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veröffentlicht Montag, 16. Januar 2012 15:52
Radio Bulgarien Wirtschaft

Die bulgarische Regierung legt vorübergehend die Solarparks- und Windgeneratorenprojekte auf Eis 

© Foto: BGNES

„Von uns erwartet man, dass wir die bulgarische Wirtschaft effektiver, moderner und gewinnbringender machen.“ Das sagte der bulgarische Regierungschef Bojko Borisow im Namen seines Kabinetts bei einem Arbeitsessen der Amerikanischen Handelskammer in Bulgarien zum Thema „Förderung des Wirtschaftswachstums, neue Technologien und wissenschaftliche Forschung in Bulgarien 2012“. „Die wertvollsten Investoren sind diejenigen, die Arbeitsplätze schaffen und Waren für den Export produzieren“, sagte der Premierminister weiter. Das Interesse der Investoren konzentriere sich bei uns in letzter Zeit auf die erneuerbaren Energiequellen. Der elektrische Strom, der von Wind- und Solarparks produziert wird, hat einen höheren Preis, deswegen werden die Projekte vorerst von der bulgarischen Regierung nicht gefördert. Bulgarien hat sich verpflichtet bis 2020 20 % des erzeugten elektrischen Stromes aus erneuerbaren Energiequellen zu gewinnen. Wegen des hohen Preises der Produktionsanlagen, die in anderen Ländern, und nicht in Bulgarien produziert werden „möchten wir nicht jetzt unsere volle Kapazität erreichen“, erklärte das vorübergehende Auf-Eis-Legen der Solarparks- und Windgeneratorenprojekte Regierungschef Bojko Borisow. Nach Ansicht seiner Regierung habe unser Land ein größeres Interesse auf dem Gebiet der Biomasse und der Wasserkraftwerke. Die aussichtreichsten Branchen der bulgarischen Wirtschaft seien die Landwirtschaft, der Fremdenverkehr und die Industrie.

Der Premierminister Bojko Borisow unterstrich, dass es Staaten gibt, die schnell und effektiv Reformen machen und solche, die die Rettung vom Internationalen Währungsfonds und anderen Fonds erwarten.
„Bulgarien hat den Weg der Disziplinierten gewählt, die nicht auf eine Unterstützung warten“, sagte Bojko Borisow. „Deswegen setzen wir uns auch in Brüssel sehr für den Finanzstabilitätspakt ein. Besonders was die Einhaltung von 3 % Haushaltsdefizit und 60 % Schuldengrenze betrifft. Deswegen gehört Bulgarien bei den Finanzdaten zu den drei diszipliniertesten Staaten in Europa. Das ist eine Tatsache, die auch von der Kanzlerin Merkel und dem Präsidenten Barroso und von allen Berichten zum Thema anerkannt wird. Das, was vielen europäischen Staaten noch bevorsteht, hat Bulgarien bereits erreicht und es muss jetzt sein Wirtschaftswachstum beginnen. Solange unserer Regierung an der Macht ist, wird das 3 % Haushaltsdefizit eingehalten. Mehr noch, wir werden die Reformen fortsetzen und die Kürzungen in Bereichen, in denen es keine wirtschaftliche Effektivität gibt, so schmerzhaft sie auch sein mögen, fortführen.“
Der Minister für Wirtschaft, Energie und Fremdenverkehr Trajtscho Trajkow sagte zur Industrie:

„Die Industrie ist in Bulgarien der große Unsichtbare in unserer Wirtschaft. Wir haben in den ersten 9 Monaten 2011 ein Wirtschaftswachstum von 1,6 % und ein Wachstum in der Industrie von 4,2 %. Das sind die Betriebe, in denen die neuen Technologien sich entwickeln, Kapital investiert wird und gute und hoch bezahlte Arbeitsplätze geschaffen werden. Von dort kommt der hohe Mehrwert, denn wir wollen“, sagte Minister Trajtscho Trajkow. „Der Fremdenverkehr hatte im vergangenen Jahr Einnahmen von 3 Milliarden Euro. Die Ausfuhr von Eisen- und Buntmetallen brachte 2,7 Milliarden Euro. D.h., allein der Export der Metallurgie ist fast so hoch, wie der Fremdenverkehr einbringt. Beim Outsourcing haben wir in den letzten 5 Jahren ein Wachstum bei den Einnahmen und der Zahl der Beschäftigten von 20 bis 40 Mal. D.h., das sind die Branchen, die unsere Aufmerksamkeit verdienen.“

Bevorzugte Branchen in Bulgarien sind laut Minister Trajtscho Trajkow die Elektronik, Elektrotechnik, Pharmaindustrie, Maschinenbau, chemische Industrie, Umwelt- und Gesundheitstechnologien. Die Mineral- und Rohstoffe sind ebenfalls eine Priorität für Bulgarien und die Konzessionen für Erkundung und Gewinnung von Naturreichtümern haben sich verdoppelt. „Wir haben Bedingungen, Traditionen und die passende Struktur der Arbeitskräfte“, sagte weiter Minister Trajtscho Trajkow. „Wir können nicht nur Industrien entwickeln, die hochqualifizierte Kader brauchen. Wir brauche auch Sektoren mit hohem Mehrwert, die auch wenig qualifizierte Arbeitskräfte einstellen.“

Übersetzung: V. Daskalov 

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