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veröffentlicht Mittwoch, 6. Juni 2012 15:49
Radio Bulgarien Gesellschaft Wissenschaft und Umwelt

Umweltbelange zählen nicht zu den Hauptproblemen der Bulgaren 

Zwar legen vor allem Jugendliche ein umweltbewusstes Denken an den Tag, jedoch beteiligen sich ältere Menschen aktiver an derartigen Initiativen.
Anlässlich des Weltumwelttages am 5. Juni betonte Umweltministerin Nona Karadschowa den größten Vorteil unseres Landes in diesem Bereich - die bewahrte Natur - und bezeichnete diese als "unser wertvollstes Kapital".

"Allein 2011 haben wir drei neue Schutzgebiete ausgewiesen sowie zwei Schutzgebiete erweitert“, sagte Nona Karadschowa. „Die Schutzgebiete des Landes nehmen mit eine Fläche von 580.000 Hektar nunmehr 5,3 Prozent der Landesfläche ein. Auch haben wir im Vorjahr die Natura-2000-Schutzgebiete um über 44.600 Hektar erweitert. Die Natura-Schutzgebiete erstrecken sich auf über einem Drittel der Landesfläche."

Die im Auftrag des Umweltministeriums erhobene Studie der Agentur MBMD hat ergeben, dass die Umweltbelange nicht zu den Hauptproblemen der Bulgaren zählen, die Bürger jedoch um die Umwelt besorgt sind. In Zeiten der Wirtschaftskrise würden Probleme wie Arbeitslosigkeit und niedrige Löhne in den Vordergrund rücken, kommentiert MBMD-Chefin Mira Radewa. Für lediglich ein Prozent der Befragten haben Umweltbelange einen vorrangigen Stellenwert. Gleichzeitig sind 84 Prozent der Befragten um die Umwelt besorgt. Den Zustand der Umwelt in Bulgarien bezeichnet etwas mehr als die Hälfte der Befragten als unbefriedigend. Die Studie förderte die seit einigen Jahren steigende Sensibilität der Bulgaren für Umweltbelange zutage. In diesem Zusammenhang verweist Mira Radewa auf einige interessante Nuancen.

"Umweltbewusstsein gilt als modern - kommentiert die MBMD-Chefin. - Auf die Frage, wer für den Zustand der Umwelt verantwortlich sei, antworten 46 Prozent der Befragten, wir alle, was von einer hohen Selbstkritik zeugt. 32 Prozent der Befragten machen den Verkehr-, 19 Prozent die Industrie für den Zustand der Umwelt verantwortlich. Gleichzeitig sind jedoch nur 24 Prozent der Befragten bereit, sich umweltrelevanten Initiativen anzuschließen, was kein schlechtes Ergebnis ist, da sich mindestens ein Haushaltsmitglied aktiv für eine bessere Umwelt einbringt. Eine weitere interessante Tatsache ist, dass zwar vor allem Jugendliche ein umweltbewusstes Denken an den Tag legen, jedoch ältere Menschen sich aktiver an derartigen Initiativen beteiligen."

Auch belegt die Studie die Unzufriedenheit der Bevölkerung über die schlechte Organisation und Ineffizienz der getrennten Abfallsammlung. "Hier zeichnet sich die offene Enttäuschung der befragten Gruppen ab, dass es entweder keine Container für die getrennte Abfallsammlung gibt oder die getrennt entsorgten Abfälle der Haushalte in ein und demselben Fahrzeug der Müllabfuhr landen - so die MBMD-Chefin Mira Radewa. - 90 Prozent der Bulgaren sind für die getrennte Abfallsammlung. Offensichtlich haben die Behörden, vor allem aber die Kommunen nicht die erforderlichen Maßnahmen getroffen, um sich die öffentliche Bereitschaft zu Nutzen zu machen."

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Bulgaren über die erforderliche Umweltkultur verfügt und diese Ressource von den Behörden besser genutzt werden müsse. In diesem Zusammenhang will das Umweltministerium nun ab dem 1. Oktober die Preise für Einweg-Plastiktüten aufstocken. Denn - 88 Prozent der Bulgaren haben sich dafür ausgesprochen, die Einwegtüten durch Mehrweg- oder biologisch abbaubare Tragetaschen zu ersetzen.

Übersetzung: Christine Christov

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