Sie werden ihnen in den Parks, auf den Straßen oder in der Nähe von Restaurants und Gaststätten begegnen. Wir erinnern uns an den Straßenhunden nur dann, wenn sie aus lauter Wut und Aggressivität wieder mal einen Menschen angegriffen haben. Dann ist unsere Gesellschaft erneut darüber besorgt, wie wir diese Plage los werden können. Nach dem letzten Vorfall, als der angegriffene Mann in Folge seiner Verletzungen ums Leben kam, hat man erneut angefangen, darüber zu sprechen.

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Es gibt doch ein Licht am Ende des Tunnels", sagt
Jawor Getschew von der internationalen Tierschutzorganisation Vier Pfoten. "
Nach solchen schweren Vorfällen suchen die Verantwortlichen meistens erneut nach einer Lösung. Zusammen mit der Sofioter Gemeinde haben wir uns darauf geeinigt, einen Krisenstab zu bilden, der einmal in der Woche unter der Leitung der Oberbürgermeisterin Jordanka Fandukowa tagen soll. Daran sind alle größeren Vereinigungen beteiligt, die versuchen, die Population der Straßenhunden in Sofia unter Kontrolle zu bringen. Der Stab soll konkrete Maßnahmen unternehmen. Somit können wir als Nichtregierungsorganisation auch an diesem Prozess beteiligt sein und auch darauf achten, dass die Hundebesitzer die Regeln einhalten. Denn der Chaos, der bei den Hundezüchtern und den Handel mit Hunden herrscht, die meisten Probleme bei der willkürlichen Vermehrung der Straßenhunden bereitet."
Laut Jawor Getschew werden die Bürger der Hauptstadt sehr bald die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit sehen können. Die kastrierten und entlausten Hunden werden mit einem Mikrochip und mit einer Ohrmarke versehen, die leicht erkennbar ist. Es wird auch eine Identifikationsnummer geben, die darauf hinweisen wird, wer den Hund markiert hat und bei Unregelmäßigkeiten wird er entsprechend sanktioniert.
© Foto: BGNES
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In drei Monaten wird ein Tierheim in Betrieb genommen, das die von ihren Besitzern ausgesetzten Vierbeiner aufnehmen wird", erzählt weiter Jawor Getschew. „
Die Tierschützer werden mit ihnen arbeiten und sie zu Adoption anbieten. Man muss auch die neuen Besitzer prüfen, damit die Tiere nicht erneut auf der Straße landen. Wir hoffen, innerhalb eines halben Jahres das Problem unter Kontrolle zu bringen und somit in den nächsten Jahren die Population der Straßenhunden wesentlich zu reduzieren. Dennoch hängt der Erfolg auch von uns allen ab. Die Bürger sollen die Gemeinde und die Polizei alarmieren, wenn sie zum Zeigen von ungerechter Behandlung eines Tieres werden. Denn laut Statistik werden im Jahr etwa 4.000 Hunden und Katzen ausgesetzt. Einige Organisationen berichten sogar von 15.000. Die einzige Lösung ist eine verstärkte Kontrolle über die Tierbesitzer, um die Arbeit der zuständigen Behörden auch effektiver zu machen."
© Foto: BGNES
In den letzten Monaten hat man im Parlament über neue Methoden für die Bewältigung der Situation mit den Straßenhunden diskutiert. Man hat sogar vorgeschlagen, die eingesammelten Tieren einzuschläfern. Das hat zu heftigen Reaktionen auch im Ausland geführt. Allein in der deutschen Botschaft sind Tausende Mails eingegangen, die Besorgnis über den Schicksal der Straßenhunden bei uns zum Ausdruck bringen. Aus diesem Anlass organisierten die deutsche Botschaft und das Goethe Institut in Sofia ein Treffen über die bulgarisch-deutsche Zusammenarbeit im Bereich des Tierschutzes. Dabei wurden die Gründe für die Erhöhung der Zahl der Straßenhunden in Bulgarien und die effektivsten Maßnahmen für die Bewältigung des Problems dargelegt. Deutschland ist das Land, dass die meisten Mittel für die Tierschutzorganisationen in Bulgarien stiftet. Schon im Jahr 2001 wurde in Deutschland ein Film über da Thema gezeigt, das sehr viele Proteste ausgelöst hat.
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Leider haben die Maßnahmen der Gemeinden bislang keine gute Ergebnisse gebracht", setzt Jawor Gentschew weiter fort.
Nachdem man Hunden aus verschiedenen Stadtteilen eingesammelt hat, setzt man sie alle zusammen an einem Ort aus. So bilden sich Rudel. Es kommt auch vor, dass Hunden aus anderen Teilen des Landes nach Sofia gebracht werden und zwar von den dortigen Gemeinden. Ein Tier, das sich in einer fremden Umgebung befindet, sucht nach anderen Tieren, um sich sicherer zu fühlen. Wenn dazu auch die Feindlichkeit der Menschen kommt, werden die Tiere auch aggressiv. Um dies zu stoppen, werden wir die Gemeindeteams, die mit dieser Tätigkeit beauftragt sind, ganz genau beobachten. Zum Glück hat der neue Leiter des Tierheims in Sofia sich vorgenommen, all das zu ändern."
Übersetzung: Milkana Dehler