgarien auf der Pirsch.

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Die meisten ausländischen Hochwild-Jäger kommen aus Deutschland, gefolgt von Spanien, Italien und Frankreich. Besonderes Interesse an der Niederwildjagd haben ihre Kollegen aus Italien, Griechenland, Spanien und Frankreich. Ausgesprochen populär ist die Treibjagd auf Wildschweine. Aber auch die Jagd auf Rothirsch, Mufflon, Reh und Damhirsch erfreut sich großer Beliebtheit. Für jeden Jäger ein ganz besonderes Erlebnis ist die Jagd auf Bären und Europäische Wildkatzen. Obwohl sie unter Naturschutz stehen, werden alljährlich diverse Exemplare zum Abschuss freigegeben, natürlich unter Einhaltung jeglicher Vorschriften gemäß Biovielfaltsgesetz, d.h. unter außerordentlichen Umständen. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass diese Tiere in weiten Teilen Europas ausgestorben sind, ist der Abschuss von jährlich ein bis zwei Exemplaren ebenfalls ein Magnet für ausländische Jäger. Bei der Federwildjagd geht es vor allem auf Waldschnepfen, Turteltauben, Wachteln, Fasane und Rebhühner.

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13 der in den vergangenen Jahren erlegten Rothirsch-Trophäen erreichten die Goldmedaille, 18 - die Silbermedaille sowie 19 - die Bronzemedaille. Beim Damhirsch wurden im Rahmen des organisierten Jagdtourismus bisher 12 Medaillen-Trophäen erlegt (7 Gold-, 1 Silber- und 4 Bronzemedaillen). Sehr aussichtsreich und nachgefragt ist zudem die Mufflon-Jagd. Allein im Vorjahr wurden 19 Trophäen-Mufflons geschossen (7 Gold- sowie je 6 Silber- und Bronzemedaillen). 29 der im Rahmen des organisierten Jagdtourismus gestreckten Wildschweine wurden mit Gold bewertet, 19 mit Silber sowie 42 mit Bronze.
Ein nach wie vor großes Problem für die Vielfalt und das wertvolle bulgarische Wild ist die Wilderei, gegen die der Staat und die Jagdgemeinschaft bisher nur schwer ankommen. Deshalb gab Iwan Petkow, der Chef des Jagd- und Fischfangverbandes, vor dem Weidmannsheil folgende Worte mit auf den Weg: "Lasst uns verantwortungsvoll jagen, lasst uns von der ersten Pirsch an Gesetz, Disziplin und Abschussquote einhalten! Denn, die Jagd ist eine Freude und eine unersetzliche Begegnung mit unserer wilden Natur, die für kommende Generationen bewahrt werden muss."
Übersetzung: Christine Christov