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veröffentlicht Mittwoch, 2. Mai 2012 15:25
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Das Programm "Ideen" des Europäischen Forschungsrates ist offen für bulgarische Wissenschaftler 

© Foto: BGNES

Die Europäische Kommission finanziert im Zeitraum 2007-2013 die besten Ideen an der vordersten Front der Erkenntnis mit 7,5 Milliarden Euro. Den begabtesten Wissenschaftlern sollen im Rahmen der Europäischen Union Arbeit und Entwicklung durch die finanzielle Unterstützung von risikoreichen, aber wissenschaftlichen innovativen und Avantgarde-Ideen garantiert werden. Das Hauptkriterium ist die wissenschaftliche Exklusivität. Die Mittel kommen vom Programm "Ideen", das Teil des 7. EU-Rahmenprogramms für wissenschaftliche Forschung ist. Das Programm "Ideen" wird vom Europäischen Forschungsrat geleitet. Um allen gleichen Zugang zu Information und Teilnahme zu gewährleisten, organisiert er zahlreiche Informationsveranstaltungen in verschiedenen Mitgliedsländern. Auf Einladung des bulgarischen Ministers für Bildung, Jugend und Wissenschaft Sergej Ignatow führte der Europäische Forschungsrat seine 35. reguläre Sitzung in Sofia durch.

"Unser Ziel ist es eine höhere Teilnahme von bulgarischen Wissenschaftlern am Programm "Ideen" zu erreichen", erklärte Minister Sergej Ignatow. Unser Land ist leider gegenwärtig an diesen europäischen Programm außerordentlich schwach beteiligt. Ähnlich ist die Lage bei den übrigen neuen EU-Mitgliedsländern. Die meisten Projekte gibt es in Großbritannien, Deutschland und Frankreich. Von den knapp 2.600 Projekten, die bisher finanziert wurden, sind nur drei aus Bulgarien. Dafür wurden 3,27 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
"Alle drei Projekte sind auf dem Gebiet der humanitären und gesellschaftlichen Wissenschaften", erläutert Minister Sergej Ignatow. "Eines ist das von Professor Rumen Daskalow. Er erhielt eine Subvention für etablierte Forscher. Seine Studien beziehen sich auf die soziale Geschichte. Professor Rumen Daskalow unterrichtet an der Neuen Bulgarischen Universität in Sofia. Sein Projekt bezieht sich auf die "Entdeckung von fehlenden Verbindungsgliedern zwischen den Balkanvölkern." Es wird mit 1.560.000 Euro über fünf Jahre finanziert. Das andere Projekt gehört dem Ungaren Balazs Trencsenyi, der am Zentrum für wissenschaftliche Studien in Sofia arbeitet. Er beschäftigt sich mit der "Kartographierung der Geschichte der osteuropäischen politischen Ideen". Sein Projekt wird mit 680.000 Euro finanziert. Das dritte Projekt gehört Professor Iwajlo Znepolski von der Sofioter Klimen-Ochridski-Universität. Sein Projekt untersucht die sozialen Folgen der kommunistischen Vergangenheit und wird mit einer Million Euro finanziert. Sieben bulgarische Wissenschaftler bewerten für den Europäischen Rat für wissenschaftliche Studien die eingereichten Projekte. Die Sitzung in Bulgarien ist besonders wichtig, um die psychologischen Barrieren für unsere wirklich talentierten Wissenschafter zu überwinden, damit sie sich bewerben. Ich bin überzeugt, dass Bulgarien in Zukunft viel mehr gut bewertete Projekte haben wird."

"Wir sind außerordentlich besorgt, dass die Beteiligung von Wissenschaftlern aus diesem Teil Europas wesentlich niedriger ist als das, was wir erwartet haben. Wir wissen, dass es wissenschaftliches Potential überall gibt", sagte die Leiterin des Europäischen Forschungsrates Professorin Helga Nowotny. Es ist ihr zufolge sehr wichtig, die Information über die Möglichkeiten, die ihre Institution bietet, zu verbreiten. Deswegen wurde im Rahmen des Besuches der europäischen Wissenschaftler in Bulgarien ein Treffen mit ihren Kollegen aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft organisiert, bei dem sie die Bedingungen für die Bewerbung beim Programm "Ideen" kennen lernen könnten. Um die bulgarischen Wissenschaftler zu fördern, deren Projekte vom Europäischen Forschungsrat hoch bewertet wurden, die aber knapp unter den Notwendigen für eine Annahle lagen, sollen sie Mittel aus dem bulgarischen Nationalen Fonds für wissenschaftliche Forschung erhalten. Der Wettbewerb des Programms "Ideen" ist für die führenden Forscher aus der ganzen Welt offen, wenn sie auf dem Territorium der Europäischen Union arbeiten. Es gibt keine thematischen Prioritäten, oder geographische Quoten.

Das Programm garantiert den jungen Wissenschaftlern neben dem Geld auch frühe Unabhängigkeit. "Sie können nach ihren eigenen Ideen und nicht nach den Ideen ihres Mentors oder Leiters arbeiten“, sagt Professorin Helga Nowotny. „Das ist sehr wichtig für die nächste Generation junger Forscher. Die Grants sind außerdem übertragbar. D.h., falls die Institution, ob es eine Universität oder wissenschaftliche Fachorganisation ist, keine guten Arbeitsbedingungen gewährleistet, können unsere Benefizienten mit ihrem Geld anderswo gehen. Zum ersten Mal stehen führende europäische Wissenschaftler um diese Finanzierung nicht nur europäisch, sondern international im Wettbewerb. Wenn wir es sportlich ausdrucken wollen, ist das die Oberliga. Der Erfolg liegt bei rund 12 %. Deswegen bin ich beeindruckt von der neuen Initiative des bulgarischen Ministers. In Europa gibt es einige Staaten, nicht nur unter den neuen EU-Mitgliedern, die auch beschlossen haben, die Bewertung des Europäischen Forschungsrates übernehmen und die Projekte der Kandidaten finanzieren wollen, denen nur wenig zur Finanzierung durch uns fehlte. Das ist eine wichtige Initiative, weil wir auf diese Weise ein ernsthaftes Signal an die jungen Forscher senden."

Übersetzung: Vladimir Daskalov

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