Laut Angaben der Bulgarischen Zentralbank BNB sowie der Bulgarischen Investitionsagentur wurden von 2001 bis 2010 in Bulgarien fast 36 Milliarden Euro ausländische Investitionen getätigt. Inoffizielle Angaben gehen davon aus, dass im vergangenen Jahr rund eine Milliarde Euro ausländische Investitionen in die bulgarische Wirtschaft geflossen sind. Auch wenn die Investitionsströme im Weltmaßstab versiegen, blicken die bulgarischen Unternehmen optimistisch in die Zukunft. Zumal jede Investition eine frische Brise für unsere Wirtschaft bedeutet. Auch die Prognosen für dieses Jahr gehen vom Export als Zugpferd für die einheimische Wirtschaft aus. Diese Erwartungen teilt auch Wirtschafts-, Energetik- und Tourismusminister Traitscho Traikow und prognostiziert für 2012 ein Exportvolumen von bis zu 20 Milliarden Euro. Im letzten Jahr haben vor allem die Sparten verarbeitende Industrie, Elektronik, Elektrotechnik, Energetik und Tourismus zugelegt, was sich u.a. positiv auf den Export ausgewirkt hat. Dieser, so Minister Traikow, belief sich 2009 auf 12 Milliarden Euro und ging vor allem in die EU-Staaten. Trotz rückläufiger Tendenz bezeichnete Minister Traikow die ausländischen Investitionen als "gesunde" Struktur. Weniger ausländisches Kapital verzeichnen insbesondere die Sparten Bauwesen, Immobilien, Finanzierungsvermittlung und Handel. Dafür steigen die Investitionen in die verarbeitende Industrie sowie die Industrie.
Die Bulgarische Investitionsagentur zeichnete die Unternehmen aus, die im Vorjahr die meisten und effizientesten Investitionen in Bulgarien getätigt haben. Die Preise "Investor 2011" wurden in fünf Kategorien vergeben, für die insgesamt 30 Unternehmen nominiert waren.
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Borislaw Stefanow
"2011 war, was die Investitionen anbelangt, möglicherweise eines der schwierigsten Jahre und das nicht nur für Bulgarien – sagt während der Eröffnungszeremonie Agenturchef Borislaw Stefanow. – Sparten wie Finanzen, Handel und Immobilien, die vor der Krise das Investitionsklima in Bulgarien bestimmten, erlebten 2009 einen Einbruch, der auch in den Folgejahren weiter anhielt. Andererseits wurden 2010 und 2011 mehr Investitionen in nachhaltige Industriesparten getätigt. Ein Großteil der in den letzten beiden Jahren abgeschlossenen Investitionsprojekte sind in den Bereichen Telekommunikationen, Informationstechnologien, Produktion und Energetik angesiedelt."
Wirtschafts-, Energetik- und Tourismusminister Traitscho Traikow beglückwünschte die nominierten und preisgekrönten Investoren. "In Bulgarien kann man die kühnsten Geschäftsideen verwirklichen – so Minister Traikow. – Im jüngsten Bericht der Weltbank schneidet Bulgarien besser ab als Länder wie Tschechien, Serbien, die Türkei und Rumänien. Bei den nominierten Unternehmen sind mir vor allem zwei Dinge aufgefallen. Erstens sind die meisten Firmen nicht zum ersten Mal nominiert. Und zweitens handelt es sich dabei um Unternehmen, die unseren Vorstellungen über den Kurs der einheimischen Wirtschaft entsprechen – und kurz gesagt einen hohen Mehrwert anstreben. Davon profitieren alle – sowohl die Arbeitnehmer, als auch die Aktionäre sowie die Gesellschaft und das ganze Land. Wir dürfen keine Gelegenheit auslassen, um zu betonen, dass die bulgarische Wirtschaft diversifiziert und modern ist und enormes Potential birgt."
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Geschäftsführer von „Lufthansa Technik Sofia“ Bernd Freckmann und Wirtschaftsminister Trajtscho Trajkow
Eines der ausgezeichneten Unternehmen war Lufthansa Technik Sofia. Die Firma ist auf Wartungs- und Überholungsleistungen für Flugzeuge in Europa spezialisiert. Im Vorjahr investierte das Unternehmen weitere 13 Millionen Euro in den Ausbau seiner Tätigkeit. Geschäftsführer Bernd Freckmann erinnert sich, dass die Journalisten anfänglich immer wissen wollten, warum das Unternehmen ausgerechnet Bulgarien als Standort gewählt hat.
"Es ist uns gelungen, Bulgarien als einen der größten und erfolgreichsten Standorte für die Wartung von Boeing und Airbus in Europa zu etablieren – sagt Lufthansa-Technik-Sofia-Geschäftsführer Bernd Freckmann. – Jetzt fragt niemand mehr, warum ausgerechnet Bulgarien! Wir haben gezeigt, dass Bulgarien ein sehr guter Investitionsstandort ist und werden wie in den letzten fünf Jahren weiter investieren."
Übersetzung: Christine Christov