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veröffentlicht Dienstag, 7. Februar 2012 15:08
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Elena Marinowa: Erfolgreich zwischen Karriere und Privatleben jonglieren 

© Foto: Diljan Markow für Zeitschrift "Manager"

Der Erfolg im Beruf hat mit dem Geschlecht nichts zu tun. Davon ist Elena Marinowa überzeugt und behauptet es aus eigener Erfahrung – mit 34 Jahren ist sie Inhaberin eines erfolgreichen Computerunternehmens, ist glücklich verheiratet und freut sich, dass ihr Zeit bleibt, ihren fünfjährigen Sohn großzuziehen.

Elena Marinowas Firma "Mussala Soft" ist die größte in Bulgarien, die Softwaredienstleistungen anbietet. Die 34-Jährige studierte BWL und stieg gleich nach ihrem Studium in die IT-Branche ein. Als Vorstandsmitglied von zwei führenden IT-Unternehmen wurde sie mehrfach als Jungunternehmerin ausgezeichnet. Doch, wie hat alles angefangen?

"Alles fing wie im Spiel an", erinnert sich Elena Marinowa. "Noch vor dem Staatsexamen lernte ich meinen heutigen Partner in der Firma kennen. Zu jedem Zeitpunkt hatte er bereits die Idee, eine eigene Softwarefirma zu gründen. Er hatte auch die ersten Kunden – kleine Startup-Firmen aus den USA. Ich sollte ihm helfen, das Unternehmen aufzubauen. So haben wir Mussala Soft gegründet. Unser erstes Büro war eine kleine Wohnung in einem Randviertel von Sofia", erzählt die heutige Firmenchefin Elena Marinowa.

Damals musste sie noch nebenbei jobben und unterrichtete Englisch an einem Fremdspracheninstitut. Und wie das Leben so spielt, hatten die blutjungen Unternehmer Glück im Unglück – als im Jahr 2000 die s.g. dot.com-Krise kam, traf sie die IT-Branche in den USA sehr hart. Das war die Chance für Elena Marinowa und ihre Firma und sie nahmen sie wahr. Seitdem läuft es nur noch bergauf. Mussala Soft hat große Kunden, darunter auch solche Riesen, wie IBM, DHL, SAP, Siemens u.a.

Die Firmengeschichte von Elena Marinowa ist auch deshalb eigenartig, weil Mussala Soft zuerst im Ausland bekannt wurde. Erst in den letzten 5-6 Jahren haben sie Kunden auch aus Bulgarien. Ein großer Schritt nach vorn war die Gründung eines eigenen Untersuchungs- und Entwicklungszentrums, um mit Wissenschaftlern an nationalen und internationalen Forschungsprojekten zu arbeiten. Ein solches Projekt ist die Medienplattform für Tablets und Smartphones auf Bulgarisch. Und noch etwas – Elena Marinowa initiierte gemeinsam mit der Informatik-Fakultät an der Sofioter Universität ein Ausbildungsprogramm für junge IT-Spezialisten.

"Die Idee dazu kam aus meiner eigenen Erfahrung – als ich noch studiert habe, fehlte mir die Verbindung zur Praxis", erinnert sich Elena Marinowa. "Ich bin überzeugt, dass jeder angehende Facharbeiter eine praxisbezogene Ausbildung genießen muss. Für uns, als bestehendes Unternehmen, ist es von erstrangiger Bedeutung, gut ausgebildete Mitarbeiter zu haben. Deshalb müssen wir in sie investieren. Das gilt nicht nur in unserer Branche, das gilt auch für die Landwirtschaft genauso viel, wie für den Tourismus. Deshalb behaupte ich, dass die Hochschulen und die Wirtschaft in engstem Kontakt stehen müssen", sagt Elena Marinowa.
Und da das Ausbildungsprogramm allein nicht ausreicht, startete die junge Unternehmerin auch ein Praktikumprojekt in ihrer eigenen Firma. Praktikanten waren bisher bei weitem nicht nur bulgarische Studenten, die kurz vor dem Abschluss sind, sondern auch Jugendliche aus Frankreich, Spanien, Großbritannien und den USA.
"In den letzten Jahren haben wir fast ununterbrochen einen ausländischen Praktikanten", sagt Elena Marinowa. "Momentan arbeitet bei uns ein Spanier, in den nächsten Wochen kommen zwei Franzosen. Das multikulturelle Klima im Büro bereichert uns auch privat sehr viel. Wir fühlen uns weltoffen und vermitteln ein ganz anderes Bild, als die Mitarbeiter eines konservativen Unternehmens. Und die Praktikanten sind auch sehr zufrieden, ein ganz anderes und neues Land kennen zu lernen", sagt Elena Marinowa.

Wie schafft es jedoch eine junge Frau, in der Männer-Domäne IT-Branche durchzustarten? Es sei nicht immer einfach, sagt Elena Marinowa, räumt aber ein: "Frauen haben im Grunde die gleichen Schwierigkeiten, wie auch Männer. Wir, Frauen, sind vielleicht ein Tick mehr intuitiver", sagt Elena Marinowa. "Global betrachtet wird die IT-Branche von den Männern dominiert. Bei großen Konferenzen habe ich dann aber als Frau den Vorteil, dass ich sofort auffalle. Das hilft sehr, wenn man Kontakte knüpfen möchte. Entscheidend ist jedoch, wie gut man im Job ist", ist Elena Marinowa überzeugt.

Das Leben von Elena Marinowa erübrigt sich jedoch nicht mit dem Büroalltag. Zu Hause wartet auf sie der fünfjährige Sohn. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten mit der Familie, mit Freunden und gern auch unterwegs. "Ich reise sehr gern, würde aber nie woanders leben, als in Bulgarien", sagt Elena Marinowa.
"Bulgarien liegt in Europa ausreichend nördlich, um ernste Geschäfte zu machen, und sehr im Süden, wenn man in Partylaune ist", scherzt die Geschäftsfrau, und fügt ernst hinzu. "Ich brauche beides, um im Beruf und im Privatleben vollwertig zu sein. Ich entspanne gern aktiv – in meiner Familie sind alle begeisterte Wanderer. Und ich entspanne sehr gern mit Kindern. Sie sind echte Querdenker und auch sehr innovativ. Letztes Jahr gab uns ein Kind eine Produktidee für ein Spiel für iPhone. Es stellte sich heraus, dass es bis zu diesem Zeitpunkt keine Spiele auf Bulgarisch gab. Wir waren die ersten und unser Produkt war der Renner auf dem Markt", sagt Elena Marinowa.

Übersetzung: Vessela Vladkova

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