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veröffentlicht Donnerstag, 15. Dezember 2011 16:44
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Rossen Plewneliew mit zehn langfristigen Schwerpunkten für Bulgarien 

© Foto: BGNES

"Zehn Prioritäten – zehn Gebote!" So nannte der designierte Staatspräsident Rossen Plewneliew scherzhaft seine zehn langfristigen Prioritäten für Bulgarien. Bereits am Tag seines Amtsantritts, d.h. am 23. Januar 2012, sollen Beratungen zu Schlüsselfragen über die Zukunft des Landes anlaufen. Denn "die Investoren trennen die stabilen Staaten von denen, die über ihre Verhältnisse leben. In dieser Hinsicht ist Bulgarien zweifelsohne ein stabiler Staat. Jetzt brauchen wir nur noch ein Langzeitprogramm", legte Rossen Plewneliew seinen Standpunkt dar.

"Europa wird derzeit von einem wahren Sturm heimgesucht und zwar der Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise – äußerte Rossen Plewneliew während seiner Zusammenkunft mit der Businesselite. – Die gefährlichste der drei Krisen ist die Schuldenkrise, da sie sich äußerst negativ auf die Wirtschaft auswirkt. Sie wird zum Erliegen zahlreicher öffentlicher Programme führen und damit den Konsum bremsen. In Bulgarien können wir kein schlagartiges Wachstum erwarten, eher eine allmähliche Erholung, da die Wirtschaft erst einmal abwartet und keine größeren Investitionen in neue Arbeitsplätze in Aussicht stehen. Jeder Lew Investitionen muss erkämpft werden. Investitionen bedeuten Arbeitsplätze jetzt, sofort. Investitionen bringen internationales Know-how, um das Dutzende Staaten seit Jahren gerungen haben."

Als oberstes Gebot hat sich Plewneliew Gerechtigkeit auf die Fahnen geschrieben, d.h. ein effizientes Justizsystem, "um zu zeigen, dass Bulgarien ein sicherer Investitionsstandort ist." Seine zweite Priorität ist eine schlagartige Verbesserung des Geschäftsumfeldes.

"Bulgarien könnte die Investoren dazu veranlassen, ihre Gelder bei uns anzulegen, da wir stabil sind, einen Plan haben und das Geschäftsumfeld schlagartig verbessern werden – fügte der designierte Staatspräsident hinzu. – Was "doing business" betrifft, wollen wir uns bis 2020 von Platz 74 auf Platz 50 verbessern. Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass man einen sehr aktiven Standpunkt braucht, wenn man Investitionen anziehen will."

Es gibt weltweit keinen einzigen Staat ohne Verwaltungsbehörden. Diese garantieren Regeln, ein wettbewerbsfähiges Geschäftsumfeld und gleiche Startbedingungen für alle. Das ist der Schwerpunkt der dritten Priorität – die Verwaltungsreform und die E-Regierung. Der vierte Schwerpunkt im Programm von Plewneliew ist die Infrastruktur, gefolgt von Energieeffizienz, Energiesicherheit und Energieliberalisierung. Namentlich diese "werden den Bulgaren automatisch mehr Wohlstand und Zehntausende Arbeitsplätze mit enormen Mehrwert bringen und das zu einem Zeitpunkt, zu dem kleine und mittelständische Unternehmen 72 Prozent der Arbeitsplätze generieren." In Bulgarien, so Plewneliew, leben 7,4 Millionen Menschen vereint in 2,8 Millionen Familien. Diese besitzen 3,2 Millionen Wohneinheiten, von denen mindestens eine Million Wohnungen mit einer Durchschnittsfläche von ca. 50 m2 saniert werden- und eine Wertsteigerung von 100 Euro einbringen sollen. Auf diese Weise würden die Bulgaren um 15 Milliarden Euro reicher. Darüber hinaus würden die eingesparten Nebenkosten von einer Million Familien in den Konsum fließen. Die sechste Priorität ist die Regionalentwicklung - der siebte Schwerpunkt die Aufbesserung des Landesimages. Wirtschaft, Bildung, Innovationen werden als Stützpfeiler für Wirtschaftswachstum genannt.

"2,8 Millionen Bulgaren gehen einer Arbeit nach, eine halbe Million davon in Sparten mit hohem Mehrwert – kommentiert Rossen Plewneliew. – Namentlich diese haben in Krisenzeiten Wirtschaft und Konsum angekurbelt. Deshalb verdienen sie unsere Aufmerksamkeit. Diese Bereiche, wie Informationstechnologien, Pharmazie und Maschinenbau haben Krisenbeständigkeit unter Beweis gestellt. Innovationen schaffen einen hohen Mehrwert – und einen wohlhabenden Staat."

Auch die kulturelle und geistliche Entwicklung der Nation zählt zu den Prioritäten des designierten Präsidenten. Das zehnte "Gebot" ist auf die Förderung von wirtschaftsintensiven Industrien ausgerichtet.

"In den letzten beiden Jahren haben die bulgarischen Geschäftsleute Flexibilität gezeigt und sich von Kreditverteilung, intensiver Bautätigkeit und Bootskauf auf eine exportorientierte Wirtschaft umgestellt – betonte Rossen Plewneliew die positiven Tendenzen der bulgarischen Wirtschaft. – Seit drei Jahren legt der Export jährlich um 40 Prozent zu. Das spricht für die bulgarischen Unternehmer und ihre Flexibilität."

Übersetzung: Christine Christov

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