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veröffentlicht Dienstag, 7. Februar 2012 16:18
Radio Bulgarien Gesellschaft Wissenschaft und Umwelt

Wettbewerb fördert Frauen in der Wissenschaft 

© Foto: BGNES

Ralitza Zidarowa und Wasilka Steflekowa sind die beiden Preisträgerinnen im Wettbewerb "Für die Frauen in der Wissenschaft" 2011. Beide bekamen ein Stipendium von jeweils 5.000 Euro zur Förderung ihrer wissenschaftlichen Studien. Der Preis wird in mehr als 50 Ländern der Welt vergeben. Initiiert wurde er vom Kosmetikgiganten L'Oreal und UNESCO. In Bulgarien wurde er zum zweiten mal in Folge verliehen. Die feierliche Zeremonie fand unter der Schirmherrschaft des Bildungs-, Jugend- und Wissenschaftsministeriums.

"Jahrhunderte lang war die Wissenschaft für die Frauen unzugänglich, in vielen Ländern ist es leider immer noch so", sagte dabei die stellvertretende Bildungsministerin Petja Ewtimowa. "Deswegen unternehmen die EU-Kommission und UNESCO verschiedene Fördermaßnahmen, damit sie Frauen in der Wissenschaft unterstützen können. Ich bin froh zu vermerken, dass die Situation in Bulgarien anders ist. Unser Land nimmt eine führende Position beim Anteil der Frauen in der Wissenschaft. Schon 1920 war Professor Elisaweta Karamihajlowa unter den ersten Physikerinnen zusammen mit Marie Curie und Lise Meitner. So das wir wirklich stolz darauf sein können. Die heutigen Preisträgerinnen sind Vertreter der jungen Generation Frauen in der Wissenschaft und setzten somit eine lange Tradition fort".

Laut dem Bericht der EU-Kommission über die Geschlechtergleichheit in der Wissenschaft, nimmt Bulgarien eine führende Position bei der Anzahl der Frauen, die eine wissenschaftliche Laufbahn gewählt haben. Bei uns sind zum Beispiel 45 Prozent der in der Forschung beschäftigten Wissenschaftler Frauen, der EU-Durchschnitt hingegen liegt bei etwa 30 Prozent. Die wissenschaftlichen Projekte von Ralitza und Wasilka haben die Zustimmung der Jury in einem Wettbewerb mit noch 30 Damen im Alter bis zu 35 Jahren bekommen. Wasilka Steflekowa, die Physikerin ist, ist davon überzeugt, dass es in Bulgarien Perspektiven für die Wissenschaftler, auch für die Frauen gibt. "In den letzten Jahren finanzieren immer mehr Organisationen die wissenschaftliche Forschung junger Bulgaren", sagt sie. Sie selbst hatte die Möglichkeit, an ein internationales Projekt im Programm "Marie Curie" zu arbeiten. Seit Kurzem ist sie Doktorandin im Physikinstitut der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften. Das Projekt, das im Wettbewerb ausgezeichnet wurde, befasst sich mit einer neuen Methode für die Analyse von Materialien mit Hilfe der Lasertechnologien.

Ihr Vorteil besteht darin, dass sie nicht nur für die Analyse von Metallen, sondern auch von anderen Materialien, wie Keramik und Glas verwendet werden kann. Ein weiterer Plus ist die Tatsache, dass dabei die Ganzheit der analysierten Objekte nicht gestört wird. Das macht die Methode äußerst geeignet für die Datierung und die Ursprungsbestimmung von wertvollen archäologischen Gegenständen. Mit dem Geld vom Stipendium will die junge Wissenschaftlerin Technik und Materialien für ihre Forschungsarbeit kaufen.

Die andere Preisträgerin ist Biologin. Sie arbeitet als Assistentin im Biologiefakultät der Sofioter Universität "Heiliger Kliment Ochridski". Ralitza Zidarowa hat schon vier mal an Expeditionen in der Antarktis auf der bulgarischen Insel Livingston teilgenommen. Dort forscht sie neue Algenarten. Genau mit dieser Arbeit gewann sie den Preis für junge Forscherinnen.

"Auf dem Gebiet der bulgarischen Polarstation führen wir die Forschung an den Algen durch", erzählt sie. "Sie sind deswegen interessant, weil sie eine Sliziumoberschicht haben und als Indikatoren für das Umfeld genommen werden können. Es stellte sich heraus, dass wir sehr wenig über sie in der Antarktis wissen, weil sie seiner Zeit nicht ausreichend erforscht wurden. Die Arten wurden in Folge dessen auch durcheinender gebracht und sind heute wenig bekannt. Deswegen führen wir eine Neuzuordnung dieser Arten durch. Das Stipendium wird mir erlauben, meine Arbeit in der Antarktis fortzusetzen".

Übersetzung: Milkana Dehler

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