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veröffentlicht Freitag, 13. Juli 2012 14:39
Radio Bulgarien Wirtschaft

Total beginnt Erdgas- und Erdölerkundungen im bulgarischen Schwarzmeerschelf 

Der französische Mineralölkonzern Total beginnt gemeinsam mit der österreichischen OMV und der spanischen Repsol Tiefseebohrungen im Schwarzen Meer auf der Suche nach Erdöl und Erdgas. Bulgarien hofft, dass die Vorkommen von bedeutendem Ausmaß sind und die Energieversorgung des Landes dadurch diversifiziert werden können.

Total hat die Ausschreibung für die Ölsuche in dem knapp 15.000 Quadratkilometer großen Gebiet "Khan Asparuch" im Schwarzen Meer gewonnen. Konkurrenten in der Bewerbung um das Ölfeld waren Exxon und die britische Melrose.
Das Gebiet befindet sich im bulgarischen Territorialgewässer an der nördlichen Schwarzmeerküste und erstreckt sich von der Hafenstadt Burgas bis zur rumänischen Grenze. In einem angrenzenden Gebiet wurden bereits 40 bis 80 Mrd. Kubikmeter Gas gefunden. Daher kommentierte der bulgarische Wirtschafts- und Energieminister Deljan Dobrew, diese Vorkommen sowie die Teilnahme an der Ausschreibung von weltweit führenden Konzernen deute auf Erfolg hin.

Die Konzession für die Ölsuche läuft fünf Jahre mit einer Möglichkeit zur Verlängerung. Die Konzessionsgebühr, die Bulgarien kassieren würde, liegt zwischen 2% und 30% und hängt vom tatsächlichen Erdöl- und Erdgasvorkommen ab, erläuterte Dobrew. "Sollten sich unsere Hoffnungen erfüllen, wird der Gaspreis deutlich zurückgehen", kommentierte Ministerpräsident Bojko Borissow, der darauf setzt, das Land mit Erdgas in den kommenden 30 Jahren absichern zu können. Mehr noch – bei bedeutenden Gasmengen würde Bulgarien eine ganz andere Verhandlungsbasis für die mit Gazprom geplante Pipeline South Stream haben. Die Erdgasleitung soll russisches Gas über Bulgarien nach Mitteleuropa bringen.

Der französische Mineralölkonzern Total hat bereits zwei Bohrungen in großer Tiefe im Schwarzen Meer geplant, kündigte der verantwortliche Vizepräsident für Europa, Michael Borell, an. Er bezeichnet das Gebiet als schwierig aber mit großem Potenzial. Mit den Partnern erhofft man sich das ganze Territorium erforschen zu können.

Bulgarien verbraucht jährlich rund drei Milliarden Kubikmeter Erdgas. An zwei weiteren Stellen im bulgarischen Schwarzmeergebiet - "Kawarna" und "Kaliakra" - wird bereits Erdgas gefördert. Konzessionsinhaber dort ist der britische Konzern Melrose. 2011 waren es 443 Mio. Kubikmeter oder 15 Prozent des nationalen Verbrauchs. Den Rest liefert Bulgarien aus Russland.

Übersetzung und Redaktion: Vessela Vladkova

Fotocollage: Wergil Mitew

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