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veröffentlicht Freitag, 20. Juli 2012 14:39
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Trotz Krise gönnt sich der Bulgare seinen Sommerurlaub 

© Foto: Weneta Nikolowa

Die Sommermonate sind die am sehnlichsten erwarteten Monate des Jahres. Dann packen viele ihre Koffer und reisen ans Meer, um in der Sonne zu entspannen oder in einer der Uferkneipen das Rauschen der Wellen zu genießen. Für viele ist der sommerliche Badeurlaub ein fester Bestandteil des Familienkalenders, für den man eine erhebliche Summe des Familienbudgets einplant. Und so überwiegen die einheimischen Touristen auch in diesem Sommer an der bulgarischen Schwarzmeerküste.

Einer Juli-Studie des Nationalen Zentrums für öffentliche Meinungsforschung NZIOM zufolge wollen 48 Prozent unserer Landleute in der warmen Jahreszeit Urlaub machen. Eine interessante Tatsache ist, dass sich der Anteil der Bulgaren, die sich in der Sommerhitze am Meer oder im Gebirge erholen, in den letzten neun Jahren mehr als vervierfacht hat. Offensichtlich veranlassen Geldknappheit, mangelnde Perspektiven und Arbeitslosigkeit dazu, nicht alles so ernst zu nehmen. Anstatt für schlechte Zeiten zu sparen, gönnen sich viele einen ausgiebigen Urlaub im In- oder Ausland. 1993 leisteten sich gerade einmal 11 Prozent der Bulgaren Sommerferien. Heute packt knapp jeder Zweite seine Koffer. Allerdings verringern sich mit steigendem Alter die finanziellen Möglichkeiten für Urlaubsreisen. Und so sind die Nicht-Sommerurlauber logischerweise in den meisten Fällen Rentner. In diese Kategorie fallen zudem die Bewohner kleinerer Ortschaften mit geringerer Bildung als auch die sozial Schwachen. Sie werden die Sommermonate vor dem Fernseher verbringen oder sich am Stammtisch ein kühles Blondes gegen die Hitze genehmigen. Ein Teil der Bulgaren, die ein Häuschen auf dem Land ihr eigen nennen, bauen dort in ihrer Freizeit Obst und Gemüse an.

© Foto: Weneta Nikolowa

Dafür sind die meisten jungen Bulgaren bis 29 keineswegs gewillt, auf Sonne, Strand, Meer und natürlich das ausgelassene Nachtleben zu verzichten. Laut NZIOM-Studie wollen 77 Prozent der bulgarischen Jugendlichen im Sommer Urlaub machen - 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Offenbar sind die Jugendlichen unternehmungslustiger und, was die Urlaubspakete betrifft, weniger anspruchsvoll. Diese Art der Touristen ist bedeutend mobiler und hat nichts gegen weniger luxuriöse Unterkünfte - Hauptsache die Party steigt. Auch rechnen diese Jugendlichen mit der finanziellen Unterstützung ihrer Eltern, die für ihren Nachwuchs zu jeglichen Opfern bereit sind. Und eine weitere Tatsache - seit 2010 ist die Zahl der Hochschulabsolventen, die sich im Sommer am Meer oder im Gebirge erholen, um vier Prozent gestiegen.

Es sieht ganz danach aus, dass der Bulgare trotz Krise und EU-weit niedrigsten Einkommen nicht auf seinen Urlaub verzichten- und das Leben genießen will. Und so gab die Hälfte der Befragten an, trotz begrenzter finanzieller Möglichkeiten dem Sommerurlaub keinesfalls entsagen zu wollen. Viele haben die auch für unsere Bedingungen bescheidene Summe von umgerechnet 100 bis 250 Euro eingeplant. Diese Sommerurlauber wählen preisgünstigere Ferienorte an unserer südlichen Schwarzmeerküste, wo man bereits für 5-10 Euro in Privatquartieren übernachten kann. 11 Prozent der Bulgaren haben für ihren Sommerurlaub 500 Euro eingeplant. Lediglich vier Prozent der bulgarischen Sommerurlauber können sich ausgiebig erholen, ohne dabei rechnen zu müssen.

Seit einigen Jahren verbringen ferner zunehmend mehr Bulgaren ihren Urlaub im Ausland. Die beliebtesten Destinationen sind die benachbarte Türkei und Griechenland, die mit günstigen Urlaubspaketen um die Gunst der bulgarischen Feriengäste wetteifern. D.h. vermögendere Bulgaren werden nicht nur an unserer Schwarzmeerküste die Sonne genießen, sondern auch an den Stränden von Marmaris, Antalya, Halkidiki, Thassos u.a. Und der Rest - der träumt von besseren Zeiten, in denen auch er sich einen Atemzug Sorglosigkeit am Meer oder im Gebirge leisten kann.

Übersetzung: Christine Christov

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