Dienstag, 18. Juni 2013 

Skip Navigation LinksRadio Bulgarien

Search in site

Навигация

veröffentlicht Montag, 30. Juli 2012 13:44
Radio Bulgarien Wirtschaft

Die Klein- und Mittelunternehmen in Bulgarien – Zustand und Perspektiven 

© Foto: Archiv

Auch dieses Jahr hat die Marketingforschungsagentur NOEMA eine Analyse der Lage und der Probleme der Mikro-, Klein- und Mittelunternehmen in Bulgarien erstellt. Sie bilden mit 99 Prozent das Rückgrad der bulgarischen Wirtschaft. Die Analyse betrachtet das makroökonomische Umfeld der Betriebe, ihre aktuelle Lage und ihre Wettbewerbsfähigkeit. Was passiert in diesem Bereich nur wenigen Monaten nach Beginn der Wiederbelebung der Konjunktur?

Am größten bei uns ist die Zahl der Mikrounternehmen – 325 000. Die Kleinbetriebe sind fast 23 000 und die mittelgroße Unternehmen – 4 444. Die Großunternehmen machen nur etwa 2 Prozent der bulgarischen Wirtschaft aus, sie sind laut Statistik 744 an der Zahl. Demographisch betrachtet, sind die Unternehmen vor allem im Süden des Landes situiert. Die meisten davon spezialisierten sich in der verarbeitenden Industrie. Der Unterschied zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung von Nord- und Südbulgarien ist laut Studie ziemlich markant, auch wegen der Infrastruktur. Am meisten von der Krise sind die Produktionsbetriebe getroffen worden, viele haben ihre Tätigkeit eingestellt, einige mussten schließen. Etwa Dreiviertel der Beschäftigten in Bulgarien sind in Klein- und Mittelunternehmen tätig, deswegen ist die Stagnation dort auch am stärksten zu spüren, auch was die Arbeitsplätze betrifft.

Die Finanzkennzahlen des Sektors haben sich in den letzten Jahren auch verschlechtert. Die Einnahmen reduzierten sich um 1,5 Prozent. Der Umsatz ist ebenfalls zurückgegangen. In der Krise haben die Unternehmen vor allem an langfristigen Investitionen wie zum Beispiel in Ausrüstung gespart. Im 2011 haben die Klein- und Mittelunternehmen sich auf die Ausfuhr verlassen, zeigt die Untersuchung. Es werden meistens Produkte aus der verarbeitenden Industrie, Maschinen und Geräte in anderen EU-Staaten exportiert. Die Unternehmer bei uns werden immer älter, viele sind über 46 Jahre alt. Ralitza Ganewa von der Sofioter Universität Kliment Ochridski, die an der Studie beteiligt war, meint dazu Folgendes:

„Die Jungunternehmer machen nur 5 Prozent des Sektors aus“, sagt sie. „Die über 60jährigen hingegen sind mehr als 15 Prozent aller Unternehmer. Ein Drittel der bulgarischen Klein- und Mittelunternehmen sind Familienbetriebe, die fast zu 70 Prozent von ihren Gründern geführt werden. Man kann tatsächlich behaupten, dass genau diese 70 Prozent vor einer Schließung nach dem Rückzug ihrer Gründer stehen“.
Die Finanzierung ist eines der größten Probleme für die KMU. Die Banken sind relativ zurückhaltend bei der Kreditvergabe in diesem Segment. Die Analyse zeigt die Notwendigkeit von Alternativen für die Finanzierung der Unternehmen. Genau die fehlenden Mittel sind der Grund für die mangelnden Investitionen in Innovationen.
„Im letzten Jahr kamen 62 Prozent der Mittel aus der eigenen Tasche des Firmeninhabers“, erklärt weiter Ralitza Ganewa. Das bedeutet, dass man selbst für die fehlende Finanzierung aufgekommen ist. Es ist nur verständlich, dass in so einer Lage wenig Geld für Innovationen und Verbesserungen übrig bleibt. Weniger als 10 Prozent der Firmen haben eine Partnerschaft mit einer Hochschule. Fast 40 Prozent der Rationalisierungen im letzten Jahr waren krisenbedingt im Bereich der Kostenoptimierung“.

Das Intellektuelle Eigentum ist ebenfalls eine Schwachstelle der bulgarischen Klein- und Mittelunternehmen. Nur wenige sind auf diesem Gebiet aktiv. Etwa 7 Prozent haben ein Patent angemeldet und nur 13 Prozent haben eine Schutzmarke registriert. Das natürlich ist auch auf die fehlenden Mittel zurückzuführen.

Übersetzung: Milkana Dehler

Empfehlen

Schließen

 

recipient1@mail.com;recipient2@mail.com

 

sender@mail.com

Mehr von der Kategorie Wirtschaft

Alles von der Kategorie Wirtschaft