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veröffentlicht Mittwoch, 18. Januar 2012 14:26
Radio Bulgarien Wirtschaft

Studie untersucht Gleichberechtigung am bulgarischen Arbeitsmarkt 

Sind alle Jobsuchenden und Arbeitnehmer in Bulgarien gleichgestellt? Antwort auf diese Frage gab eine Studie des Instituts "Offene Gesellschaft", das Partner des Projekts "Gleichheit – Weg zum Fortschritt" ist. Weitere Projektpartner sind das Arbeits- und Sozialministerium sowie der Anti-Diskriminierungsausschuss.

Landesweit befragt wurden 1.200 Personen als auch 400 Probanden aus ethnisch dominierten Wohnvierteln sowie 400 Bulgaren mit Behinderungen, verweist Maria Metodiewa, Programmdirektor des Instituts "Offene Gesellschaft". Die Studie untersucht die Meinung der Bürger zur Verwirklichung am Arbeitsmarkt unter fünf Aspekten: Alter, körperliche Behinderungen, ethnische Zugehörigkeit, Religion und sexuelle Ausrichtung.

"Die Studie hat ergeben – so Maria Metodiewa – dass vor allem Behinderungen die Arbeitssuche erschweren. Darauf folgen der Altersfaktor sowie die ethnische Zugehörigkeit. Rund zwei Drittel der Roma und 28 Prozent der Behinderten gaben das entsprechende Merkmal als Grund für Jobabsagen an. Am stärksten davon betroffen sind Jugendliche zwischen 18 und 23 Jahren sowie Bulgaren zwischen 46 und 60. Jeder vierte dieser Altersgruppen gestand ein, namentlich aus Altersgründen bereits persönlich die ablehnende Haltung der Gesellschaft aber auch der Arbeitgeber verspürt zu haben. D.h. am Arbeitsmarkt gibt es soziale Differenzen, was ganz normal ist."

Häufig würden den Jüngsten Jobs ohne formelle Vereinbarung angeboten, fügt Maria Metodiewa hinzu. Auch Personen über 45 oder im Vorrentenalter hätten Probleme bei der Arbeitssuche. Rund 36 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass es für Männer einfacher wäre, eine konkrete freie Stelle zu besetzen als für Frauen. Auch die ethnische Zugehörigkeit spiele bei Einstellungen eine Rolle, meint Programmdirektorin Metodiewa. Rund 60 Prozent der Roma hätten angegeben, dass sie aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit bereits Jobabsagen bekommen hätten. Den höchsten Anteil der Beschäftigten mit Arbeitsvertrag machen diejenigen aus, die sich selbst als Bulgaren definieren, gefolgt von bulgarischen Türken. Von den befragten Roma-Beschäftigten haben lediglich 54 Prozent einen Arbeitsvertrag. Der entscheidende Einstellungsfaktor ist laut Umfrageergebnissen jedoch die Bildung. Je höher die Bildung ist, desto höher sind der Beschäftigungsgrad, die soziale Sicherheit und der Lohn.

"Unsere Umfrage hat ergeben – so Maria Metodiewa – dass die Erwerbstätigenquote unter Personen mit Grundschulabschluss und darunter gerade einmal bei 16 Prozent liegt. Bei Personen mit Hauptschulabschluss liegt sie bei 23 Prozent, wogegen 70 Prozent der Hochabsolventen einen Job haben. D.h., was den Abbau sozialer Differenzen bei der Einstellung betrifft, muss in eine qualitativ höhere Bildung investiert werden, die den Anforderungen am Arbeitsmarkt, dem Bedarf der Wirtschaft und der privaten Unternehmen entspricht."

Auch die andersartige Sexualorientierung beeinflusst die Jobsuche. Für rund 40 Prozent der Befragten ist diese ein Hinderungsgrund für einen fairen Wettbewerb am Arbeitsmarkt und auch die Arbeitgeber würden von solchen Bewerbern eher absehen. Auf die Frage: "Wen würden sie nicht einstellen?" antworteten 32 Prozent der Befragten – Roma, rund 25 Prozent – Homosexuelle, fast 18 Prozent – Schwangere und 11 Prozent – Personen mit Behinderungen.

Übersetzung: Christine Christov

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