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veröffentlicht Mittwoch, 30. Mai 2012 16:25
Radio Bulgarien Gesellschaft Wissenschaft und Umwelt

Das Radverkehr in Sofia gewinnt an Popularität 

© Foto: BGNES

Eine umweltfreundliche, preiswerte und gesunde Fortbewegungsart – so sieht das Radverkehr in den Vorstellungen der Großstadtbewohner heute aus. Immer mehr junge Menschen bevorzugen das Fahrrad als alternatives Transportmittel – so spart man sich das lange Warten auf den Bus oder den Stress von Staus und Parkplatzsuche. In vielen europäischen Städten ist das Radverkehr seit langem ein untrennbarer Bestandteil des städtischen Umfelds geworden. In Bulgarien steckt es immer noch in den Kinderschuhen, obwohl die Tendenz in den letzten Jahren positiv ist. Einen großen Beitrag dazu trägt die Jugendbewegung „Veloevolution“ bei, die erfolgreich mit den staatlichen und kommunalen Behörden bei der Durchsetzung des Radverkehrs in den Städten zusammenarbeitet.

Alle, die in unserer Vereinigung tätig sind, machen es absolut freiwillig“, erzählt Katina Zolowa von „Veloevolution“. „Alle haben einen eigenen Beruf und wir sammeln uns abends nach der Arbeit oder auch samstags und sonntags, um an den Projekten zu arbeiten. Einen besonderen Fortschritt haben wir bei der Zusammenarbeit mit der Sofioter Gemeinde, wo eine spezielle Arbeitsgruppe zum Thema Radverkehr eingerichtet wurde.“

Dank dieser Zusammenarbeit betrachtet man das Fahrrad schon wirklich als eine Lösung der Verkehrsprobleme in der Hauptstadt und die Sofioter sehen das Radverkehr als Fortbewegungsart zunehmend positiv.

Immer mehr Menschen steigen aufs Rad", sagt Katina Zolowa. "Ich bin Radfahrer seit zehn Jahren und sehe das mit eigenen Augen. Als ich zu radeln begann, war ich meistens allein an der Ampel zwischen allen Autos und alle sahen mich erstaunt an, als ob ich verrückt bin. Jetzt sieht es schon ganz anders aus und ich bin sehr froh, weil man auch in den Hauptverkehrszeiten bis zu zehn Radfahrer an einer Kreuzung sehen kann. Viele Menschen fahren schon gerne mit dem Fahrrad zur Arbeit und erkennen die Vorzüge dieser Fortbewegungsart. Sofia ist eine nicht so große Stadt – etwa 25 Kilometer im Durchmesser, mit einem kleinen Zentrum und man kann ruhig auch mit dem Fahrrad fahren.“

Katina hat eine kleine Tochter und fährt jeden Tag mit ihr. „Wir wählen solche Routen aus, die sicherer sind. Für größere Sicherheit benutze ich die Gehwege, aber ich fühle mich dabei sehr unwohl, weil ich ständig zwischen den Fußgängern fahre und mich bei ihnen entschuldigen soll.

In den letzten Jahren hat sich viel zugunsten des Radverkehrs in Sofia geändert. Im Zentrum gibt es schon einige Radstationen, wo man sein Rad abstellen kann und es wurden neue Radwege angelegt.

Noch eine positive Veränderung ist, dass man mit dem Fahrrad in die U-Bahn nach 9 Uhr abends und an Wochenenden darf," sagt Katina Zolowa. "Ich persönlich nutzte diese Gelegenheit fast jeden Tag. Für das Fahrrad muss man eine zusätzliche Fahrkarte kaufen und man darf es nur im letzten Wagen mitführen, wie es in vielen europäischen Ländern ist. Generell sind wir zufrieden mit dem bisher Erreichten, aber es muss natürlich noch viel getan werden. Deswegen werden wir weiter an der Popularisierung des Radverkehrs in Bulgarien arbeiten.“

Übersetzung: Mihail Dimitrow

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